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Im Zeichen von Corona

Erste Bilanz in Söchtenau: Bürgermeister Bernhard Summerer ein Jahr im Amt

Söchtenaus Bürgermeister Bernhard Summerer in den neu erstellten Stockschützenhalle
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Söchtenaus Bürgermeister Bernhard Summerer in den neu erstellten Stockschützenhalle
  • VonElisabeth Kirchner
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Söchtenau - Ein Jahr ist Bernhard Summerer (Wählergruppe Schwabering-Krottenmühl) im Amt. Der gelernte Bankkaufmann, der in der vergangenen Amtsperiode Zweiter Bürgermeister war, war auf das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters vorbereitet. Gleichwohl kam vieles anders als erwartet.

Wie haben Sie Ihr erstes Amtsjahr während der Corona-Pandemie empfunden?

Bernhard Summerer: Auch wenn Corona das vergangene Jahr das herrschende Thema war und noch immer ist, so hat die Pandemie mein erstes Jahr als Bürgermeister sehr geprägt. Es gab keine Vereinsfeste, (Abend-)Veranstaltungen sind ausgefallen, es fanden keine Bürgermeister-Treffen und keine Schulungen statt, und wenn, dann war vieles online. Mir fehlt der echte Kontakt, von daher war das erste Jahr nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Aber etwas Gutes hatte die Pandemie trotzdem: Die Digitalisierung ist weiter vorangeschritten und selbst ich kenne mich jetzt damit ganz gut aus.

Stichwort Digitalisierung: Söchtenau hat hier einen starken Vorteil.

Summerer: Das dürfen wir durchaus behaupten. Söchtenau hat schon seit gut zehn Jahren Breitband-Anschluss. Es gibt fast überall Glasfaser, auch wenn damals einige Bürger erst von einem solchen Anschluss überzeugt werden mussten. Und binnen einer Woche haben wir die Schule digitalisieren können. Da hat mich die Regierung überrascht: Am Montag den Antrag gestellt und am Donnerstag den Bewilligungsbescheid bekommen – da war ich perplex. Aber es geht auch anders. Wir warten beispielsweise seit über 2,5 Jahren schon auf den Bescheid für eine Straßenbaumaßnahme in Osterfing.

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Welche Projekte haben Sie in Ihrem ersten Jahr auf den Weg gebracht?

Summerer: Wir haben drei neue Baugebiete für Einheimische angestoßen. In Lampersberg wird die Erschließung im Sommer losgehen, die beiden anderen Baugebiete in Schwabering und Unterstufen sollen dann zeitnah folgen. Dass wir so viel Bauland hinbekommen haben, macht mich sehr glücklich. Denn das Bauen im Außenbereich wie beispielsweise in Lampersberg ist eigentlich fast unmöglich. Erst auf unsere persönliche Intervention im Ministerium gab es ein Einlenken. Auch wenn die Regierung bei ihrer kritischen Stellungnahme bleibt, wir brauchen Wohnraum. Dann haben wir die Halle für die Stockschützen gebaut, die, wie ich finde, unglaublich schön geworden ist. Die Halle soll auch allen anderen Vereinen oder bei Dorffesten offen stehen. Beim Feuerwehrhaus in Schwabering fehlen nur noch die Außenanlagen. Und nicht zu vergessen die Brücke bei Schürfmühle. Da konnten wir - weil vieles in Eigenregie gemacht wurde - über 100.000 Euro einsparen. Mein Dank auch hier an den Bauhof, dem wir die Einsparung hauptsächlich zu verdanken haben.

Ihre Gemeinde hat vor über 20 Jahren mit der Dorferneuerung angefangen.

Summerer: Stimmt, und wir haben in der Zeit viel auf den Weg gebracht, seien es Pflanzenkläranlagen oder der ökologische Ausbau der Söchtenauer Ache oder die neue Begegnungsstätten, um die Dorfgemeinschaft zu stärken. So entstand am von der Gemeinde Söchtenau gepachteten Badeplatz bei Krottenmühl am Simssee ein barrierefreier Badesteg, in Söchtenau ein Beachvolleyballplatz und das Pfarrheim von Söchtenau wurde renoviert. Die Stockschützenhalle (mit einer 100.000 Euro starken Förderung durch das Amt für ländliche Entwicklung (ALE)) und die Brücke bei Schürfmühle waren nun die letzten Maßnahmen.

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Wie schaut es aus mit dem Vereinsleben?

Summerer: Der SV Söchtenau will wieder loslegen und hat schon ein Hygiene Konzept vorgelegt, Fußball ist ja schon in Kleingruppen möglich. Jetzt wollen wir die Halle der Stockschützen einweihen. Da wurde ja trotz Förderung durch das ALE viel in Eigenleistung erbracht, auch wenn der Plan einer Sport- und eine Begegnungsstätte anfangs einige im Ort nicht begeistert hat. Überhaupt sorgen die Vereine viel für den sozialen Zusammenhalt, von daher bin ich froh, dass das Vereinsleben wieder losgeht.

Worauf sind Sie als Bürgermeister besonders stolz?

Summerer: Da gibt es mehreres. Unser Schulhaus ist ja recht groß, sodass es – als es wieder erlaubt war – keinen Wechselunterricht gab, sondern echten Präsenzunterricht. Jede Klasse hatte zwei Klassenzimmer und auch die Turnhalle haben wir zum Klassenzimmer umgestaltet. Das war für uns, aber mehr noch für unsere Kinder, super wichtig. Deswegen sind wir in der glücklichen Lage, dass wir aufgrund unseres Präsenzunterrichtes keinen „Brückenunterricht“ in den Ferien anbieten müssen. Laut Lehrerkollegium sind die Kinder unserer Schule auf einem guten Wissensstand, so die Lernstandsdiagnose. Es freut mich auch, dass wir als Gemeinderat im vergangenen Jahr gut zusammengewachsen sind. Es sind ja elf neue Mitglieder im Gremium. Und was mich glücklich macht, ist, dass der Zusammenhalt bei uns sehr stark ausgeprägt ist. Nachbarschaftshilfe funktioniert auch so, da braucht es kaum Hilfe von außen, und unsere Vereine sind natürlich auch sehr aktiv.

Was fand in Ihren Augen bislang wenig Beachtung?

Summerer: Unsere Gemeinde setzt sich ja aus den zwei Ortsteilen Schwabing und Söchtenau zusammen, wir könnten da ruhig noch ein bisschen enger zusammenwachsen. Die Jungen machen es uns Älteren schon gut vor. Langfristig will ich ein Haus für unsere ältere Bevölkerung anstoßen. Denen sind ja teilweise die Häuser oder die Gärten drumrum zu groß. Aber wie das genau ausschauen soll, sei es betreutes Wohnen, ein Mehrgenerationenhaus oder eine größere Anlage mit vielen kleinen Apartments, das müssen wir noch genau ausreden. Das passiert auch nicht von jetzt auf sofort.

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