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Grenzverkehr während Corona

Tirol kein Virus-Variantengebiet mehr: Für Pendler aus der Region bleibt aber vorerst alles beim Alten

Endstation Kiefersfelden: Frühestens ab Montag, 12.April, rollen die Meridian-Züge wieder bis Kufstein über die Grenze nach Tirol.
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Endstation Kiefersfelden: Frühestens ab Montag, 12.April, rollen die Meridian-Züge wieder bis Kufstein über die Grenze nach Tirol.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Seit Sonntag gilt Tirol nicht länger als Virus-Variantengebiet. Seitdem ist die Einreise nicht länger auf bestimmte Personengruppen beschränkt, die hierfür vorher eine Ausnahmegenehmigung bei den Gesundheitsbehörden beantragen mussten. Dennoch ändert sich in den kommenden Tagen wohl vorerst nichts.

Rosenheim – Denn: Die alte Regelung wirkt nach. Damit muss jeder Pendler, der sich noch zehn Tage vor dem jüngsten Sonntag in Tirol aufgehalten hat unter die alten Regeln und muss seine Einreise nach Bayern anmelden und einen negativen Corona-Test nachweisen.

Danach gilt: Nur wer glaubhaft machen kann, dass er lediglich auf der Durchreise durch Tirol gefahren ist, ist von der Anmelde- und Testpflicht befreit. Gleiches gilt für Berufspendler, und jene, die sich weniger als 24 Stunden in Tirol aufgehalten haben. Auch Tiroler, die, die sich weniger als 72 Stunden in Deutschland aufhielten, um dort Verwandte zu besuchen, müssen künftig nicht länger fürchten, auf bayerischer Seite in Quarantäne zu müssen.

Zug bis nach Kufstein frühestens nach den Osterferien

In Sachen Zugverkehr ruht jedoch auch vorerst still der See: Die Verbindung zwischen München und Kufstein endet auch nach der Neubewertung Tirols in Sachen Corona bis auf Weiteres in Kiefersfelden. Das Problem für den Betreiber der Strecke – die Bayerische Oberlandbahn (BOB): Noch weiß niemand, wie Kontrollen durch die Bundespolizei künftig ausfallen könnten: Fahren die Beamten im Zug mit oder müssten die Bahnen im Bahnhof warten, bis jedes Dokument geprüft ist?

Lesen Sie auch: Liebe im Lockdown an der Grenze: Einreisebestimmungen trennen Paare aus der Region und Tirol (Plus-Artikel ovb-online.de)

Nur bei der ersten Variante könne sich der technische Geschäftsführer der BOB, Arnulf Schuchmann vorstellen, die Züge wieder nach Tirol einfahren zu lassen, ohne mit nennenswerten Verspätungen rechnen zu müssen. Frühestens nach dem Ende der Osterferien ab Montag, 12. April, wäre Kufstein dann wieder direkt ab München erreichbar.

Unsicher wirkende Grenzbeamte

Verwirrung herrscht auch beim Bürgermeister der Gemeinde Neubeuern, Christoph Schneider, der aus der Tiroler Gemeinde Erl zu seinem Arbeitsplatz im Rathaus pendelt. Er berichtet von Grenzbeamten, die verunsichert wirkten, welche Regeln aktuell eigentlich gelten. Während er vorgestern noch kontrolliert worden sei, hätten Nachbarn berichtet, dass sie die Grenze ohne Behinderung hätten passieren können.

Erleichterung in Oberaudorf

„Wir sind schon erleichtert, dass die Grenzen ab demnächst wieder durchgängiger sind, dass Menschen ihrem Tagwerk nachgehen und ihre Verwandtschaft besuchen können“, kommentiert Oberaudorfs Bürgermeister Dr. Matthias Bernhardt die neue Situation. Die Region sei in den vergangenen Jahrzehnten eng zusammengewachsen. „Die Grenze hat für uns so nicht mehr existiert“, meint der Rathauschef. Betriebe, Kindergärten, Schulen: Ob diese auf bayerischer oder tiroler Seite lägen, mache längst keinen Unterschied mehr.

Für die Bundespolizei ändere sich am Arbeitsaufkommen bis auf Weiteres nichts, wie der Sprecher der Rosenheimer Bundespolizeiinspektion, Rainer Scharf, schildert. „Wir kontrollieren, ob sich Personen aus Tirol vor der Einreise angemeldet haben und der Testpflicht nachkommen – oder nachkommen wollen“, sagt Scharf.

Corona-Test nachholbar

Denn auch das ist neu: Den negativen Corona-Test können Pendler nach Deutschland noch bis zu 48 Stunden nach der Einreise nachholen. Für die kommenden Tage rechnet der Bundespolizist nicht damit, dass sich die Zahl der Kontrollen durch seine Kollegen nennenswert reduziert. Erst wenn die besagte Zehn-Tages-Frist abgelaufen ist, könnte das Arbeitsaufkommen für die Grenzschützer allmählich wieder abflachen.

Die Regeln zur Einreise aus Risikogebieten

Von der Anmeldepflicht sind unter anderem Personen befreit:

• die lediglich durch ein Risikogebiet ohne Zwischenhalt gereist sind
• die nur zur Durchreise nach Deutschland einreisen und die Bundesrepublik auf schnellstem Wege wieder verlassen
• die sich weniger als 24 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder für bis zu 24 Stunden nach Deutschland einreisen
• die beruflich bedingt grenzüberschreitend Personen befördern bzw. Waren oder Güter transportieren
und
• Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres

Von der Testnachweispflicht sind unter anderem Personen befreit:

• die keine digitale Einreiseanmeldung benötigen
• die als Grenzpendler und Grenzgänger unterwegs sind
• die sich weniger als 72 Stunden in Deutschland aufhalten
• die einen Verwandten ersten Grades, den nicht dem gleichen Hausstand angehörenden Ehegatten, Lebenspartner oder Lebensgefährten besuchen oder ein Kind, für das ein Sorge- beziehungsweise Umgangsrecht besteht
und
• die eine für die Aufrechterhaltung des Gesundheitswesens dringend erforderliche Tätigkeit ausüben und dies mittels einer Bescheinigung etwa des Arbeitgebers nachweisen können

Keine Einreiseanmeldung benötigen (bei Aufenthalt weniger als 72 Stunden):

• Grenzpendler und Grenzgänger
• Besucher von Verwandten ersten Grades, Ehegatten und -frauen sowie Lebenspartnern und Kindern, sofern ein Umgangsrecht besteht
• Personen, deren Tätigkeit für die Aufrechterhaltung des Gesundheitswesens dringend erforderlich ist

Zudem gilt:

• Grenzgänger müssen ihre Einreise nach Deutschland seit dem 30. März nur noch einmal wöchentlich digital anmelden.
• Bis zum Ablauf des 5. April gilt für Personen, die sich vor dem 28. März in Tirol aufgehalten haben, generell noch eine ausnahmslose Anmelde- sowie Testnachweispflicht beim Grenzübertritt.

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