LESERFORUM

Ein Stück Dorfgeschichte wird weggebaggert

Leserbrief zum Bericht „Quest-Projekt nimmt nächste Hürde“ im Lokalteil:

Die im Artikel zutreffend beschriebene Gemeinderatssitzung haben wir – als desig nierte Bauernopfer und zum Schweigen verpflichtet  – mühsam ertragen. Wir können jetzt erahnen, aus welchen Beweggründen ein erstes Wohnviertel à la Quest, mitten in unser noch ländlich geprägtes Dorf gezwängt werden soll.

Dass dafür – nach dem bereits entfernten Bienenhaus – mit Apfelbäumen auch ein Stück Schechener Dorfgeschichte weggebaggert werden soll, will der Bauherr also mit dem Slogan „wohnen statt ernten“ verbrämen; passender wäre wohl „ernten durch wohnen lassen“. Leider wurde in dem Bericht nicht weiter dargelegt, warum „das Projekt die Anwohner sehr betreffe“, da die in unserer Eingabe an den Gemeinderat dargelegten, zu erwartenden Kollateralschäden nicht Thema der Sitzung waren. Eine Ausnahme war die Tatsache, dass Quest die Einfahrt zur „Tiefgarage“ auf die Grenze zu unserem Grundstück und sechs Metern vor unsere Terrasse bauen möchte – wir hatten auf täglich und nächtlich zu erwartenden Lärm und Ab-gase hingewiesen.

Herr Rausch trug vor, dies sei für uns zumutbar, da etwa durch unseren Kastanienbaum genug Abgrenzung gegeben sei. Sicher war ihm nicht bewusst, dass dieser Baum uns schon deswegen nicht vor Lärm und Abgasen schützen könnte, weil man seine Wurzeln kappen will. Ihn hat wohl irritiert, dass der vor 18 Jahren mit Kindern gepflanzte Baum im Modell von Quest ebenso weiter zu sehen ist wie das entfernte Bienenhaus.

Wie berichtet, liegt unseren Nachbarn das Angebot vor, diesen Alptraum ohne eigene Nachteile durch einen Grundstückstausch zu beenden. Leider mussten wir von Herrn Adam in der Sitzung erfahren, dass sie dazu nicht bereit seien.

Uwe Reimer

Schechen

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