Ab sofort: Kochen nach EU-Norm

Sie freuen sich über die EU-Zertifizierung der Küche und die Urkunde des bayerischen Gesundheitsministers Dr. Markus Söder: der für die Baumaßnahmen zuständige Leiter des Amtes II der Gemeinde Aschau Markus Heinrich, Bürgermeister Werner Weyerer, Küchenchef Georg Westenthanner und sein Stellvertreter und Sous-Chef Dirk Schmieder sowie Heimleiter Rudi Gosdschan. Foto reh
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Sie freuen sich über die EU-Zertifizierung der Küche und die Urkunde des bayerischen Gesundheitsministers Dr. Markus Söder: der für die Baumaßnahmen zuständige Leiter des Amtes II der Gemeinde Aschau Markus Heinrich, Bürgermeister Werner Weyerer, Küchenchef Georg Westenthanner und sein Stellvertreter und Sous-Chef Dirk Schmieder sowie Heimleiter Rudi Gosdschan. Foto reh

"Wir freuen uns über die Zertifizierung der Küche im Seniorenheim Priental nach den Normen der EU durch das Sachgebiet ,Gesundheit' im Landratsamt Rosenheim und die Regierung von Oberbayern. Und dass es auch noch schmeckt, das wissen wir schon lange selbst", erklärte Bürgermeister Werner Weyerer aus Aschau. Diese Zertifizierung sei notwendig geworden, weil die Küche auch andere Einrichtungen bekocht. Stolz hängte er zusammen mit Heimleiter Rudi Gosdschan und Küchenchef Georg Westenthanner die EU-Zertifizierungsurkunde im Speisesaal des Seniorenheims auf.

Aschau - Die Zauberzahl heißt 853/2004 und enthält die Zertifizierung von Großküchen nach der EU-Norm. "Der bayerische Staatsminister Dr. Markus Söder hat diese Urkunde eigenhändig unterschrieben", so Heimleiter Gosdschan. Sie sei der Abschluss eines langen, mühsamen Weges. Bei Weitem nicht jede Küche verfüge über diese Zertifizierung, weiß Gosdschan.

Küchenchef und Chefkoch Georg Westenthanner und sein Stellvertreter und Sous- Chef Dirk Schmieder berichteten eingehend über den Gang der Zertifizierung.

Der Grund für diese Maßnahme liege in der Gründung der Priental Service AG, einer gemeindeeigenen Betreibergesellschaft der Gemeinde Aschau, die unter anderem die Aufgabe habe, neben dem Seniorenheim auch weitere Einrichtungen in Aschau und der Region mit Essen zu versorgen. Derzeit werde bereits das Behandlungszentrum Aschau mit all seinen Einrichtungen versorgt, in Zukunft sollen neben der Mittagsbetreuung in der Schule und im Kindergarten auch weitere Kunden folgen.

Da hier Essen über den Eigenbedarf hinaus an weitere Kunden geliefert werden und der Fremdanteil 30 Prozent deutlich überschreitet, musste die Zertifizierung durchgeführt werden. Eine der Voraussetzungen für die Möglichkeit, Essen auch nach außen liefern zu können, war ein grundlegender Umbau der Küche nach den heutigen Anforderungen von Küchentechnik und Hygiene in den letzten Monaten.

Parallel zu den Umbauarbeiten in der Küche erarbeiteten Georg Westenthanner und sein Team schriftliche Verfahrensabläufe für alle Arbeiten in der Küche. So müssen auch noch nach Jahren alle Lebensmittel von der Anlieferung bis zum Verbrauch nachgewiesen werden, bei irgendwelchen Beschwerden können sofort die Voraussetzungen überprüft werden. Von allen erzeugten Speisen müssen Proben gezogen und über einen bestimmten Zeitraum aufbewahrt werden. Zwei Jahre lang müssen die Unterlagen über jede Anlieferung von Lebensmitteln und Zutaten bis hin zum Verbrauch oder der Vernichtung aufbewahrt werden, unangemeldete Kontrollen sind jederzeit möglich. Diese Kontrollen können von allen beteiligten Stellen, vom Landratsamt, über die Lebensmittelhygiene bei der Regierung von Oberbayern bis hin zu den Prüfern der EU erfolgen, so Rudi Gosdschan.

Alle Arbeitsgänge in der modern eingerichteten Küche sind jetzt haarklein aufgelistet: "Eigentlich könnte nach diesen Vorschriften jetzt jeder kochen, ob es allerdings auch allen schmecken würde, ist eine andere Frage", schmunzelt Küchenchef Westenthanner. Die Erstellung dieser mehrere Leitz-Ordner umfassenden Gesamtordnung sei ohne die Zusammenarbeit im Team nicht denkbar gewesen und bilde nun die Voraussetzung für die Zulassung zu Essenlieferungen außer Haus. Wertvolle Unterstützung bei der Erarbeitung dieses Werkes habe die Küchenbrigade und die Verwaltung auch von Dr. Andrea Aigner vom Sachgebiet Gesundheit im Landratsamt Rosenheim erhalten.

Derzeit verbrauche das Seniorenheim Priental etwa 25 Prozent aller Essen selbst, die restlichen 75 Prozent würden ausgeliefert. reh

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