„KEINE GEFAHRENLAGE“

Tempo 30 in Eggstätt? Landratsamt Rosenheim lehnt Vorhaben des Gemeinderats ab

Kein Tempo 30 im Ortsbereich Eggstätt: Das Landratsamt Rosenheim hat das Vorhaben der Gemeinde, in einigen Bereichen ein Tempolimit auszuweisen, jetzt abgelehnt.
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Kein Tempo 30 im Ortsbereich Eggstätt: Das Landratsamt Rosenheim hat das Vorhaben der Gemeinde, in einigen Bereichen ein Tempolimit auszuweisen, jetzt abgelehnt.
  • vonElisabeth Kirchner
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Das Landratsamt Rosenheim hat das Vorhaben der Gemeinde Eggstätt, in Teilen der Kommune Tempo 30 einzuführen, abgelehnt. Als Begründung gibt die Behörde an, dass dort „keine Gefahrenlage“ bestehe. Was wiederum Bürgermeister Christian Glas ärgert: „Anscheinend muss erst was passieren.“

Eggstätt – Vorerst wird es keine Tempobeschränkung auf 30 Stundenkilometer in Eggstätt geben. Das teilte Bürgermeister Christian Glas (FB) jetzt auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderats mit. Das Landratsamt Rosenheim habe den gemeindlichen Antrag abgelehnt, so Glas weiter.

Siegsdorf als Beispiel angeführt

In der Dezember-Sitzung hatte großes mehrheitliches Einvernehmen unter den Gemeinderatsmitgliedern geherrscht, im Ortsbereich Eggstätt von der Priener Strasse 3 bis zur Obinger Strasse 16 Tempo 30 einzuführen und dies beim Landratsamt zu beantragen. Die Gemeinde Siegsdorf wurde seinerzeit als Beispiel angeführt, die Tempo 30 im Ortskern bei den Behörden durchgesetzt hatte.

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Mitte Januar kam nun die Antwort aus dem Landratsamt. Darin heißt es unter anderem, dass die Kreisstraße RO 15 dem überörtlichen Verkehr diene und dass mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf dieser Art von Straßen immer zu rechnen sei. Da im genannten Innerortsbereich keine Gefahrenlage festzustellen sei, und somit die Gründe für eine Gefahrenlage entfielen, werde der Antrag abgelehnt.

Anwohner schreibt an die Gemeinde

Zwischenzeitlich war ein weiteres Schreiben bei der Gemeinde eingegangen, in dem Anwohner der Eggstätter Priener Straße um eine Verlängerung der Tempo-30-Zone bis weit über den Kreuzungsbereich der Dr. Köberle-Straße zur Johann-Schmid-Straße hinaus baten. Jakob Illi (Grüne) hatte sich bereits im Dezember dafür stark gemacht, in der Seeoner Straße im Bereich des Kindergartens ebenfalls eine Tempo-30-Zone einzurichten, und wiederholte seine Forderung, im Kernbereich an der Seeoner Straße (Nähe Kindergarten) Tempo-30 zu beantragen. Illi erklärte weiter, dass es mittlerweile einen Antrag der Grünen-Landtagsfraktion gebe, in dem generell ein Tempo 30 in der Nähe von Schulen gefordert werde.

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Gerhard Eder (ÜWG) bat, den Brief des Landratsamtes im Gemeindeblatt zu veröffentlichen, „damit die Bürger sehen, dass wir uns einsetzen“. Katharina Weinberger (Grüne) forderte Überquerungshilfen an mehreren Stellen an der Priener Straße, um den Verkehr zu verlangsamen. Marianne Schönhuber (ÜWG) bat um eine Querungshilfe beim Kindergarten Seeoner Straße.

Speedbumps als Alternative?

Christoph Stöger (Grüne) hingegen favorisierte sogenannte Speedbumps, wie sie beispielsweise in Neuseeland anzutreffen seien. Die Bodenwellen sorgten für ein langsames Fahren. Der Forderung nach Bodenwellen widersprachen Bürgermeister Christian Glas (FB) und mehrere Mitglieder anderer Fraktionen. Hans Plank (CSU) bezeichnete Bodenwellen als „nicht gut“, sei es für Traktoren oder den Schwerlastverkehr. Auch Grünen-Fraktionskollege Illi lehnte die Speedbumper ab. Thomas Nitzinger (FB) meinte, dass die Bodenwellen mit dem ständigen Anfahren und Abbremsen „für mehr Lärmbelästigung sorgen“.

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Im Allgäu gelte, so sein Vorschlag, in vielen Orten ein Tempo 40, ein Angebot, das allen Verkehrsteilnehmern zugutekomme und dass seiner Erfahrung nach beherzigt werde. Bene Langl (CSU) hingegen favorisierte als einziger das Beibehalten der innerörtlichen 50 km/h-Regel. Der Verkehr müsse rollen.

Bürgermeister will nicht aufgeben

Bürgermeister Glas betonte zum Ende der Debatte, dass die Ablehnung durch das Landratsamt nicht bedeute, aufzugeben. Glas: „Anscheinend muss erst was passieren.“ Die Verkehrsüberwachung an den vier Messstellen Obinger Straße, Seeoner Straße (Höhe Kindergarten), Weisham und Meisham werde hoffentlich „was bringen“. Die Zeit spiele für die Gemeinde. Er werde das Thema auch bei einem Termin mit dem Bauamt des Landratsamtes erneut anschneiden. Denn, so Glas: „Steter Tropfen höhlt den Stein.“

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