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Missverständnis?

Schutzgebiet für Trinkwasserversorgung Vogtareuth kommt später: Gemeinderat verärgert über Planer

Eine sichere Trinkwasserversorgung ist im Süden des Vogtareuther Gemeindegebietes schon seit Jahrzehnten Thema. Jetzt liegt das Verfahren um den neuen Brunnen in Lochen wegen eines Planungsfehlers wieder wochenlang auf Eis. dpa
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Eine sichere Trinkwasserversorgung ist im Süden des Vogtareuther Gemeindegebietes schon seit Jahrzehnten Thema. Jetzt liegt das Verfahren um den neuen Brunnen in Lochen wegen eines Planungsfehlers wieder wochenlang auf Eis. dpa
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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Auf die Ausweisung eines Schutzgebietes für den neuen Brunnen solle ja verzichtet werden, also habe er da nicht weitergemacht, sagte Planer Dr.Werner Knoll im Gemeinderat. Die Kommunalpolitiker waren erbost: Natürlich soll ein Schutzgebiet beantragt werden. Das Verfahren stockt, der Planer arbeitet nach.

Vogtareuth – Die Gemeinderäte waren sauer. Zum wiederholten Male ging es um die Trinkwasserversorgung des südlichen Gemeindegebietes, um den Brunnen Lochen. Und eigentlich sollte in der jüngsten Sitzung das Genehmigungsverfahren weiter vorangetrieben werden. Wasserrechtliche Genehmigung und Ausweisung des Schutzgebietes, die beiden dicksten Brocken, standen an.

Gemeinderat will paralleles Verfahren

Und dann verkündet Planer Dr. Werner Knorr, dass er alles für die wasserrechtliche Genehmigung fertig hat, auf die Ausweisung des Schutzgebietes solle ja verzichtet werden. Woraufhin sich die Mitglieder des Rates zunächst verdutzt anschauten und dann Einspruch erhoben. Sepp Lechner (AfG) wandte ein, das sei so nicht richtig. Die wasserrechtliche Genehmigung gehe zwar vor, aber verzichtet werden solle auf das Schutzgebiet keineswegs. Die Verfahren könnten theoretisch getrennt laufen.

Das sei richtig, so Alexander Unrecht (CSU/Parteifreie), er finde aber, die beiden Verfahren sollten gleichzeitig laufen, denn dann müsse sich auch die Stadt Rosenheim endlich mal konkret zu ihrem Brunnen äußern. Worauf Lechner einwandte, dass Vogtareuth sich auf sein Schutzgebiet konzentrieren und Prutting wie Rosenheim außen vor lassen sollte.

Schwebezustand im Interesse der Bürger beenden

Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter (ÜWG) verwies darauf, dass die Verfahren zur wasserrechtlichen Genehmigung und zum Trinkwasserschutzgebiet durchaus unabhängig voneinander laufen könnten. Der zweite Bürgermeister Hans Bürger-Schuster (CSU/Parteifreie) befand, der jahrelange Schwebezustand bei der Trinkwasserversorgung des südlichen Gemeindegebietes müsse endlich beendet werden. Wie der Besuch der Sitzung zeige, sei auch das Interesse der Bürger groß, denn die wollten wissen, ob sie irgendwann in und um Zaisering bauen können, weil die Trinkwasserversorgung gesichert ist. Martin Grünhofer (AfG) merkte an, die ganze Angelegenheit sei ohnehin schon problematisch, da müsse man sich nicht noch selber ein Bein stellen.

Planer verspricht schnelle Nachlieferung

Der Planer entschuldigte sich für das „Missverständnis“ und versprach eine schnelle Korrektur, sprich Nachlieferung der Unterlagen zur Schutzgebietsausweisung. Das dauere etwa vier Wochen. Dann ist Ostern, die nächste reguläre Sitzung ist am 13. April vorgesehen. Bürger-Schuster erntete Kopfnicken für seine Äußerung, der Gemeinderat sei jederzeit zu einer Sondersitzung bereit.

Kosten 2021 rund um 1,1 Millionen Euro

Knorr gab noch einmal einen Überblick über das Bauvorhaben. Direkt am Brunnen entsteht ein erdüberdecktes Brunnenhaus, das ebenerdig über eine Tür zugängig ist. Von dort führt eine Leitung hinauf Richtung Staatsstraße, etwa auf halber Leitungsstrecke ist die Wasseraufbereitung samt Schalttechnik geplant. Die Kosten betragen, je nach Leitungsführung, allein in diesem Jahr rund um die 1,1 Millionen Euro – plus Honorar.

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Brigitte Neugebauer (CSU/Parteifreie) wollte wissen, ob bei der geplanten Wasserentnahmemenge von 200 000 Kubikmetern pro Jahr auch die Schön Klinik mit eingerechnet sei. Ist sie.

Schutzgebiet fast ausschließlich im Wald

Diskutiert wurde dann aber doch überwiegend über das Schutzgebiet des Brunnens Lochen. Das erstreckt sich nordöstlich des Brunnens nahezu ausschließlich im Wald. Nur bei der Schutzzone drei, der äußersten Schutzzone, könnten Wiesen und eventuell ein Hof betroffen sein. Der Hofstätter See sei nicht tangiert.

Wasserwirtschaftsamt soll Farbe bekennen

Knorr verwies darauf, dass er schon mehrere Abstimmungen mit dem Wasserwirtschaftsamt hinter sich habe. Und jedes Mal hieße es, wenn er schon fast zur Tür raus sei, die Abstimmung sei aber nicht abschließend. Daraufhin platze Bürger-Schuster der Kragen: Ihm reiche es jetzt. Es sei höchste Zeit, dass Vogtareuth dem Wasserwirtschaftsamt die Anträge an der Tür anschlage, damit sich die Herrschaften endlich verbindlich äußerten.

Anwalt zahlen, aber seinem Rat nicht folgen?

Der Bürgermeister schlug schließlich vor, doch das wasserrechtliche Verfahren gleich auf den Weg zu bringen und anzukündigen, dass der Antrag auf Schutzgebietsausweisung in Kürze folge. Stephan Frai (CSU/Parteifreie) fragte daraufhin verärgert, warum die Gemeinde sich denn einen Anwalt leiste und dann dessen Rat, beides gemeinsam zu beantragen, in den Wind schieße. Gegen eine Stimme sprach sich der Rat dafür aus, mit der Einleitung der Verfahren zu warten, bis auch das Schutzgebiet mit beantragt werden kann.

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