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Anwohner mit nichts zufrieden

Was tun gegen Raser in der Finkenstraße? Gemeinderat Rohrdorf ist mit seinem Latein am Ende

Geschwindigkeitsreduzierung durch die Blume - war in der Finkenstraße durchaus wirksam, den Anwohnern war aber der Trog nicht schön genug. Und alles andere nicht gut genug oder unmöglich. Bürgermeister Simon Hausstetter, der Gemeinderat und die Verwaltung sind mit ihrem Latein am Ende.
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Geschwindigkeitsreduzierung durch die Blume - war in der Finkenstraße durchaus wirksam, den Anwohnern war aber der Trog nicht schön genug. Und alles andere nicht gut genug oder unmöglich. Bürgermeister Simon Hausstetter, der Gemeinderat und die Verwaltung sind mit ihrem Latein am Ende.
  • VonJohannes Thomae
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Die „30“ auf der Straße? Wollen die Anwohner der Finkenstraße nicht. Den Blumenkübel? Wollen sie auch nicht. Tempo 20 und Radarkontrolle? Will die Polizei nicht. Rumpelschwellen? Will der Winterdienst nicht. Durchgangsverkehr aussperren? Will die nächste Straße nicht. Und nun?

Rohrdorf – Jeder, der einmal eine Sitzung des Rohrdorfer Gemeinderats besucht hat, weiß: Rohrdorfs Verwaltung und auch der Rat sind wirklich ernsthaft bemüht, sich tatkräftig um die Anliegen der Bürger zu kümmern. Manchmal ist man dort aber schlicht mit dem Latein am Ende.

So zum Beispiel bei der Finkenstraße. Einige Anwohner dort bemängelten immer wieder, dass zu schnell gefahren würde. Bodenschweller quer über die Fahrbahn, gern auch „toter Mann“ genannt, wären ihrer Meinung nach ein geeignetes Gegenmittel gewesen.

Toter Mann behindert den Winterdienst

Die aber behindern den Winterdienst und führen oft auch zu einer erhöhten Lärmbelästigung. Nicht nur durch das Überfahren der Schwellen, sondern vor allem durch das anschließende Beschleunigen aus dem Schritttempo heraus.

Also beschloss der Rat, auf den Straßen große „30 km/h“-Markierungen aufbringen zu lassen. Eine Maßnahme, die bei den Anliegern nicht auf Gegenliebe stieß. 30 Stundenkilometer fahre dort sowieso niemand, fast alle langsamer, aber das sei immer noch zu schnell, die 30-Kilometer-pro-Stunde-Markierungen nach Meinung der Anwohner also kontraproduktiv, gewissermaßen die Lizenz zum Rasen.

Prompt wurden die Straßenkennzeichnungen wieder entfernt, stattdessen ein bepflanzter Betonkübel aufgestellt, als blühendes „Verkehrshindernis“, die erwünschte Temporeduzierung quasi durch die Blume gesagt.

Der Kübel war zwar wirksam, aber zugegebenermaßen nicht designpreisverdächtig und auf jeden Fall nicht schön genug für die Anlieger. Also wieder weg mit dem Kübel, der derzeit ungenützt im Bauhof lagert.

Natürlich hatte die Gemeinde – wie von den Anwohnern gewünscht – auch bei der Polizei nachgefragt, ob in dem Wohngebiet eine Temporeduzierung von 30 Kilometer auf 20 Kilometer pro Stunde und in der Folge auch eine Verkehrsüberwachung möglich wäre. Der polizeiliche Bescheid negativ, eine weitere Reduzierung sei dort bei den gegebenen Umständen nicht möglich.

Zeugnis kam per Brief

Trotz aller Bemühungen bekamen Rat und Verwaltung nun von den Anliegern ein miserables Zeugnis ausgestellt und das im Wortsinn: In einem Brief, der auf Bitte der Absender in der jüngsten Gemeinderatssitzung verlesen wurde, bekam die Gemeinde bescheinigt, dass sie das Klassenziel nicht erreicht habe.

Gemeinderäte akzeptieren sitzenbleiben

Worauf man im Gemeinderat beschloss, die Tatsache, dass man nach Einschätzung der Anwohner sitzengeblieben war, einfach zu akzeptieren. Als letzte Maßnahme sollte nun über eine Sperrung der Pfauenstraße verhindert werden, dass die Finkenstraße als Abkürzung benutzt werden kann, das Verkehrsaufkommen dort also noch einmal reduziert. Mittlerweile ist aber auch diese Maßnahme schon wieder aufgehoben: Die Anwohner am südlichen Ende der Pfauenstraße bemängelten, dass ihnen damit der kürzere Weg Richtung Rosenheim versperrt sei.

Der Gemeinderat streckt die Waffen

Am Ende bleibt es also doch bei dem, was die Gemeinderäte schon in der Sitzung meinten: Weitere Schritte, so das einstimmige Votum des Gemeinderates, wird es dort nicht mehr geben. Vielleicht, so die Meinung des Rates, wäre es bei dieser Straße, die fast ausschließlich von den Anliegern befahren wird, ja sinnvoll, wenn diese sich untereinander auf ein weiter reduziertes Tempo verständigten.

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