Als dritte Gemeinde im Landkreis

Beschluss im Gemeinderat: Stephanskirchen will fahrradfreundlich werden

Roter Schutzstreifen für Radfahrer: Stephanskirchen hat – wie hier an der Einmündung Wasserburger-/Salzburger Straße schon die eine oder andere Maßnahme zur Verbesserung des Radverkehrs ergriffen, mit einer Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen soll die Situation noch besser werden.
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Roter Schutzstreifen für Radfahrer: Stephanskirchen hat – wie hier an der Einmündung Wasserburger-/Salzburger Straße schon die eine oder andere Maßnahme zur Verbesserung des Radverkehrs ergriffen, mit einer Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen soll die Situation noch besser werden.
  • Sylvia Hampel
    vonSylvia Hampel
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Die landesweite Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen hat im Landkreis bisher zwei Mitglieder: Kolbermoor und Bruckmühl. Stephanskirchen will das dritte regionale Mitglied werden, erhofft sich eine Lösung der Staatsstraßenproblematik.

Stephanskirchen – Die Gemeinde will ganz offiziell eine fahrradfreundliche Kommune werden. Dafür hatte sich schon der Umwelt- und Verkehrsausschuss ausgesprochen, der Gemeinderat tat dies nun auch.

Die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) nimmt nicht einfach so jeden auf, der dies gern möchte. Wie der Prozess vonstatten geht, darüber hatte Martin Korndoerfer, Klimaschutzbeauftragter in Kolbermoor, die Kommunalpolitiker informiert. Kolbermoor und Bruckmühl sind bisher die einzigen AGFK-Mitglieder im Landkreis.

Landesweites Netz aus 77 Kommunen

77 bayerische Landkreise, Städte und Gemeinden gehören aktuell dem Netzwerk an, das laut Korndoerfer auf eine Initiative der Staatsregierung zurückgeht. Dem Antrag auf Mitgliedschaft folgt eine „Vorbereisung“, eine Art Bestandsaufnahme, so Korndoerfer. Da werde geschaut, was schon vorhanden ist, was dringend erledigt werden müsse, wo Gefahrenpunkte sind, was in ein Radwegekonzept einfließen kann und muss.

Kolbermoor brauchte vier Jahre

Von heute auf morgen gehe das nicht, so Korndoefer, in Kolbermoor habe der Prozess vier Jahre gedauert. Er habe sich aber neben seiner Aufgabe als Klimaschutzmanager darum gekümmert. Es könne auch schneller gehen, wenn Stephanskirchen die Sache entsprechend vorantreibe.

Die Mitgliedschaft in der AGFK – ein „Zusammenschluss der Willigen“ – halte er für sinnvoll, so Korndoefer. Auch, weil die AGFK einen sehr kurzen Draht ins Verkehrsministerium habe.

Bessere Lösung für Radwege

Der Radverkehrsbeauftragte der Gemeinde, Frank Wiens, hält es angesichts von fünf Staatsstraßen im Gemeindegebiet für gut, sich das Expertenwissen und den Blick von außen der AGFK zunutze zu machen. Dr. Nicole Eckert (Die Grünen) wollte wissen, ob die AGFK da tatsächlich helfen könne, was Korndoerfer bejahte: In Kolbermoor habe der Planer des Verkehrskonzeptes ganz schnell klar gemacht, dass Radwege nicht unbedingt an Staatsstraßen laufen müssten, dass es oft viel bessere Lösungen gebe. Das stieß bei den Gemeinderäten auf sichtbares Interesse.

Beschleunigungfür Radschnellweg

Hubert Lechner (Parteifreie) hofft, dass eine AGFK-Beitritt auch bei der Umsetzung des Radschnellweges Stephanskirchen-Bruckmühl helfen könnte.

Der Mitgliedsantrag hat finanzielle Folgen, wie Geschäftsleiter Georg Plankl auf Nachfrage erklärte. Der Jahresbeitrag beläuft sich auf etwa 1500 Euro. Das Radwegekonzept und seine Umsetzung seien noch nicht zu beziffern. Dennoch entschied sich der Gemeinderat einstimmig dafür den Mitgliedsantrag bei der AGFK zu stellen.

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