Es hat sich ausgeklappert: Hochmoderne Gullydeckel für die Gemeinde Raubling

Raublings Erster BürgermeisterOlaf Karlsperger (rechts) und der für den Tiefbau verantwortliche Bautechniker der Gemeinde Ingo Schmidtschläger (hinten links) nahmen die Bauarbeiten in Augenschein und überzeugten sich von der tadellos Sanierung der Gullyschächte.

„Klack – klack“, ein Geräusch, das wohl jeder Autofahrer kennt, wenn er über einen Gullydeckel fährt. Im Rahmen einer umfangreichen Sanierung ersetzt die Gemeinde Raubling jetzt nach und nach alle Gullydeckel mit einem neuartigen System. Das Geheimnis liegt im konischen Schachtrahmen.

Raubling – Nervig kann das Geräusch für Bürger werden, die in unmittelbarer Nähe so eines rhythmisch rumpelnden Straßeninstruments wohnen. Spätestens dann, wenn Gullydeckel erste Risse zeigen, kann so eine Abdeckung auch für ein Fahrzeug gefährlich werden, nämlich dann, wenn der Deckel bei der Überfahrt einbricht.

Hohe Belastung durch Lastwagen

Damit die Nerven von Anwohnern geschont werden und nichts Schlimmes passiert, werden in der Gemeinde Raubling die Deckel samt Schachtrahmen im Bedarfsfall ausgetauscht, so im Bereich „Am Baumgarten“g. Neben Personenkraftwagen wird diese Straße auch intensiv vom Schwerlastverkehr genutzt, der seine Spuren hinterlässt. Die Lastwagen drücken bei jeder Überfahrt Fundamente und Deckel immer weiter in die Fahrbahn. Die Folge: Die Straße wird immer schlechter und vor allem bei den Schwerlastern rumpelte es bei jedem Überfahren der Deckel ordentlich.

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Das Rumpelgeräusch habe man aber nicht nur dem Deckel alleine zu verdanken, erklärt Claus-Dieter Haenlein. Er ist promovierter Ingenieur und Inhaber der mit der Sanierung der Gullydeckel beauftragten Firma aus München: ,,Die bislang verbauten Gullys sind alle zylinderförmig.

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Dabei geht der Druck senkrecht nach unten weg und wirkt außerdem immer auf die gleiche Stelle.“ Das Geheimnis der Gullys neuer Bauart liege im konischen Schachtrahmen, der die vertikale Last seitlich in die Fahrbahn ableitet. „Außerdem lässt sich der Schachtdeckel nicht eindrücken“, sagt Haenlein und vergleicht das System mit dem eines Stöpsels an einem Waschbeckenausfluss: „Den kann man auch nicht in den Abfluss hineindrücken. So wird die die Gullykonstruktion insgesamt haltbarer.“

Fünf Jahre Garantie

Aufgrund dieser Erkenntnisse kann Haenlein nach der Sanierung auch eine Garantie von fünf, statt der sonst üblichen zwei Jahren übernehmen. Der Arbeitsvorgang ist denkbar einfach. Mit einem Spezialbohrer wird der bisherige Gullyrahmen ausgefräst, der neue Rahmen samt Deckel eingesetzt und die entstandenen Fugen zur Fahrbahndecke wieder verfüllt. „Fertig“, sagt der Vorarbeiter und schon rollen die Bauwagen weiter zum nächsten Schacht. Etwa zehn bis 15 Stück schafft die Montagemannschaft an einem Tag für einen Stückpreis von rund 2 000 Euro. In diesem Jahr gibt die Gemeinde rund 100 000 Euro für den Straßenunterhalt aus.

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