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Spektakulärer Unfall bei Stephanskirchen

„Auf einmal fällt ein Baum um“: Warum Franz-Xaver Kerer Riesenglück hatte

Franz-Xaver Kerer im Januar 2019 mit seinem nagelneuen Lkw
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Franz-Xaver Kerer im Januar 2019 mit seinem nagelneuen Lkw. Jetzt ist die Fahrerkabine völlig zerstört.
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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Der Lkw ist blitzblank gewienert. Franz-Xaver Kerer freut sich auf den ersten Arbeitstag dieses Jahres. Die Freude wärt nur kurz. Fünf Minuten, nachdem der 54-Jährige in Moosen losgefahren ist, ist sein blitzblanker Lkw Vergangenheit. Übel zugerichtet von einer Esche.

Stephanskirchen/Prutting - Es ist Montag, der 9. Januar, gegen halb acht, „noch recht düster“. Kerer ist auf der Staatsstraße Vogtareuth-Stephanskirchen entspannt Richtung Süden unterwegs. Seit drei Jahrzehnten fährt er Lkw. Eine Erfahrung, die ihm an diesem Morgen zugutekommt.

Es ist der ganz normale morgendliche Verkehr, ein Gemisch aus Autos und Lkws, dazwischen der eine oder andere Schulbus. „Auf einmal fällt vor mir ein Baum um, bleibt schräg an der Böschung hängen“, erzählt Kerer. Er habe nur noch das Lenkrad fest gepackt, sei in die Eisen gestiegen und habe vorsichtshalber die Augen zugekniffen. Und rauscht trotz Vollbremsung in den Baum. Der erwischt die Windschutzscheibe und schrammt schräg übers Dach.

Gefahr im morgendlichen Berufsverkehr

Kerer schüttelt sich, stellt fest, dass er unversehrt ist. Warnblinkanlage und sämtliche Leuchten am Lkw an und rum ums Eck in die Wasserburger Straße. Die Polizei rufen. Und dann den Baum von der Straße holen. Denn es ist morgendlicher Berufsverkehr, „hinter mir war einiges los.“

Esche ließ sich leicht zerbrechen

Die Esche lässt sich leicht zerbrechen, „der Baum war faul, er ist direkt unten an der Wurzel abgebrochen“, sagt Kerer, „er ist wie eine Schranke runtergegangen.“ Ein hölzernes Geländer parallel zur Straße musste auch daran glauben. Passanten schaffen Bruchstücke des Baums von der Staatsstraße, beseitigen die gröbste Gefahr.

Gott sei Dank sei der Baum angeschlagen gewesen, sagt der 54-Jährige, ein gesunder Baum hätte bei einem Sturz wohl größeren Schaden angerichtet. Vor allem an dem Auto in Gegenrichtung, dessen Fahrerin nur Sekunden nach Kerer von Bruchstücken des Baumes getroffen wird. So bleibt sie, wie Kerer, unverletzt.

Glückspfennig und Christophorus immer dabei

Spurlos ist die Begegnung mit dem Baum im Morgengrauen nicht an Kerer vorbeigegangen. Er fährt die Strecke täglich und gesteht: „Seit Montag luur I scho ummi.“ Nicht, dass noch eine Esche fällt. Denn dass ihm sein Glückspfennig und der Christophorus, die er immer im Lkw hat, gleich nochmal helfen müssen, darauf will Kerer es nicht ankommen lassen.

Und er ist noch Tage später froh, dass er nicht versucht hat, der stürzenden Esche auszuweichen. Denn sonst wäre es mit Sicherheit zu einer Kollision und zu Personenschäden auf der vielbefahrenen Staatsstraße gekommen. So kommen alle körperlich ungeschoren davon.

Schaden am Lkw noch nicht abzuschätzen

Im Gegensatz zu Kerers Lkw: Windschutzscheibe kaputt, A-Säule auch und das Dach ist ordentlich eingedellt, so die erste Diagnose des 54-Jährigen. Der erfahrene Brummi-Fahrer hält fest: „Ich habe gerade keinen Lkw.“ Wie lange, das ist offen. Denn im Moment weiß keiner, ob Kerers schwer angeschlagenes Fahrzeug repariert werden kann, ob die Fahrerkabine ausgetauscht werden oder gar der gerade einmal vier Jahre alte Lkw entsorgt werden muss.

Björn Walde, Kerers Vorgesetzter, muss nun einen Sachverständigen finden, der ein Gutachten über den Schaden am Lkw erstellt. Und dann geht es darum, welche Versicherung welchen Schaden übernimmt. Dazu mag sich Walde nicht äußern, dazu sind noch viel zu viele Fragen offen. Und noch weiß er auch nicht, wem der Baum gehörte.

Aufwand ist nebensächlich: Froh, dass niemand verletzt ist

Ein Ersatzfahrzeug hat er in einer anderen Niederlassung organisiert. Vorübergehend. Ist dessen Fahrer gesund, geht die Suche weiter. Wenn es dumm läuft und am vier Jahre alten Lkw wirtschaftlicher Totalschaden entstand, hat Walde das nächste Problem: Die Lieferzeiten für ein neues Fahrzeug. Die betragen derzeit zwischen einem und anderthalb Jahren. „Ja, es ist für uns ein ziemlicher Aufwand“, sagt Walde. „Aber das ist nebensächlich. Wir sind sehr sehr froh, dass niemand verletzt ist.“

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