Bessere Technik und mehr Räume für Mitarbeiter

Großkarolinenfeld: Bürgermeister Fessler führt durch neues Rathaus

Lichtdurchflutet präsentieren sich die beiden Quader, die das Rathaus bilden. Bürgermeister Bernd Fessler wie auch die Mitarbeiter schwärmen von der Raumsituation.
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Lichtdurchflutet präsentieren sich die beiden Quader, die das Rathaus bilden. Bürgermeister Bernd Fessler wie auch die Mitarbeiter schwärmen von der Raumsituation.
  • vonKatharina Heinz
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Nach rund zwei Jahren Bauzeit ist das neue Rathaus in Großkarolinenfeld fertig und die Mitarbeiter sind eingezogen. Bürgermeister Bernd Fessler stellt die neuen Räume vor und erklärt, was das neue Rathaus auch den Bürgern zu bieten hat.

Großkarolinenfeld - Sonst hat sich Großkarolinenfelds Bürgermeister Bernd Fessler in seinem neuen Büro schon gut eingerichtet. Das Gemeindeoberhaupt ist sichtlich stolz auf den Rathausneubau, in dem er das OVB heute zu einer Führung empfängt – sozusagen als Ersatz, weil eine offizielle Eröffnung coronabedingt nicht stattfinden konnte.

Baupläne auf dem Monitor

Los geht es im Bürgermeisterzimmer, in dem ein Schreibtisch und ein Konferenztisch stehen. „Das Haus ist voller Technik“, erzählt Fessler begeistert und zeigt auf einen großen Monitor an der Wand. Auf dem lassen sich bei Besprechungen Baupläne und Co. zeigen. Viele andere technische Raffinessen des Gebäudes sind auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen. Etwa die Fotovoltaikanlage auf dem Dach oder die zwei Luft-Wärmepumpen, die für eine angenehme Raumtemperatur sorgen.

Neue Räume bieten Platz für Auszubildende

Im Oktober ist die Gemeindeverwaltung umgezogen. „Ich arbeite jetzt schon seit 30 Jahren für die Gemeinde und habe das alte Rathaus daher lange erlebt“, sagt Geschäftsleiter Christian Baumann, der ein paar Räume weiter in seinem Büro sitzt. Das neue Gemeindeamt sei ein „Quantensprung“, die Raumsituation ein großer Gewinn.

Man habe nun die Gelegenheit, Besprechungen mit mehreren Personen durchzuführen oder auch mal mit jemanden ungestört zu sprechen. Im alten Rathaus war das wegen des Platzmangels kaum denkbar. Auch die Medientechnik sei nun auf dem aktuellsten Stand. „So stellt man sich das Arbeiten vor“, meint Baumann. Er freut sich besonders darüber, dass man nun auch endlich Platz habe, einen Azubi anzustellen.

Hohe Baukosten sorgten für Kritik

Schon lange war in Großkarolinenfeld klar, dass ein neues Rathaus her muss. Erste Überlegungen stammen aus dem Jahr 2008. Denn das bisherige Gemeindeamt war nicht barrierefrei, deutlich veraltet und schlichtweg zu klein. Bei einem Realisierungswettbewerb in 2016 gewann schließlich das Modell der Architekten Behnisch. Im Oktober 2018 erfolgte der Spatenstich.

Doch das Projekt war auch umstritten. Kritiker bemängelten etwa die hohen Kosten oder bauliche Ausführungen wie das Flachdach oder den Verzicht auf einen Keller. Es kam sogar zu einem Bürgerentscheid, der aber Pro-Rathaus ausging. „Das hat dem Vorhaben nicht geschadet, sondern hat es eher legitimiert in der Bürgerschaft“, so Bürgermeister Fessler.

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Das neue Rathaus besteht aus zwei Gebäudekörpern, den sogenannten „Steinen“, mit einem Quader obendrauf. Die Büros der Gemeindemitarbeiter, die weniger Publikumsverkehr haben, befinden sich oben – im Quader.

Dort hat man sich bei der Farbgebung für ein kräftiges Rot entschieden. Lichthöfe sorgen für Transparenz und jede Menge Tageslicht. „Mir gefallen die Helligkeit und die Frische“, findet Anna Feicht, die im Vorzimmer des Bauamtes arbeitet. Sie schwärmt von der „wunderbaren Atmosphäre“ des neuen Rathauses. „Nein“, sagt sie lachend. Am alten Gemeindeamt vermisse sie nun wirklich gar nichts. Die Räume des ehemaligen Rathauses sollen in Zukunft von Großkarolinenfelder Vereinen genutzt werden.

Neue Bänke im Außenbereich, neue Parkplätze

Im Büro von Bürgermeister Fessler hat man einen Ausblick auf den Spielplatz sowie den neu gestalteten Erlbach. „Auch das Außengelände wird hervorragend angenommen“ sagt er.

Um das neue Rathaus he rum entstanden Freiflächen mit Bänken und Pflanzen. Vor dem Haupteingang ist noch ein Springbrunnen geplant. Richtung Spielplatz und Volksfestplatz wurde eine neue Brücke gebaut und der Erlbach aufgeweitet sowie mit Holzbänken versehen. Richtung Rott-Brücke, die ebenfalls neu gebaut und erst kürzlich eingeweiht wurde, befindet sich zudem ein neuer Parkplatz.

Um das Rathaus entstanden Freiflächen mit Bänken und Pflanzen. Am Haupteingang ist noch ein Brunnen geplant.

Viele der Stellplätze stehen aber aktuell leer. Wegen der Corona-Pandemie ist das Rathaus für den Publikumsverkehr geschlossen. Im Bürgerbüro wird trotzdem gearbeitet. Die Ämter mit öffentlichen Funktionen wie das Standesamt befinden sich in einem der unteren Steine, zu dem auch der offizielle Eingang führt. Gegenüber liegt der große Sitzungssaal sowie der Trausaal, der durch eine Trennwand abgeteilt werden kann. Die unteren Räume sind in einem hellen Grün gehalten.

Leitsystem für blinde Menschen

Der Neubau enthält viele praktische und nützliche Details. Dank einem Aufzug, Rampen und einem Blindenleitsystem ist das Gebäude barrierefrei. Ein barrierefreies WC ist auch von außen erreichbar. Bei der Beleuchtung wurde darauf geachtet, nächtliche Lichtverschmutzung zu reduzieren.

Die Lüftungsanlage schafft im Sitzungssaal einen Luftaustausch für 70 Personen, was besonders zu Corona-Zeiten hilfreich ist. Nur einige Kleinigkeiten fehlen noch: Eine Garage am Parkplatz, der Brunnen am Vorplatz, einige Schreiner- und ein paar Natursteinarbeiten. Doch schon jetzt ist das Gemeindezentrum für seine zukünftigen Aufgaben bestens gerüstet: als einladender Mittelpunkt und effektives Verwaltungszentrum von Großkarolinenfeld.

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