Stephanskirchen: Giftiger Riesenbärenklau dient als „Bienenweide“

Imker Jakob Sandbichler kennt die Nachteile, befürwortet aber die Pflanze auf seinem abgelegenen Grund als Nahrung für seine Bienen.
+
Imker Jakob Sandbichler kennt die Nachteile, befürwortet aber die Pflanze auf seinem abgelegenen Grund als Nahrung für seine Bienen.

Bei Jakob Sandbichler in Kragling in der Gemeinde Stephanskirchen darf die Herkulesstaude, auch Riesenbärenklau genannt, noch blühen und wachsen. Obwohl sie zu Verbrennungen führen kann.

Stephanskirchen – „Ich weiß, die Herkulesstaude soll eigentlich bekämpft werden, aber wie jedes Ding hat die Geschichte zwei Seiten. Für meine Bienen ist die Staude eine wahre ‚Bienenweide‘. Sie genießen den Nektar, der aus den Blüten kommt und bevölkern die weißen, doldenartigen Blumen in Massen. Denn direkt auf dem Ödland, auf dem die Blumen wachsen, habe ich einen großen Bienenstand. Und gerade in den Herbst und Winter hinein sammeln die Bienen aus dieser Bienenweide große Vorräte an.“

Abseits aller Wege

An diesen Grund, der ihm gehört, komme kaum jemand hin, so sei die Gefahr durch die blühende, hautreizende, Herkulesstaude nicht übermäßig groß, versichert Sandbichler. Eher werde man noch durch die herumschwirrenden Bienen gestochen.

Mit 85 noch begeisterter Imker

Sandbichler ist knapp 85 Jahre alt. Er hat sein ganzes Leben viel gearbeitet, in seinem Kieswerk, als Landwirt, Jagdvorsitzender, Jäger und Imker. Jetzt lässt er es ruhiger angehen. Seine Söhne, die Tochter und die Enkel führen den Betrieb weiter, auch das ‚Jagern‘ hat er aufgegeben, aber seine Bienen hegt und pflegt er weiterhin mit Hingabe.

Steter Kampf gegen Varroamilbe

Natürlich macht ihm die Varroamilbe, als Parasit an Honigbienen, schwer zu schaffen. Die Milbe gilt als der bedeutsamste Bienenschädling weltweit. „Man muss immer aufpassen und die Milbe mit geeigneten Mitteln bekämpfen, denn die Milbe kann ganze Bienenvölker vernichten“ meint „der Jak“.

Reizende Nesselhaare

Die Herkulesstaude kann mit dem Wiesen-Bärenklau und der Engelwurz verwechselt werden. Es handelt sich um ein zwei- bis mehrjährig einmalblühendes, krautiges Gewächs. Sie siedelt sich bevorzugt in Feuchtbiotopen und an sonnigen Standorten an. Pflanzensaft und Nesselhaare rufen Hautreizungen und Verbrennungen hervor. Deswegen ist Sandbichler ganz froh, dass keine Spazierwege in der Nähe seines Bienenstandes vorbei führen.„Abstand halten und nicht zu nahe an die Bienen und den Riesenbärenklau hingehen, das ist das beste Rezept damit Menschen, Tiere und Pflanzen miteinander auskommen“, rät der begeistere Imker.

Bei Imkern hoch im Kurs

Der Riesenbärenklau ist ein sogenannter Neubürger, der erst um 1900 aus dem Kaukasus als Gartenpflanze nach Mitteleuropa eingeführt wurde. Dass er einheimische Arten gerne verdrängt, ist den Bienen egal. Und damit auch den Imkern, bei denen die großen weißen Doldenblüten als Bienennahrung gern gesehen sind. ni

Kommentare