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Wilderei in Riedering?

Totes Reh verschwindet nach Unfall - und gibt der Polizei Rätsel auf

Ein totes Reh liegt am Straßenrand, im Hintergrund fahren Autos vorbei.
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30 Minuten dauerte es, bis der zuständige Jäger an der Stelle des Wildunfalls war. Vom toten Reh, das wie das Tier auf diesem Symbolfoto am Straßenrand im Gras lag, keine Spur mehr.
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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Ein vom Auto erfasstes Reh verschwindet spurlos. Die Polizei macht sich auf die Spur des toten Tieres. Doch zweieinhalb Tage später löst sich der Fall von selbst.

Riedering - Sonntag früh, 8 Uhr: Auf der Kreisstraße RO5 im Gemeindegebiet kracht es, ein Auto erfasst ein Reh. Das Tier ist sofort tot. Das Reh wird an den Straßenrand gezogen, die Polizei verständigt. Die wiederum ruft den Jagdpächter an. Alles ganz normal.

Als Albrecht von Bodelschwingh eine halbe Stunde später das tote Tier holen will, ist es verschwunden. „Ich weiß nicht einmal, ob es Bock oder Ricke war“, sagt Bodelschwingh 49 Stunden später, am 8. November gegen 9 Uhr. Auch er meldet sich bei der Polizeiinspektion Rosenheim, denn ein bei einem Wildunfall getötetes Tier mitzunehmen ist kein Kavaliersdelikt. „Das ist Wilderei“, so Bodelschwingh - und damit eine Straftat. Nachzulesen im Strafgesetzbuch, §292.

Polizei ermittelt gegen Unbekannt

Er habe eine Autospur gesehen, die darauf schließen lässt, dass sich jemand mit erhöhter Geschwindigkeit entfernt habe, so Bodelschwingh. Eine Spur, die auch die Polizei interessiert. Denn die ermittelt gegen Unbekannt. Wobei der Täterkreis eingeschränkt ist. „Wer sich nicht selber auskennt oder jemanden weiß, der das Tier fachgerecht zerlegen kann, nimmt es doch nicht mit“, so Erster Polizeihauptkommissar Robert Maurer.

Das Mitnehmen wäre die leichteste Übung. Rehe werden nur 55 bis 85 Zentimeter Schulterhöhe groß, wiegen maximal 35 Kilo schwer. Sie sind handlich - und schnell im Kofferraum verschwunden. „Wenn es dann noch bei Nacht und Nebel ausgeladen wird, bekommt niemand etwas mit“, so der Jagdbeauftragte der Firma Hamberger, der das Revier gehört.

Der Sachschaden eines toten Rehs liegt je nach Größe bei 50 bis 100 Euro. Bis dann ein Stück Fleisch in Topf oder Pfanne liegt, muss das Tier ausbluten. Dann muss es aus der Decke geschlagen werden, wie die Jäger es nennen, wenn man einem Reh das Fell über die Ohren zieht. Dann noch ausnehmen und portionieren, das dauert. Und es kostet, angesichts des Bambi-Blicks, Nerven. Weswegen der Metzger für nicht mal zwei Kilo ausgelösten Rehrücken so viel nimmt, wie das ganze Tier wert ist.

Wobei kein Metzger ein Tier nehmen würde, das bei einem Wildunfall getötet wurde. Auch Albrecht von Bodelschwingh darf diese Tiere nicht verwerten. „Die müssen beseitigt werden.“ Nachdem ihm in diesem Jahr aber schon einmal ein überfahrenes Reh abhanden kam, erstattete von Bodelschwingh nun Anzeige wegen Wilderei.

Rätsel löst sich auf

Die hat sich 51 Stunden nach der Tat erledigt. Am Dienstag, 8. November, meldet sich der Jagdpächter des Nachbarreviers. Er war von der Polizei benachrichtigt worden. Der Wildunfall hatte sich genau auf der Reviergrenze ereignet. Albrecht von Bodelschwingh wurde vom Gutsverwalter des Filzenhofs alarmiert. Denn der kam just in der halben Stunde, die das Tier am Straßenrand lag, an dem Reh vorbei. Also rückten zwei Jäger aus, sich des toten Rehs anzunehmen. Der falsche war schneller.

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