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Bahnhalt Stephanskirchen

Aus einem Stopp auf freiem Feld wird der „Chiemgau-Express“

Bahnverkehr
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Zug (Symbolbild)
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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Von Prien nach Rosenheim fahren doch genug Züge – was soll dann noch ein „Chiemgau-Express“? Ganz einfach: Den Osten des Landkreises besser anbinden. An Rosenheim, München, Salzburg und den Rest der Welt.

Stephanskirchen – Der CH-X abgekürzte Chiemgau-Express soll, so stellen es sich die Initiatoren vor, auch an Bahnhöfen und Haltepunkten im östlichen Landkreis Fahrgäste einsammeln, die bisher keine Möglichkeit haben, mit dem Zug nach Rosenheim zu kommen.

Eine neue Bahnlinie auf bestehenden Gleisen? Funktioniert, wissen der Initiativkreis Chiemgau-Express und der Fahrgastverband Pro Bahn. Denn es funktioniert im selben Landkreis: Im Mangfalltal. Dort ist die in den 1990er Jahren entstandene Mangfallbahn Rosenheim – Bad Aibling – Feldkirchen-Westerham – Holzkirchen auf der Trasse des Regionalexpresses laut Dr. Willi Messing (ProBahn) ein echtes Erfolgsmodell mit guten Fahrgastzahlen.

Ungleich größeres Fahrgastpotenzial

Auf den Zug sprang die Bürgerinitiative „Bahnhalt Stephanskirchen“ auf. Diese BI versuchte lange, den in den 1970er Jahren geschlossenen Bahnhalt in Stephanskirchen wieder zu beleben. Das scheiterte laut Dr. Christian Sievi an zwei Minuten. Und am Desinteresse der Bahn.

Der Chiemgau-Express hätte von Stephanskirchen bis Aschau ein Fahrgastpotential von 58.000 Kindern, Frauen und Männern. Tendenz steigend.

Dem Mathematiker Sievi fiel allerdings im Zuge seiner Berechnungen auf, dass es eine sinnvollere Lösung gäbe – eben den Chiemgau-Express. Denn der hätte ein ungleich größeres Fahrgastpotenzial. Nicht nur die gut 10.000 Stephanskirchner.

58.000 Fahrgäste an der Strecke – plus die Rosenheimer

Der Initiativkreis Chiemgau-Express und Pro Bahn schlagen vor, dass der Chiemgau-Express in Stephanskirchen, Krottenmühl, Bad Endorf, Rimsting, Prien und Aschau hält. In Stephanskirchen würden Riedering mit gut 5500 Einwohner und Rohrdorf mit 5600 Einwohnern angebunden. Krottenmühl ist für die jeweils knapp 2700 Pruttinger und Söchtenauer interessant. Und wenn die Stichstrecke Prien-Aschau mit dazu kommt, sind es insgesamt von Stephanskirchen bis Aschau gut 58.000 mögliche Passagiere.

Die 62.000 Rosenheimer, die mit dem Zug an den Simssee, den Chiemsee und in die Berge fahren könnten, noch gar nicht mitgerechnet. Auch Münchner könnten – mit Umstieg in Rosenheim – den Chiemgau-Express nutzen. Den Wanderbus des Alpenvereins nach Aschau haben sie so gestürmt, dass der noch bis Ende Oktober fährt. Zwei Monate länger, als geplant.

Verkehrschaos durch Ausflügler

„Wenn dann die Busanbindungen zu den Haltepunkten noch stimmen, dann wäre das eine extrem sinnvolle Lösung“, findet Christine Heser vom Initiativkreis Chiemgau-Express. Die Stephanskirchnerin erinnert an das Verkehrschaos im Chiemgau und am Samerberg, das die Ausflügler aus der Stadt an den Wochenenden noch verstärken.

„In Rosenheim ist kein Zug dahinter“

Großer Gewinner des Chiemgau-Expresses wäre nach Meinung von Sievi die Stadt Rosenheim – weil nicht mehr der halbe Landkreis-Osten mit dem Auto nach Rosenheim fährt und dort rund um den Bahnhof und auf der Loreto-Wiese den ganzen Tag ein leeres Auto steht. Diese Parkplätze stünden dann denjenigen zur Verfügung, die bei Einkäufen Geld in der Stadt lassen. „Aber in Rosenheim ist kein Zug hinter der Sache“, findet Sievi.

Im Schulterschluss ins Ministerium

In anderen Gemeinden schon: Rückhalt gibt es bereits aus Stephanskirchen, Söchtenau und Riedering, so Messing. Mit den Zuständigen in Rimsting und Aschau stehen die Termine noch aus. Wenn dann noch Landrat Otto Lederer so hinter dem Chiemgau-Express steht, wie der damalige Landrat Dr. Max Gimple hinter der Bahn im Mangfalltal, dann rechnen sich der Initiativkreis Chiemgau-Express und der der Fahrgastverband Pro Bahn gute Chancen für die neue Verbindung aus. „Mit diesem Schulterschluss können wir im Verkehrsministerium in München antreten“, sind sich Sievi und Messing einig.

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