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Stadtplanerische Studie soll helfen

Veralteter Bebauungsplan 51 behindert neue Bauprojekte in Stephanskirchen

Brachland mitten im Ort: In der Haidenholzstraße ist das ausgewiesene Gewerbegebiet zwischen Pit (diagonal oben rechts) und Südeloxal (unten links im Bild) nicht mehr so zu bebauen, wie in den 90er Jahren geplant.
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Brachland mitten im Ort: In der Haidenholzstraße ist das ausgewiesene Gewerbegebiet zwischen Pit (diagonal oben rechts) und Südeloxal (unten links im Bild) nicht mehr so zu bebauen, wie in den 90er Jahren geplant.
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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Jahrzehntealte Bebauungspläne gibt es in jeder Gemeinde. Meist sind sie so bebaut wie in den 60er, 70er oder 90er Jahren geplant und Probleme gibt es nur, wenn ein Haus aufgestockt oder erweitert werden soll. Manchmal überholt die Realität die Planung. Und dann wird‘s schwierig – aktuell in Stephanskirchen.

Stephanskirchen – Es gibt Fälle, in denen nicht gebaut wurde wie vor Jahrzehnten geplant, ein Großteil der Fläche bisher brach lag. Mit einem solchen Fall mitten in der Gemeinde beschäftigte sich jetzt der Stephanskirchner Bau- und Planungsausschuss.

Heute viel mehr Grundeigentümer

Der Bebauungsplan mit der Nummer 51, „Pit-Gelände Haidholzen“ entstand in den 1990er Jahren. Zwei Gewerbehöfe sollten dort entstehen. Bei der Planung ging man davon aus, so Christian Hausstätter, der für die Bauleitplanung zuständige Mitarbeiter der Verwaltung, dass die Nachkriegsbaracken direkt an der Haidenholzstraße in absehbarer Zeit beseitigt würden.

Lesen Sie auch: Stephanskirchen: Rat wirft Bebauungsplanänderung für Westerndorfer Filze über den Haufen (Plus-Artikel OVB-Online)

Letzteres geschah nicht, die Baracken stehen bis heute, die mittlere wurde verkauft und saniert. Der zweite Gewerbehof entstand nicht. Und aus den zwei Eigentümern der 90er Jahre wurden durch Erbfolge und Verkauf inzwischen sieben.

Eigentümer können sich nicht einigen

Die sich nicht einigen können. Es habe mehrere Gespräche gegeben, so Hausstätter im Ausschuss, eine gemeinsame Vorgehensweise sei nach deren Verlauf nicht abzusehen. Eine Umsetzung des Bebauungsplanes ist aus Sicht des Bauamtes heute nicht mehr möglich.

Änderungen beantragt und abgelehnt

Zwei Bauinteressenten hatten eine Änderung des Bebauungsplanes beantragt, weil im einen Fall eine ursprünglich festgelegte Baulinie mittlerweile auf einem Nachbargrundstück – dem der verkauften und sanierten Baracke – liegt und im anderen Fall das Baugrundstück nur einen Teil des nicht gebauten Gewerbehofes umfasst.

Da sei die Frage, was aus den anderen Parzellen wird. Zudem erstreckt sich das zweite Bauvorhaben in eine als Grünbereich festgelegte Fläche. Beidem könne, so Hausstätter, aus Sicht des Bauamtes nicht zugestimmt werden.

Bauverwaltung auf der Suche nach einer Lösung

Da es aber nicht im Sinne der Gemeinde sei, dass die mehrere Hektar große Fläche auf Dauer brach liegt, schlug die Verwaltung vor, einen Stadtplaner mit einer städtebaulichen Studie zu beauftragen. Dazu sei es vermutlich erforderlich, das reine Gewerbegebiet zugunsten eines Mischgebietes beziehungseise eines urbanen Gebietes aufzugeben.

Lesen Sie auch: Die Stephanskirchner als Stadtplaner: Ideen für Haidholzen-Südost gesucht (Plus-Artikel OVB-Online)

Dafür müsse die Gemeinde finanziell ersteinmal in Vorleistung gehen, könnte – je nach Ergebnis der Studie – die Grundeigentümer nachträglich an den Kosten beteiligen. Die Kosten für eine Studie lägen, so Hausstätter auf Nachfrage, wohl irgendwo im vierstelligen Bereich.

Gewerbegebeit nicht einfach aufgeben

Die Initiative der Verwaltung wurde parteiübergreifend begrüßt, „denn dort nur Grünfläche kann es nicht sein“, so Uwe Klützmann-Hoffmann (SPD). Stephan Mayer warnte davor, zu viel Wohnbebauung zuzulassen, die Fläche sei als Gewerbegebiet gedacht gewesen und das solle die Gemeinde nicht aufgeben.

Damit tue man auch den dort ansässige Firmen keinen Gefallen. Eine Sorge, die Johannes Lessing (Die Grünen) teilte. Petra Hofmann (UF) ging davon aus, dass nach dem bestmöglichen Kompromiss gesucht werde.

Radwegbau nur ohne Erschließungsbeiträge

Erschwerend kommt bei der Suche nach einer Lösung hinzu, dass an der Nordostseite der Haidenholzstraße ein Geh- und Radweg mit Grünstreifen geplant ist, für den die Gemeinde Grund erwerben müsste.

Die Eigentümer erklärten laut Hausstätter, dass sie sich einen Verkauf der benötigten Flächen nur vorstellen könnten, wenn für den folgenden Ausbau der Haidenholzstraße keine Erschließungsbeiträge festgesetzt werden. Was rechtlich nicht möglich sei.

Sanierung Haidenholzstraße könnte problematisch werden

Die Haidenholzstraße müsse ausgebaut werden, so Mayer, denn sie sei einer der Haupt-Schulwege. Vor dem Ausbau fürchtet sich Robert Zehetmaier (Bayernpartei): „Wenn wir die Straße anpacken, machen wir die Büchse der Pandora auf. Da ist vermutlich belastetes Material im Boden.“

Könne man nicht einfach die Fahrbahn abfräsen und mit einer neuen Teerdecke versehen? Wenn der Unterbau in Ordnung sei, dann wäre das denkbar, so Bauamtsleiter Wolfgang Arnst. Mayer war dagegen: Wenn die Haidenholzstraße saniert werde, dann anständig.

Ausschuss war einstimmig für Studie

Letztlich sprach sich der Bau- und Planungsausschuss jeweils gegen eine Stimme gegen die beantragten Änderungen des Bebauungsplanes aus. Einmütig war der Ausschuss dafür, dass die Verwaltung einen Stadtplaner mit einer Studie für den rund 2,2 Hektar großen Bereich der beiden Gewerbehöfe beauftragt. Damit die Planung wieder an die Realität angepasst werden kann.

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