Trachtenverein Pfaffenhofen: Enttäuschung über Absage

Turbulente Szene beim „Räuberpfaff“.

So viel Zeit investiert, so einen Aufwand betrieben – und doch ist alles für die Katz: Der Trachtenverein Pfaffenhofen musste sein Theaterstück „Da Rauberpfaff“ ersatzlos absagen. Corona hat der Aufführung des Laientheaters einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Von Katharina Heinz

Schechen-Pfaffenhofen – „Wir sind sehr enttäuscht, doch es war einfach alternativlos“, sagt Manfred Altenweger vomG.T.E.V. Immergrün Pfaffenhofen. Rund fünf Proben vor dem Termin der Premiere wurde klar: Es kann wegen der Corona-Gefahr und den entsprechenden Beschränkungen nicht gespielt werden. Erst dachte der Verein noch daran, die Aufführungen zu verschieben, irgendwann aber war klar, dass abgesagt werden muss.

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Ungefähr seit Weihnachten des vergangenen Jahres liefen die Vorbereitungen für das Stück. 15 Proben mit den Laiendarstellern von jeweils rund drei Stunden plus Fototermine, Anproben und Bühnenaufbauarbeiten haben die Pfaffenhofener investiert. Zirka 25 Personen haben Zeit und Herzblut in das Projekt gesteckt.

Theaterspielen hat beim Trachtenverein Tradition: Seit 71 Jahren bringen die Trachtler regelmäßig Stücke auf die Bühne.

Ein Räuber wird Pfarrer

Diesmal hätte es ein Ausflug in die Zeit der großen bayerischen Räuber werden sollen. Die Geschichte „Da Rauberpfaff“ spielt zur Zeit des Räubers Kneißl und erzählt von einem Räuberhauptmann, der ungewollt Pfarrer eines kleinen Ortes wird. Neben drei Neulingen auf der Bühne hätte Michael Schlaipfer sein Regiedebüt geben sollen. Die Bühne im Pfleger Theaterstadl war bereit, der Kartenvorverkauf fortgeschritten, die Vorfreude auf die Premiere groß.

Ins Schicksal gefügt

Knapp zwei Wochen davor dann die Enttäuschung: „Corona hat so eine große Dynamik angenommen, dass wir da schon das Gefühl bekommen haben, dass das schlecht für uns ausgehen kann“, so Altenweger. Zunächst habe man gedacht, man könne die Premiere um eine Woche verschieben. Doch Ausgangsbeschränkungen, Kontaktverbote und Co. haben der Theatergruppe schließlich keine Wahl gelassen, als die Aufführungen abzusagen.

Beteiligte fügten sich ins Schicksal

Keiner der Beteiligten habe das Stück um jeden Preis durchziehen wollen, alle hätten sich dem Schicksal gefügt. „Wir haben uns am Abend der Premiere dann zu einer Videokonferenz getroffen und uns zugeprostet, wie wir das nach dem Stück gemacht hätten“, erzählt der Trachtler.

Verschoben auf das nächste Jahr

Schweren Herzens habe man sich schließlich für einen kompletten Schlussstrich entschieden. Denn selbst wenn der Pfleger Theaterstadl im Herbst unerwartet frei sei, müsste man ja die Bühne neu aufbauen und auch nochmal proben. Daher soll „Da Rauberpfaff“ nun im nächsten Frühjahr auf die Bühne kommen. Fraglich sei aber, ob dann alle aus der geplanten Besetzung und auch Spielleiter-Debütant Schlaipfer wieder verfügbar seien.

Karten werden bis 30. Juni erstattet

Immerhin: Finanziell kann der Trachtenverein die Absage stemmen, auch, wenn die Einnahmen ein gutes Polster für das Gautrachtenfest 2023 gewesen wären. Bereits bezahlte Karten können noch bis 30. Juni erstattet werden. Dazu kann man mit der für den Vorverkauf zuständigen Familie Baul unter 08039/9230 telefonisch Kontakt aufnehmen.

Eintrittsgeld als Spenden

Rund 100 bezahlte Karten liegen noch vor. Nicht jeder allerdings wollte sein Geld wiederhaben. „Einige mit bereits bezahlten Karten haben angerufen und gesagt, wir sollen das Geld als Spende behalten“, so Altenweger. Das schließlich kann Corona nicht zunichte machen: Die große Solidarität der Schechener mit ihrer Theatergruppe vom Trachtenverein.

Die Debütanten wären gewesen: Anna Moosbauer als „Annamirl“; Hansi Arnold als „Bräu – Ökonom und Brauereibesitzer“; Michael Huber als „Häflinger – Gendarmarievorsteher“ und Spielleiter Michael Schlaipfer.

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