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„Die Kinder brauchen den Sport“

Trainermangel im Inntal? Fußballjugendleiter des TSV Brannenburg ruft zu mehr Engagement auf

„Die Kinder brauchen die Bewegung“: Um die Spiele und das Training der Jugend zu organisieren, braucht die Fußballabteilung des TSV Brannenburg ehrenamtliche Unterstützung.
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„Die Kinder brauchen die Bewegung“: Um die Spiele und das Training der Jugend zu organisieren, braucht die Fußballabteilung des TSV Brannenburg ehrenamtliche Unterstützung.
  • Korbinian Sautter
    VonKorbinian Sautter
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Es sind schwere Zeiten für Steffen Ruppert, den ehrenamtlichen Fußballtrainer des TSV Brannenburg. Der zweifache Familienvater merkt, dass sich immer weniger Menschen im Vereinssport engagieren und richtet daher einen Appell an die gesamte Region.

Brannenburg – Die Kinder kommen zahlreich und voller Vorfreude auf das Fußballfeld des TSV Brannenburg gestürmt. Hoch motiviert und voller Bewegungsdrang freut sich die G-Jugend auf die kommenden zwei Stunden. Trainer Ruppert steht bereits auf dem Platz und erwartet die jungen Sportler. Mittlerweile ist er es gewohnt, eine große Gruppe alleine zu organisieren. Das Problem: „Ein massiver Trainermangel im gesamten Inntal.“ Der ehrenamtlich engagierte Vater macht sich Sorgen um den Freizeitsport in der Region und appelliert daher an alle, die es sich vorstellen können, gerade kleineren Vereinen zu helfen.

Jugendmannschaften brauchen Trainer

„Wir müssen an unsere Kinder denken, sie brauchen den Sport“, sagt der 44-Jährige. Seit 2009 lebt der Vater von zwei Kindern in Brannenburg und fing damals an, sich als Co-Trainer um die F-Jugend des TSV Brannenburg zu kümmern. Waren damals noch zwei Ehrenamtler für eine Kleinfeldmannschaft von circa 15 Jugendlichen zuständig, sieht die Lage mittlerweile anders aus. Alleine für die aktuell neun Teams von der G- bis zur D-Jugend werden laut Ruppert eigentlich fünf Trainer mehr gebraucht. Er selbst ist mittlerweile der Jugendleiter für alle Kleinfeldmannschaften und übernimmt, neben den Kleinsten in der G-Jugend, zusätzlich die D-Mannschaft – anders gehe es nicht.

Die Situation hat sich nach dem Eindruck des Brannenburgers in den vergangenen Jahren verschärft. Gerade die Zeit der Corona-Pandemie sei für viele Menschen nicht einfach gewesen, wodurch sich auch eine gewisse Zurückhaltung entwickelt habe. Für die potenziellen Helfer, die dann in letzter Konsequenz vor dem Ehrenamt zurückschrecken, hat Ruppert daher Verständnis. „Ich weiß, dass es für viele nicht einfach ist, gerade neben der Arbeit und der eigenen Familie.“

Dennoch möchte er gerade Eltern ermutigen, sich vermehrt ehrenamtlich zu engagieren. Der 44-Jährige weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig der Sport gerade in der Kindheit sein kann. Er selbst hat schon in jungen Jahren angefangen, Fußball zu spielen und ist dem Sport bis in den Herrenbereich erhalte geblieben. „Gerade im Mannschaftssport können Kindern soziale Bindungen aufbauen und Werte wie Rücksichtnahme und gegenseitige Unterstützung lernen“, ist Ruppert überzeugt.

Sport bringt unvergessliche Momente

Aber auch die Erlebnisse als Trainer seien unbezahlbar. Am Platz zu stehen und die leuchtenden Augen zu sehen, wenn die ersten Tore fallen, sind für ihn unvergessliche Augenblicke. Umso schlimmer fände er es, wenn solche Momente immer schwieriger zu erhalten sind.

Steffen RuppertFußballtrainer desTSV Brannenburg

Mit dem Mangel an ehrenamtlicher Arbeit hat aber nicht nur die Fußballabteilung de TSV Brannenburg zu kämpfen. Vielmehr ziehe sich das Problem durch alle Sportarten und durch alle Vereine im gesamten Inntal, wie Helmut Reiter, Betreiber des Sportheims des ASV Flintsbach, bestätigt. „Das ist ein Trend, der sich seit vielen Jahren entwickelt. Neben dem Beruf und der Familie ist es für viele angenehm, ihr Kind einmal für ein paar Stunden abzugeben und sich um nichts mehr kümmern zu müssen.“ Eine weitere Aufgabe zu übernehmen, täten sich die meisten Eltern nicht mehr an.

Fußballtrainer Ruppert glaubt zudem, dass sich manche den Job nicht zutrauen würden und will daher jeden ermutigen, der sich eine Arbeit mit Kindern grundsätzlich vorstellen kann. „Ich denke, es gibt einige Leute, die Spaß und Leidenschaft am Vereinssport haben könnten“. Wer sich also beispielsweise beim TSV Brannenburg engagieren möchte, kann sich auf der Webseite informieren oder sich direkt bei Ruppert unter der Telefonnummer 0151 29111938 melden.

Aufruf zu mehr Engagement

Für den Brannenbuger steht eines jedenfalls fest. „Ich war froh, dass immer ein Trainer für uns da war und Zeit mit uns verbrachte.“ Auch wenn die Vereinsarbeit nicht immer leicht sei, so sei sie es für die Kinder und ihre Eltern im Inntal allemal wert.

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