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Spielen und lernen in der Natur

Im Waldkindergarten spielen die Kinder den ganzen Tag draußen an der frischen Luft. Foto re
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Im Waldkindergarten spielen die Kinder den ganzen Tag draußen an der frischen Luft. Foto re

Kinder, die den ganzen Tag draußen spielen, herumtoben und die Natur hautnah erfahren - das ist das Konzept von Waldkindergärten. Auch in Riedering soll nach Wunsch der beiden Initiatorinnen Veronika Sattelberger und Annalena Venekamp eine solche Einrichtung entstehen. Darüber, was genau ein Waldkindergarten ist und wie er funktioniert, erläuterten die beiden jetzt bei einem Informationsabend.

Riedering - Zahlreiche Interessierte kamen zu der Veranstaltung im Alten Wirt in Riedering, darunter nicht nur Mütter und vereinzelte Väter, sondern auch Erzieherinnen und Vertreter des Gemeinderats, der Verwaltung sowie Bürgermeister Josef Häusler.

Ab Herbst 2014 wollen Veronika Sattelberger aus Samerberg und Annalena Venekamp aus Riedering einen Waldkindergarten in der Gemeinde betreiben. Denn derzeit herrscht ein Mangel an Kindergartenplätzen in der Gemeinde, wie auch Bürgermeister Häusler bestätigte. Deswegen habe die Gemeinde im Dezember vergangenen Jahres eine Bedarfsumfrage gestartet. Von 200 verschickten Fragebögen kamen gut zwei Drittel ins Rathaus zurück, mehr als ein Drittel der Befragten sprachen sich für einen Waldkindergarten aus. Zeitgleich landete die Voranfrage für einen Waldkindergarten auf dem Tisch des Bürgermeisters.

Nina Schoepe vom Waldkindergarten "Spatzennest" in Hart bei Chieming und Sarah Leifeld, die ab Herbst 2014 im Waldkindergarten "Holzwurm" in Siegsdorf arbeiten wird, stellten das Konzept der Einrichtung vor. Die Idee, Kinder draußen in der Natur zu betreuen, stammt ursprünglich aus Skandinavien und gelangte von dort aus nach Deutschland. Schwerpunkte im Waldkindergarten sind Bewegung, Sozialkompetenz, Gesundheit sowie das Umweltbewusstsein.

Mittlerweile gibt es über 150 Mitglieder in Bayern. Laut Leifeld sind es aber rund 220 Waldkindergärten. Sie betonte, dass der Waldkindergarten keine Modeerscheinung ist. Er würde sowohl bei den Kindern, als auch bei Eltern und Grundschullehrern nur positive Resonanz hervorrufen.

Leitfeld gab auch gleich Antworten auf die häufigsten Fragen. Was Zecken anbelangt, so müssen die Kinder zwar regelmäßig abgesucht werden, aber Zecken leben eher auf Gräsern als im Wald. Da der Großteil der Kindergartenzeit draußen verbracht wird und das bei fast jedem Wetter gilt was Kleidung angeht das Zwiebel-Prinzip. Sollte das Wetter einmal wirklich schlecht oder es sehr kalt sein, hat jeder Waldkindergarten einen beheizbaren Bauwagen oder eine andere feste Unterkunft als Rückzugsort, das ist Vorschrift. Auch wenn die Kinder auf die Toilette müssten, sei das kein Problem. In einigen Kindergärten gebe es Humus-Toiletten, in Chieming habe man einen markierten Toilettenbaum.

Veronika Görlich, Initiatorin und Leiterin des Waldkindergartens Pusteblume in Palling gab Einblicke in ihre Arbeit. Die Kinder bräuchten keine Bücher über Jahreszeiten, weil sie diese tagtäglich hautnah erleben. Konventionelles Spielzeug gibt es im Waldkindergarten nicht, Naturmaterialien stehen im Vordergrund.

Was die Trägerschaft anbelange, so gebe es keine Vorlagen. Auch bei der Auswahl des Grundstücks sei man ungebunden. Allerdings muss der Kindergarten mindestens an fünf Tage für jeweils vier Stunden geöffnet sein, um Förderungen und alle erforderlichen Genehmigungen zu erhalten. Die Kostenfrage gestaltet sich abhängig vom Träger. Während sie in Traunstein nach Gehalt gestaffelt sind, gelten beispielsweise in Siegsdorf gleiche Tarife für alle.

Anna Schlemer und Kerstin Kapitz vom Naturspielkinder-Waldkindergarten aus Prien, die mit großen Anstrengungen im vergangenen September in Prien ihren Waldkindergarten eröffneten, betonten, dass es in Prien anfangs eine reine Elterninitiative gewesen sei. Aber die Gemeinde habe die Idee des Kindergartens von Anfang an unterstützt und sogar das Startgeld bezuschusst.

Die anwesenden Zuhörer zeigten sich begeistert von der Idee eines Waldkindergartens. Venekamp und Sattelberger haben sich auch schon drei Wunschgrundstücke ausgesucht. Zwar hängt die Entscheidung für einen Waldkindergarten nicht allein vom Bürgermeister, sondern auch vom Gemeinderat ab. Trotzdem versprach Häusler am Informationsabend, dass ab dem 1. September 2014 jedes kindergartenpflichtige Kind einen Kindergartenplatz in Riedering bekommen soll.

Wenn also Eltern und Gemeinde zusammenarbeiten würden und sich eine geeignete Erzieherin fände, stehe der Eröffnung wohl nichts mehr im Weg, so die Initiatorinnen. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 0176/50376675 per E-Mail unter veryveroni@gmx.de. elk

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