KOOPERATION ZWISCHEN DEN KAPELLEN NUSSDORF UND MEEDER

Stehende Ovationen für die Musikkapelle Nußdorf

Nußdorf. – Meeder in Oberfranken und Nußdorf in Oberbayern – was könnten diese beiden Gemeinden gemeinsam haben? Anfang April waren die Meederer in Nußdorf zu Gast – nun drehte sich der Spieß rum und die Nußdorfer fuhren nach Oberfranken.

– Es ist die Liebe zur Musik, die ihre beiden Blaskapellen verbindet. So spielten sie gemeinsam in einem ausverkauften Konzert in Meeder. Gerade für die Nußdorfer war das ein Erlebnis der ganz besonderen Art.

Dort gab es erst einmal ein volles Programm für die Oberbayern: Eine Führung auf der Feste Coburg vermittelte einen Eindruck vergangener Zeiten des Herzogtums.

„Ich konnte gar nicht mehr spielen“

Das Konzert in der Meederer Turnhalle war restlos ausverkauft. Nicht nur der Nußdorfer Moderator Sepp Weyerer würde sich das auch für die eigenen Konzerte in der Heimat wünschen. Eine besondere Überraschung für die Nußdorfer war das Verhalten der Konzertbesucher: „Ich konnte gar nicht mehr spielen, so einen Kloß hatte ich im Hals“, meinte Elisabeth Schober. Denn im Konzertsaal passierte etwas ganz Besonderes: „Als die Besucher wegen unserem Spiel alle aufgestanden sind. So etwas habe ich noch nicht erlebt.“

Das Doppelkonzert besteht jeweils zur Hälfte aus den unterschiedlichen Programmen der Kapellen – zum Schluss werden noch gemeinsam Stücke gespielt. Das waren: „Abel Tasman/Konzertmarsch“, „Coburger Marsch“ und „Wir Musikanten/Polka“.

Die Musiker sehen den Auftritt als musikalischen, kulturellen und humanen Austausch – sie verstehen sich als Botschafter der eigenen Heimat. Noch heute würden die Meederer vom wunderschönen Inntal schwärmen.

Beide Dirigenten, Franz Weyerer aus Nußdorf und Markus Hollstein aus Meeder, zeigten sich mit der Leistung und dem Verhalten der Musiker äußerst zufrieden. „So etwas motiviert ungemein“, meinte Hollstein aus langjähriger Erfahrung.

So wurde das Programm durch zwei Kapellen besonders abwechslungsreich. So präsentierten die Nußdorfer zum Beispiel die „Fanfare für Blasorchester“, „Mährische Freunde“, „Kaiserin Sissi“ und ein „Medley von STS“.

Durch das Programm der Oberfranken führte Moderator Sepp Brunner, ein Nußdorfer, der in der Meederer Kapelle spielt. So erfreute der zweite Teil der Veranstaltung unter anderem an Stücken wie „Neue Welt“, „Titanik-Medley“, bei welchem Sepp Brunner das eine oder andere Probengeheimnis lüftete – „Yesterday“ und „Forrest Gump Suite“.

Die Moderation des Konzertes diente nicht bloß dazu, die jeweiligen Titel anzukündigen, sie vermittelte da rüber hinaus auch Hintergrundwissen zu den Musikstücken.

Froh, sich gesucht und gefunden zu haben

Die Nußdorfer überreichten ihren oberfränkischen Freunden einen Nussbaum – so schlägt das Nußdorfer Gewächs nun in Meeder Wurzeln.

Nach dem Konzert gab es für beide Kapellen quasi noch eine „dritte Halbzeit“. Und die kam wirklich nicht zu kurz. Dabei wurde der gemeinsame Konzerterfolg ausgiebig gefeiert. Die Nußdorfer verabschiedeten sich nach einem erfolgreichen Konzert und ließen noch wissen, dass „beide Kapellen am Ende froh sind, sich gesucht und gefunden zu haben. Wir werden sicher noch das eine oder andere gemeinsam erleben“, so die beiden Vorsitzenden Franz Schober aus Nußdorf und Thomas Krämer aus Meeder. „Davon können die Konzertbesucher beider Gemeinden nur profitieren.“ re

Kommentare