Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Feuerwehr packt an

Schwabering: 4000 Stunden Eigenleistung der Feuerwehrler fürs Traumgerätehaus

Beim Weißeln der großen Fahrzeughalle fanden sich reichlich Aktive ein, griffen zu Pinsel, Rolle und Farbe.
+
Beim Weißeln der großen Fahrzeughalle fanden sich reichlich Aktive ein, griffen zu Pinsel, Rolle und Farbe.
  • Sylvia Hampel
    vonSylvia Hampel
    schließen

Drei riesige, noch leere Tore weisen ziemlich eindeutig darauf hin: Hier wird ein Feuerwehrhaus gebaut. Den Innenausbau übernehmen die Frauen und Männer der Schwaberinger Feuerwehr weitgehend selber. Und leisten tausende Arbeitsstunden.

Söchtenau-Schwabering – Im Schwaberinger Gewerbegebiet, direkt neben dem Vereinsstadel, entsteht das neue Domizil der Schwaberinger Wehr. „Ein sehr guter Standort“, findet Kommandant Markus Bergbauer. Denn die 56 Aktiven kommen aus den umliegenden Ortsteilen schnell hin, es wird genug Parkplätze geben, das Katastrophenfall-Lager des Landkreises ist nur ein paar hundert Meter weiter.

Altes Gerätehaus war „schlicht unzulässig“

Dass die Schwaberinger Wehr dringend ein neues Gerätehaus braucht, war spätestens 2019 auch dem letzten Zweifler klar. Kreisbrandrat Richard Schrank beurteilte das alte Gerätehaus neben dem Kindergarten als „schlicht unzulässig“ (Plus-Artikel OVB-Online), und das neue Löschfahrzeug passte nicht hinein.

Spatenstich vergangenen Sommer

Pläne gab es da schon seit ein paar Jahren. Bis zum Spatenstich sollte es aber noch dauern. Der war schließlich im Juli 2020.

Profis stellten die Hülle

Dann waren zunächst die Profis dran, gossen die Bodenplatte und stellen die Hülle des Gebäudes. „Wir haben aber auch kurz danach angefangen“, so Bergbauer. Das Holz des Dachstuhls war schon von Feuerwehrlern gestrichen, bevor es überhaupt aufs Gebäude kam.

Nur der Fliesenleger fehlt

Dass die Aktiven, die passiven und fördernden Vereinsmitglieder und vielleicht auch der Nachwuchs mit anpacken würden, das war von vornherein klar. Auch, weil nahezu jedes Gewerk von mindestens einem Feuerwehrler beruflich ausgeübt wird, „nur Fliesenleger haben wir keinen“, lacht Bergbauer.

Baustelle wird wöchtentlich aufgeräumt

Und wer handwerklich nicht so geschickt ist, der ist sicher zum Aufräumen der Baustelle und Müll entsorgen zu gebrauchen. Denn das übernahm die Feuerwehrtruppe, so stellen es die Handwerksfirmen nicht in Rechnung. Auch das hilft, im Kostenrahmen von zwei Millionen Euro (Plus-Artikel OVB-Online) zu bleiben.

Dachdecken erledigten die Feuerwehrler selber.

Immer jemand im Einsatz

Eigentlich ist täglich jemand auf der Baustelle, erzählt der Kommandant. Und am Wochenende sowieso. „Wenn ich in unsere große Gruppe schreibe, dass ich Leute auf der Baustelle brauche, sind in kürzester Zeit 15 oder 20 da“, freut sich Bergbauer über das Engagement der insgesamt 214 Feuerwehrmitglieder – Jugendwehr noch gar nicht mitgezählt.

Für Frauen und Männer

Es gibt aber auch genug zu tun. Denn heute muss ein Feuerwehrgerätehaus über Toiletten, Duschen und Umkleiden für Frauen und Männer verfügen, einen Aufenthalts- und einen Schulungsraum haben, eine Küche bezahlte der Feuerwehrverein – ebenso ein Fenster vom Aufenthaltsraum in die Fahrzeughalle.

Neues Haus wird barrierefrei

Außerdem sollte ein neues Gerätehaus möglichst barrierefrei sein. Zur Haustür führt in Schwabering künftig eine Rampe, im Erdgeschoss ist ein Behinderten-WC und der Aufzugschacht ist auch schon zu erkennen.

Schlauchwaschanlage für sechs Wehren

In Schwabering kommt noch eine Schlauchwaschanlage hinzu. An der beteiligen sich auch die Nachbarwehren aus Söchtenau, Prutting, Vogtareuth, Zaisering und Halfing (Plus-Artikel OVB-Online).

Vor der Tür wird ein Defibrilator angebracht, den auch die umliegenden Betriebe nutzen können, das Gerätehaus hat außen einen Starkstromanschluss, „damit wir einsatzfähig bleiben, selbst wenn im Haus eine Katastrophe passiert“, erklärt der Kommandant.

Fußbodenheizung wirtschaftlichste Lösung

Nur die Schlaufen für eine Fußbodenheizung, die sehen auf den ersten Blick nach Luxus aus. „Feuerwehrhäuser müssen bei Energieverbrauch genau wie Wohnhäuser berechnet werden“, erklärt ein durch die Fahrzeughalle laufender Feuerwehrmann im Vorbeigehen, „und dann ist eine Fußbodenheizung die wirtschaftlichste Lösung.“

Einzug im November ist das Ziel

1060 Stunden Eigenleistung haben die Mitglieder der Feuerwehr Schwabering bisher geleistet. Bis das Gerätehaus fertig ist, werden es 3500 bis 4000 sein, schätzt Bergbauer. Sein Ziel: Im November soll es so weit sein. „Ich will aber erst mit der Truppe einziehen, wenn alles fertig ist.“

Und anständig gefeiert wird der Umzug dann, wenn Corona es wieder erlaubt.

Mehr zum Thema

Kommentare