Stephanskirchen: Ein Umzug, zwei Anträge

Die Traktoren sind schon von Kieling nach Waldering umgezogen, das Gebäude kann jetzt an die neue Nutzung angepasst werden.
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Die Traktoren sind schon von Kieling nach Waldering umgezogen, das Gebäude kann jetzt an die neue Nutzung angepasst werden.

Eine Landmaschinenwerkstatt zieht von Kieling nach Waldering, macht Platz für eine EU-Eierpackstelle. Und schon darf sich der Stephanskirchner Bauausschuss mit zwei Anträgen beschäftigen.

Von Sylvia Hampel

Stephanskirchen – Die Traktoren machen schon Werbung in Waldering: Für das Grundstück an der Äußeren Salzburger Straße, ehemals Isar-Amper-Werksgelände, beantragte die Grundstückseigentümerin eine Nutzungsänderung: Aus dem bestehenden Büro- und Lagerhaus soll eine Werkstatt mit kleiner Verkaufsfläche und Personalraum werden.

Bauausschuss erfreut über Umzug

22 Stellplätze werden benötigt, die sind laut Bauamt auf dem Grundstück nachgewiesen. Ein Entwässerungsplan muss noch nachgereicht werden, der Bauausschuss stimmte in seiner jüngsten Sitzung aber auch ohne diesen der Nutzungsänderung bereits jetzt einmütig zu. Der zweite Bürgermeister Robert Zehetmaier (Bayernpartei) fand es „sehr schön“, dass ein heimisches Unternehmen auf einem bestehenden Gelände ein neues Domizil und Entwicklungsmöglichkeiten fand und erntete Kopfnicken von den Kolleginnen und Kollegen.

Mehr Platz für Hühner in Kieling

Mit dem Umzug der Landmaschinenwerkstatt wurde auf einem Hof in Kieling Platz für eine EU-Eierpackstelle im bestehenden Hühnerstall und einen Anbau an diesen Stall. Christian Hausstätter von der Bauverwaltung informierte die Ausschussmitglieder darüber, dass die EU-Packstelle mittlerweile nötig sei, sonst dürfe der Landwirt die Eier nicht mehr verkaufen. Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie) fand es ausgesprochen positiv, dass der Betrieb auf eigenen Grund erweitern kann.

Das Pferd von hinten aufgezäumt

Mair sorgte mit seiner Aussage, dass er die Zustimmung der Gemeinde nachreiche, sobald die Privilegierung für das Vorhaben im Außenbereich nachgewiesen sei, für fragende Gesichter. Zusammen mit seinem Baurechtler Hausstätter erklärte er, dass es seit einigen Jahren üblich sei, das „gemeindliche Einvernehmen“, wie die Zustimmung offiziell heißt, erst einmal nicht zu erteilen, aber den Bürgermeister zu ermächtigen, dies im Nachhinein zu tun.

Aus Erfahrung anderer gelernt

Die Gemeinde sei zu diesem Verfahren übergegangen, so Mair und Hausstätter, nachdem eine andere Gemeinde einem Vorhaben im Außenbereich zugestimmt hatte, „unter der Voraussetzung, dass die Privilegierung gegeben ist.“ Das war sie nach Ansicht von Landratsamt und Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten nicht, die Genehmigung nach Ansicht der Gemeinde damit hinfällig. Der Bauwerber klagte und bekam recht. „Seitdem machen wir es andersherum: Lehnen erst ab und stimmen nach dem Nachweis der Privilegierung nachträglich zu“, so Hausstätter. Der Bauausschuss stimmte kopfschüttelnd, aber einmütig zu.

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