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Entscheidung in Gemeinderatsstitzung

Stephanskirchen will als Modellgemeinde Artenvielfalt fördern

Die Filzengebiete in der Gemeinde sind Schatztruhen in Sachen Artenvielfalt, Heimat vieler gefährdeter Tier- und Pflanzenarten.
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Die Filzengebiete in der Gemeinde sind Schatztruhen in Sachen Artenvielfalt, Heimat vieler gefährdeter Tier- und Pflanzenarten.
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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Brenner-Nordzulauf, Atommüllendlagersuche, - Artenvielfalt? „Jetzt erst recht“, befand Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie) in der jüngsten Gemeinderatssitzung dazu. Kurz darauf stand fest, dass die Kulturlandschaft, die Filzengebiete und die Kulinarik bis 2024 Handlungsschwerpunkte sind.

Stephanskirchen – Stephanskirchen ist eine von zehn bayerischen Gemeinden auf dem „Marktplatz der biologischen Vielfalt“. In den vergangenen zwei Jahren wurden – mit Bürgerbeteiligung – Themen, Ideen und Handlungsfelder gesucht und gefunden, in diesem Jahr geht es vor allem um die Ausarbeitung der Maßnahmen für die nächsten Jahre. Dafür hat man sich in der Gemeinde auf zwei Schwerpunkte geeinigt: auf „Kulturlandschaft und Kulinarik“ und auf die Filze als Hotspot-Lebensräume, so Mair.

Die ersten Projekte laufen schon

Einzelne Projekte laufen bereits, so hängen im Gemeindegebiet 200 Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse, es gibt ein Konzept für die kommunalen Blühflächen inklusive Wiesenmeisterschaften, im Ortsteil Eitzing wurde auf 4500 Quadratmetern eine Hecke gepflanzt, private Waldbesitzer werden von einem Förster beim Umbau von Monokulturen zu Mischwäldern beraten, die Simsseezuläufe werden auf Nährstofftrachten untersucht und es gibt ein gemeindliches Förderprogramm für Fassaden- und Dachflächenbegrünung – natürlich begrünt auch die Gemeinde etliche ihrer eigenen Immobilien.

Themenschwerpunkte vorgestellt

Thomas Schwarz vom Büro „Landimpuls“ stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung für die beiden Themenschwerpunkte „Kulturlandschaft und Kulinarik“ und „Hotspot-Lebensräume Filze“ den Fahrplan vor.

Biotope verbinden, Streuobst anpflanzen

So werden unter der Überschrift „Kulturlandschaft“ alle vorhandenen Biotope sowie deren Verbundstruktur erfasst, wo Verbundstrukturen fehlen, sollen diese geschaffen werden. Kartiert werden auch Streuobstflächen im Gemeindegebiet, „nach Möglichkeit wird die Pflanzung verstärkt“, so Schwarz. Geplant sind Beratungsgespräche mit Landwirten, Schäfern und Grundeigentümern sowie Workshops, Seminare, Vorträge und Gruppenberatungen. Ausgewählte Betriebe bekommen eine individuelle Beratung zum Aufbau von „Höfen der biologischen Vielfalt“. Für Flächen im Besitz de Gemeinde wird ein Artenvielfaltskonzept erstellt und nach einer Beratung der Pächter umgesetzt.

Kulinarik schon im Angebot

Im Bereich „Kulinarik“ gibt es in Stephanskirchen bei der regionalen Vermarktung regionaler Produkte schon einiges, angefangen bei den Märkten in Schloßberg, Baierbach und Landlmühle. „Aber neue Impulse und Akzente sind immer gut“, so Mair. Schwarz schlug den Aufbau eines Netzwerkes „Biodiversitätsprodukte“ vor, das hilft, entsprechende Produkte zu entwickeln und zu vermarkten.

Den „unglaublichen Schatz“ erhalten

Wissenschaftlicher ist das Herangehen bei den Stephanskirchner Filzengebieten. Da müssen vorhandene Unterlagen ausgewertet, Dauerbeobachtungsflächen ausgewiesen, das Untersuchungsgebiet bewertet, die bisherige Nutzung bewertet, Pflege- und Entwicklungsziele formuliert und alles dokumentiert werden. Erst dann kann es mit dem Erabeiten von Handlungsempfehlungen, mit Vorschlägen für konkrete Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen und etlichem mehr weitergehen. Schwarz sprach von einem „unglaublichen Schatz“, den Stephanskirchen mit seinen Filzen habe, von Hotspots der Artenvielfalt, die es wert seien dafür zu kämpfen.

270.000 Euro bis 2024, aber hoher Zuschuss

All das ist nicht zum Nulltarif zu haben. Schwarz rechnet mit 180.000 Euro bis 2024 für „Kulturlandschaft und Kulinarik“ und mit 90.000 Euro für die Filze. Dabei sei aber eine Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Rosenheim noch nicht berücksichtigt. Zudem geht Schwarz von Zuschüssen von 75 Prozent plus aus.

Bis Juli will Schwarz die Trägerschaft geklärt und die Förderanträge gestellt haben. „Sportlich, aber möglich“. Der Gemeinderat zog mit, fällte den nötigen Grundsatzbeschluss einstimmig.

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