Stephanskirchener Rat schier begeistert vom Entwurf für Neubau der Otfried-Preußler-Schule

Die Decke über dem Amphitheater, in dem jüngst der Gemeinderat an der Otfried-Preußler-Schule tagte, wird weitgehend geschlossen und so Platz für eine erweiterte Mittagsbetreuung geschaffen.
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Die Decke über dem Amphitheater, in dem jüngst der Gemeinderat an der Otfried-Preußler-Schule tagte, wird weitgehend geschlossen und so Platz für eine erweiterte Mittagsbetreuung geschaffen.

Voller Lobes waren die Stephanskirchener Gemeinderäte über den Entwurf zum Grundschulneubau an der Otfried-Preußler-Schule. Zwar kostet das Bauvorhaben gut eine Million mehr als angesetzt, dennoch stimmte der Rat mit einer Gegenstimme für das Projekt.

Von Sylvia Hampel

Stephanskirchen – „Ich bin schlichtweg begeistert“, „Sehr, sehr gut gelungen“, „Ein toller Entwurf“, „Faszinierend“ – Bürgermeister und Gemeinderäte schlugen schier Purzelbäume, als Architekt Richard Kröff in der jüngsten Sitzung seinen Entwurf zum Neubau der Grundschule an der Otfried-Preußler-Schule (OPS) vorstellte. Für die Machbarkeitsstudie habe er schlicht die Schule der 60er-Jahre weitergestrickt, bekannte Kröff. „Und dann trat Florian Burggraf auf den Plan und die Lernzentren tauchten auf.“ Und der Wunsch nach einer Aula wurde laut – zumal die Mittelschul-Aula zugunsten der Mittagsbetreuung und der Erweiterung der Mensa komplett umgestaltet wird.

Platz für neue zweistöckige Aula

Kröff plante um. Weitete auf, schaffte Luft. Von oben sieht die neue Grundschule aus, wie ein leicht schiefes V. Damit war Platz für eine 220 Quadratmeter große zweistöckige Aula. An der Schmalseite, die zur Bushaltestelle zeigt, ist der Haupteingang zur neuen Grundschule. Inklusive Aufzug. Gleich am Haupteingang geht es durch den Stiefelgang der Turnhalle hinüber in die alte Aula. Oder geradeaus in die neue, sich weitende Aula, zu zwei Klassenzimmern samt Nebenraum und gemeinsamem Lernzentrum, zu Sanitärräumen, einem Raum für den Hausmeister, Lagerräumen, einer Umkleide und einer großen Garderobe.

Grundschule wird mehr „eigene Schule“

Im Obergeschoss gibt es zwei weitere Klassenzimmer mit Nebenraum, ein Lernzentrum, ein Lehrerzimmer, einen Besprechungsraum, eine Teeküche, einen Lehrmittelraum, eine Bibliothek, Sanitärräume und eine weitere große Garderobe. Er habe diese Räume, in der Machbarkeitsstudie so nicht vorgesehen, so Kröff, weil die Grundschule nun viel mehr „eine eigene Schule“ sei, als bisher. Das bestehende Treppenhaus kann in da Flucht- und Rettungswege-Konzept integrieret werden, das habe er mit den Verantwortlichen für den Brandschutz im Landratsamt schon geklärt, so Kröff.

Gemeinderäte voller Lob für den Entwurf

Stephan Mayer (Parteifreie) erklärte, das sei der dritte Neubau einer Schule, den er beruflich oder kommunalpolitisch erlebe und das sei der mit Abstand beste Entwurf, „vor allem die Aula ist ein Meilenstein“. Er finde es klasse von Kröff, dass dieser den Behindertenbeauftragten der Gemeinde gleich mit eingebunden habe.

Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie) und UF-Vorsitzende Petra Schnell waren von der guten Anbindung des Neubaus an den Bestand ausgesprochen angetan und Johannes Lessing (Die Grünen) fand die gelungene Verbindung von Pädagogik und Architektur faszinieren. „Dass es dann noch ein Holzbau ist – umso besser.“

Gut eine Million teurer als geplant

Friedrich Kreutz (AfD) äußerte Bedenken wegen des Flachdachs, da gebe es über kurz oder lang immer Probleme. Müsse nicht sein, so Kröff, denn da habe sich technisch viel geändert. „Mein ältestes Flachdach ist 25 Jahre alt und bis heute ohne Mängel.“ Herbert Bauer (Parteifreie) entlockte den Baufachleuten ein breites Grinsen mit seinem trockenen Einwurf „Edelstahl drauf und es ist Ruh‘. Und zwar für ziemlich lange Zeit.“

Gerhard Scheurer (Parteifreie) fragte nach der Finanzierung des Neubaus, der aufgrund der zusätzlichen Räume und des Mehraufwandes bei der Gestaltung der Außenflächen durch die Verlegung von Parkplätzen nun mit 5,6 Millionen Euro eine gute Million teurer wird als die Machbarkeitsstudie. Laut Kämmerer Philipp Brück sind für die nächsten Jahre im Haushalt entsprechende Mittel eingeplant. Über Zuschüsse müsse mit der Regierung von Oberbayern noch geregelt werden. Geschäftsleiter Georg Plankl wies darauf hin, dass diese von der Finanzkraft der Kommune abhängen, damit für Stephanskirchen meist bei relativ niedrigen 20 bis 25 Prozent liegen.

Entwurf mit einer Gegenstimme abgesegnet

Gegen die Stimme von Thomas Hoffmann (CSU) beschloss der Gemeinderat, mit dem vorgelegten Entwurf in die weitere Planung zu gehen.

Janna Miller (Die Grünen), die wie fast alle Kollegen angetan von der Planung war, freute sich schon auf einen „supertollen Parkplatz. Da können wir mal so richtig zeigen, wie man’s macht! Und perfekte Fahrradparkplätze für Kinder bauen.“ Kröff versicherte lachend, dass sich die Gemeinde dafür mit Harald Niederlöhner den perfekten Landschaftsplaner ausgesucht habe: „Selber wahnsinnig kreativ und ein Büro voller planender Mütter.“

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