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Biodiversität rund ums Haus

Stephanskirchen sucht den Gartenmeister: Bunte Vielfalt ist gewünscht

Ob bunter Bauerngarten oder vielfältiger Ziergarten – an der Stephanskirchner Gartenmeisterschaft können beide Varianten teilnehmen.
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Ob bunter Bauerngarten oder vielfältiger Ziergarten – an der Stephanskirchner Gartenmeisterschaft können beide Varianten teilnehmen.
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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Schottergärten und Mähroboter? In einer Biodiversitätsmodellgemeinde? Geht gar nicht, finden Umweltfachfrau Karin Gall und Bürgermeister Karl Mair – der seine wenige Freizeit meist im Garten verbringt. Also entwickelte Karin Gall nach der „Stephanskirchner Wiesenmeisterschaft“ nun die Gartenmeisterschaft.

Stephanskirchen – Die Gartenmeisterschaft löste damit im Umwelt- und Verkehrsausschuss der Gemeinde eine unvermutete Diskussion aus. Nicht, weil die Ausschussmitglieder Schottergärten so schön finden. Nein, die Gartenmeisterschaft erinnerte einige Gemeinderäte zu sehr an das Spießertum, das Schrebergartenkolonien noch immer nachgesagt wird.

Stephan Mayer (Parteifreie Bürger) versicherte Karin Gall, dass er ihre Arbeit als Klimaschutz- und Biodiversitätsbeauftragte in der Gemeindeverwaltung sehr wohl zu schätzen wisse, aber die Gartenmeisterschaft könne er nicht befürworten, „das hat mir zu viel von Kleingartenverein, der kontrolliert, was die Leute in ihrem Garten machen“. Der stellvertretende Bürgermeister Robert Zehetmaier (Bayernpartei) fand schon die heuer erstmals ausgetragenen Wiesenmeisterschaft „nicht so gelungen“ und er sei inhaltlich ganz bei Mayer. Beide Männer haben nach eigener Aussage einen bunten und insektenfreundlichen Garten.

Viele Gärten in Stephanskirchen

„Ich halte es für sehr wichtig, das Thema artenreiche Gärten in die Fläche zu bringen, in private Gärten und die Grünflächen an Wohnblöcken“, so der Bürgermeister. In Stephanskirchen gebe es sehr viele Gärten und damit ein großes Potential für Artenvielfalt. Mair nannte den Lehr- und Selbstversorgergarten des Obst- und Gartenbauvereins in Gehering als gutes Beispiel. Gerade in einer Biodiversitätsgemeinde seien bunte und tierfreundliche Gärten ein wichtiger Baustein.

Dritte Bürgermeisterin Steffi Panhans (SPD) fand die Gartenmeisterschaft nicht nur gutes Marketing, sondern auch Motivation und Wertschätzung der Arbeit der Gartenbesitzer.

Auf Nachfrage von Zehetmaier, wer denn die Gärten bewerte, sagte Karin Gall, dass sie dafür unter anderem die Fachberatung vom Landratsamt sowie andere Experten einbinden werde.

Keine Dünger, keine Mähroboter

In allen Gärten, die angemeldet werden, muss auf chemisch-systemische Dünger, chemische Pflanzenschutzmittel und torhaltige Substrate ebenso verzichtet werden wie auf Mähroboter, Laubbläser und -sauger. Alle Gärten müssen ökologisch sehr vielfältig sein.

Kann-Kriterien sind blühende Stauden und Blumen, variantenreiche Strauchhecken und Gehölze, Vielfalt der Lebensräume, extensive Grünflächen und Wiesenelemente, „wilde Ecken“, Wildkräuter, im nutzgarten auch Gemüse- und Kräuterbeete, Kompostierung, naturnahe Bodenpflege, Beerensträucher, Obstbäume, Regenwassernutzung und ressourcenschonende Materialwahl. Für die Gärten mit der gelungensten Artenvielfalt bei Flora und Fauna gibt es Geldpreise.

Der Umwelt- und Verkehrsausschuss beschloss letztlich mit sechs gegen drei Stimmen, 2022 eine Stephanskirchner Naturgarten-Meisterschaft auszurufen.

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