Dem Trend zum Online-Shopping zum Trotz

Stephanskirchen kauft gerne lokal – und Corona stärkt die Nachfrage

Stefan Lechner ist seit Juli Gewerbe-Beauftragter der Gemeinde Stephanskirchen und nicht nur in dieser Funktion ein Verfechter von „Kauf lokal“
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Stefan Lechner ist seit Juli Gewerbe-Beauftragter der Gemeinde Stephanskirchen und nicht nur in dieser Funktion ein Verfechter von „Kauf lokal“
  • Sylvia Hampel
    vonSylvia Hampel
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Ein weltweit grassierender Virus treibt die Käufer ins Internet. Einerseits. Andererseits melden Bauernmärkte, Hofläden, Bio-Märkte, Bäcker und Metzger vielerorts stetig steigende Nachfrage. In Stephanskirchen ist „Kauf lokal“ nichts Neues, steht schon im Gemeindeentwicklungsprogramm von 2012. Und läuft.

Stephanskirchen – Im letzten Sommer hing ein großes Banner am Rathaus „Kauf lokal – gemeinsam für unsere Gemeinde“, auf der Homepage der Gemeinde steht eine Übersicht über den Abhol- und/oder Lieferservice der heimischen Gastronomen auf der Startseite. Da muss der Gewerbe-Beauftragte der Gemeinde doch erfreut sein, oder, Stefan Lechner?

200 Meter Schlange bis zum Fisch

„Ja, bin ich auch. Was die Gemeinde in der Hinsicht leistet, ist toll“, sagt Lechner. Der selbstständige Zimmerermeister und ehemalige Gemeinderat ist seit Juli Bindeglied zwischen der Gemeinde und den Gewerbetreibenden im Ort. Und die Werbung der Gemeinde kommt wohl an. Gerade von Produzenten und Verkäufern von Lebensmitteln, so Lechner, bekomme er entsprechende Rückmeldungen oder erlebe es selber. „Am Gründonnerstag war bei der Fischzucht pures Verkehrschaos, die Käufer-Schlange war – mit Abstand – etwa 200 Meter lang“, erzählt er.

Gemüse ab Hof ist der Renner

Bei den beiden Bauernmärkten in der Gemeinde ist die Nachfrage gestiegen, der Gemüsehändler beispielsweise habe ihm berichtet, dass der Verkauf ab Hof sehr zugenommen habe, „das mildert den Verlust der Großküchenkunden“, so Lechner. Gerade im Bereich Lebensmittel habe sich teilweise die Struktur verändert.

Corona bremst Rückmeldungen

Aus dem Nicht-Lebensmittelbereich fehlen Lechner Rückmeldungen, dazu kann er nicht viel sagen. Da mache sich bemerkbar, dass er wegen Corona noch nicht so auf die Gewerbetreibenden habe zugehen können, keine „Stammtische“ oder Vergleichbares abhalten können. Und bei 1250 Gewerbetreibenden in der Gemeinde dauert es, bis er zu allen Kontakt aufgenommen hat.

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„Wer Wünsche, Anregungen, Probleme, Ideen hat, kann sich gerne bei mir melden“, versichert Lechner. Die Gemeinde hat für ihre Beauftragten eigenen E-Mail-Adressen eingerichtet, Stefan Lechners ist gewerbe-stephanskirchen@web.de.

Einen Wunsch hat der Gewerbebeauftragte: Dass die Stephanskirchner zu Weihnachten möglichst viele Gutscheine ortsansässiger Betriebe verschenken – sei es Blumenladen, Gastronomie, Getränkemarkt oder Schuhgeschäft.

Gemeinde will Gutscheine schenken

Die Gemeinde selbst hat das ab 2021 vor. Da sollen alle Alters- oder Ehejubilare, die keinen Besuch inklusive Geschenkkorb – natürlich in der Gemeinde gekauft – wollen, mit dem Glückwunschschreiben des Bürgermeisters auch Gutscheine bekommen. Ob es dazu kommt, die Gemeinde etwa 5000 Euro pro Jahr dafür ausgibt, das beschließt der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am Dienstag, 1. Dezember, ab 18.30 Uhr.

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