Situation der Asylbewerber beleuchtet

Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung der Nachbarschaftshilfe Schechen erläuterte der Asyl-Ehrenamtskoordinator Lothar Thaler die Problematik „Asyl“ Schechener Bürgern. re
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Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung der Nachbarschaftshilfe Schechen erläuterte der Asyl-Ehrenamtskoordinator Lothar Thaler die Problematik „Asyl“ Schechener Bürgern. re

Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung der Nachbarschaftshilfe Schechen erläuterte der von der Caritas eingesetzte Asyl-Ehrenamtskoordinator Lothar Thaler Schechener Bürgern den aktuellen Stand der Asylbewerbersituation und seinen Aufgabenbereich. Er macht ehrenamtliche Helfer fit für ihre Aufgabe.

Schechen/Pfaffenhofen – Danach sind zum 20. Januarinsgesamt 2 703 Asylsuchende von der Regierung Oberbayern dem Landkreis Rosenheim zugewiesen worden. Hans Holzmeier, Bürgermeister von Schechen, ergänzte, dass seine Gemeinde 45 Flüchtlinge aufgenommen habe. Laut Thaler kommen die meisten aus Afghanistan (562), gefolgt von Syrien (472), Pakistan (375), Nigeria (360) und Eritrea (214). Weniger stammen aus dem Irak (179), Senegal (155) und Somalia (114).

Laut Referent stellen junge Männer zwischen 18 und 35 Jahren die größte Gruppe. Offensichtlich begeben sich vorwiegend junge Männer auf den Fluchtweg, weil sie die Strapazen am ehesten ertragen können. Thaler wies besonders auf die Durchführung von ärztlichen Untersuchungen gleich nach Beginn der Ankunft der Flüchtlinge hin. Zu lange, etwa 1,5 bis zwei Jahre dauere immer noch der Weg von der Meldung über Antragstellung, Prüfung und Anhörung bis zum rechtsgültigen Bescheid. Thaler: „Als Grundsatz gilt, dass der Asylsuchende zunächst illegal einreist. Sein Aufenthalt wird nur zur Durchführung des Asylverfahrens gestattet. Davon zu unterscheiden ist die Duldung, bei der Asylbewerber zwar abgelehnt wurde, eine Abschiebung jedoch aus humanen Gründen nicht erfolgt.“

Koordinator Thaler ging auch auf den häufig diskutierten Kostenaufwand für Flüchtlinge ein. Die monatlichen Ausgaben seien gestaffelt: für alleinstehende Erwachsene 364 Euro, Ehegatten 327, Jugendliche 15 bis 18 Jahre 286, Kinder sieben bis 14 Jahre 252 und Kinder bis sechs Jahre 220 Euro. Diese finanziellen Zuwendungen seien keineswegs überzogen, sondern seien auf ein absolutes Existenzminimum reduziert, weswegen Unterstützungen der verschiedensten Organisationen, der Kommunen und von privater Seite vonnöten seien. Seine Aufgabe bestehe darin, ehrenamtliche Helfer fit für ihren Einsatz zu machen.

Am Schluss ging der Referent auf die besondere Problematik im Zusammenhang mit Asylbewerbern in den Städten wie Köln, Hamburg und Stuttgart ein. „Es steht mir nicht an, zu den politischen Hintergründen dieser bedauerlichen Vorfälle eine Wertung abzugeben.“ Er forderte aber alle Gäste auf, sich von den Gedanken zu verabschieden, diese unerfreulichen Vorkommnisse dem Großteil der Flüchtlinge anzulasten – und schon gar nicht den Menschen, die in der Region Rosenheim Schutz gefunden haben. „Konflikte unter den Asylsuchenden, wie sie leider auch bei uns durchaus vorkommen, sind der räumlichen Enge, der Vielzahl der Menschen und der psychischen Belastung geschuldet“, so der Ehrenamtskoordinator. re

Asyl-Ehrenamtskoordinator Lothar Thaler informierte Schechener Bürger

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