Stephanskirchen: Solide finanzielle Basis hält Corona stand

Der Haushalt 2020 der Gemeinde Stephanskirchen hat aller Voraussicht nach Bestand, ein Nachtragshaushalt wird wohl nicht nötig.
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Der Haushalt 2020 der Gemeinde Stephanskirchen hat aller Voraussicht nach Bestand, ein Nachtragshaushalt wird wohl nicht nötig.

2,35 Millionen Euro strich Kämmerer Philipp Brück Ende März/Anfang April mal eben aus dem Haushalt der Gemeinde. Auf der Einnahmenseite, bei der Gewerbesteuer und beim Einkommenssteueranteil. Seine Reaktion auf die Corona-Pandemie erwies sich im Nachhinein als richtig.

von Sylvia Hampel

Stephanskirchen – Bei derVerabschiedung des Gemeindehaushaltes war vereinbart worden, dass Brück noch vor der Sommerpause einen Zwischenbericht gibt, so dass die Gemeinde notfalls mit einem Nachtragshaushalt reagieren könnte. In der Sitzung des Gemeinderates Ende Juli stellte Brück die aktuelle Lage vor.

Der Kämmerer reagierte richtig

Bei den beiden größten Einnahmeposten hatte Brück richtig gelegen. Seine geänderten Ansätze treffen sich mit den tatsächlichen Einnahmen. Beim Einkommenssteueranteil, laut Brück auf lange Frist wohl der größte Einnahmeposten der Gemeinde, wird sein korrigiertes Ergebnis vermutlich sogar übertroffen. Da sei aber noch nicht ganz abzusehen, so der Kämmerer, denn die Summe werde auf vier Raten verteilt übers Jahr ausgezahlt.

Die vier Millionen Euro Gewerbesteuer, die Brück korrigiert ansetzte, werden wohl erreicht, denn es gebe bei den mittleren und größeren Steuerzahlern der Gemeinde keine Häufung von Insolvenzen und auch die Stundungsanträge bei mittleren und kleineren Zahlern längen insgesamt nicht einmal bei 80 000 Euro.

Die Mitarbeiter sparen

Bei den Ausgaben liege die Gemeinde beim gut 21 Millionen starken Verwaltungshaushalt, also bei den laufenden Kosten, deutlich unter dem Ansatz. Seine Kollegen seien sehr umsichtig mit den Ausgaben, hätten aktuell eine knappe Million weniger ausgegeben als angesetzt. Ganz so wird es nicht bleiben, denn im zweiten Halbjahr kommen Ausgaben wie zum Beispiel das Weihnachtsgeld für das Personal auf die Gemeinde zu.

Investitionen im gesteckten Rahmen

Die Ausgaben im Vermögenshaushalt für die geplanten Investitionen der Gemeinde bewegen sich laut Brück im gesteckten Vier-Millionen-Rahmen.

Ja, es sei denkbar, dass sich im weiteren Jahresverlauf noch Einschnitte ergeben, die ein Nachjustieren nötig machten, sagte Brück. So ganz groß erschien ihm die Gefahr aber nicht, denn er meinte vorsichtig optimistisch: „Es sieht so aus, als hielte der Haushalt 2020“.

Corona-Pandemie noch jahrelang zu spüren

Spannender als der Haushalt 2020 ist für Brück heute schon fast der Haushalt 2021. Vor allem der Kassensturz der Unternehmen zum Jahresende und damit die Prognose für die Gewerbesteuereinnahmen im kommenden Jahr, interessieren den Kämmerer brennend. Brück geht davon aus, dass sich die Corona-Pandemie im kommenden Jahr deutlicher bemerkbar machen wird, als dieses Jahr. Auch weil völlig offen sei, wie sich die Kreisumlage, die die Gemeinden zahlen müssen, entwickeln wird.

Vorsichtiger planen

Brück geht davon aus, dass die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie die Kommunen noch Jahre begleiten werden. Steuerpolitische Maßnahmen der Regierungen, um Belastungen aus der Corona-Pandemie aufzufangen, hält Brück für denkbar. Das seien aber derzeit nur Thesen. Deswegen werde er in den kommenden Jahren die Einnahmen aus Gewerbesteuer und Einkommenssteueranteil vorsichtig veranschlagen, kündigte Brück an.

„Können Corona-Pandemie aussitzen“

Fragen gab es zur Bekanntgabe des Kämmerers keine, aber sichtliches Aufatmen bei den Gemeinderäten bei Brücks Fazit zur finanziellen Lage der Gemeinde: „Wir haben die Rücklagen, um mittelfristig die Auswirkungen der Corona-Pandemie auszusitzen.“

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