Segen für neu geschaffene Zunftstange

Das neue Erkennungszeichen der Schiffleutbruderschaft Neubeuern: Vorstand Michael Konrad (Mitte) präsentiert die neue Zunftstange zusammen mit ihren Herstellern (von links) Georg Poll (Schmiedearbeiten), Richard Schwarz (Entwurf), Michael Pertl (Fassung und Anstrich) sowie Josef Englberger (Bearbeitung der Stange). Foto schwitteck
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Das neue Erkennungszeichen der Schiffleutbruderschaft Neubeuern: Vorstand Michael Konrad (Mitte) präsentiert die neue Zunftstange zusammen mit ihren Herstellern (von links) Georg Poll (Schmiedearbeiten), Richard Schwarz (Entwurf), Michael Pertl (Fassung und Anstrich) sowie Josef Englberger (Bearbeitung der Stange). Foto schwitteck

Neben den Vereinsregularien stand in der Jahresversammlung der 409 Mitglieder starken Schiffleutbruderschaft Neubeuern die Segnung der neuen Zunftstange auf der Tagesordnung. Die Verbundenheit der "Innschiffer" über Gemeindegrenzen hinweg machte die Teilnahme der Schiffleutbruderschaften von Nußdorf und Wasserburg deutlich. Zahlreiche Mitglieder aus Tirol fanden den Weg nach Neubeuern, wie auch Kufsteins Zweiter Bürgermeister, Professor Dr. Meier.

Neubeuern - Diese Zusammengehörigkeit verdeutliche die neu geschaffene Zunftstange, sagte Pfarrer Reuder, selbst Mitglied in der Schiffleutbruderschaft. Sie zeigt eine Plätte, das Wappen der Gemeinde sowie einen Schiffshaken. In einem der Versammlung vorausgehenden Festgottesdienst in der Pfarrkirche gab Reuder der Zunfstange den kirchlichen Segen.

Als neu gewählter Vorstand leitete erstmals Michael Konrad, Enkel von Michael Schmidl, dem letzten Schiffs- und Bootsbauer am Inn, die Jahresversammlung. In seinem Rückblick verwies Konrad unter anderem auf die Teilnahme des Vereins an Trachtenfesten, kirchlichen Fest- und Jahrtagen in der Region. Der Floßbau im Rahmen des Ferienprogramms habe großen Anklang gefunden. Dabei sei den Kindern die Bedeutung der früheren Handwerksarbeit rund um das Thema Wasser vermittelt worden.

In diesem Jahr soll der Schiffleut-Wanderweg fertig- gestellt werden, kündigte der Vorstand an. Der Weg werde zu historischen Stellen führen, die mit der Innschifffahrt in Verbindung stehen. Bei einem Fest am Schiffstadl in Altenmarkt soll der Weg eröffnet und Gästen wie Einheimischen nähergebracht werden.

Bürgermeister Josef Trost stellte in der Versammlung die Broschüre "Handelsweg Inn" vor. Nach umfangreicher Recherchearbeit hatten die Euregio Inntal und die Projektpartner aus Bayern und Tirol im Rahmen eines EU-geförderten Projektes diese Broschüre zur Geschichte und Gegenwart des bedeutenden Handelsweges verfasst. Hauptziel ist, das Bewusstsein bei Einheimischen und Touristen für die Innschifffahrt und die damalige Geschichte beziehungsweise Kultur zu wecken. In einjähriger Kooperation wurde zum gemeinsamen Auftritt der Projektpartner - Hall in Tirol, Schwaz, Kufstein, Neubeuern, Rosenheim, Wasserburg - von fachkundigen Autoren eine innovative, wissenschaftlich fundierte Kulturbroschüre entwickelt, die interessante Aspekte zum Thema präsentiert und alle Angebote wie etwa Museen zum Inn oder zur Innschifffahrt diesseits und jenseits der Grenze zusammenfasst.

Die kostenlose Broschüre liegt ab sofort für alle interessierten Bürger in der Gemeindeverwaltung sowie in der Gästeinformation auf.

Innmuseumsleiter Kreiwig informierte die Versammlung über den vier Zentner schweren Anker, der am Schiffstadl in Altenmarkt befestigt ist. Es ist eine Leihgabe der Gemeinde Brannenburg. Der Anker sei vermutlich beim Bau des Pionierhafens der Brannenburger Kaserne gefunden worden und habe dann seine Bleibe in der Raufutterhalle der Kaserne gefunden. Beim Umbau des Gebäudes zu einem Einkaufsmarkt war der Anker im Weg; er wurde der Gemeinde Neubeuern überlassen. Der Anker stamme nicht von der Innschifffahrt, dafür sei er zu schwer, so der Museumsleiter. Vermutlich sei der Anker bei der Innverbauung eingesetzt worden.

Sepp Englberger verwies auf das Treffen der historischen bayerischen Trachten, das der Trachtenverein am 9. Mai ausrichtet. Nußdorfs Vorstand der Schiffleute, Altbürgermeister Dettendorfer, lud abschließend zum Jahrtag nach Nußdorf ein. swt / ul

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