Sechsmonatige Testphase in Nußdorf: Mit dem Radl zum Feuerwehrgerätehaus

Schneller zum Einsatz

Bei einer Übung mit dem neuen Einsatzrad wollte sich Nußdorfs Bürgermeister Sepp Oberauer persönlich von der Schnelligkeit überzeugen und stoppte die Anrückzeit von Wehrler Peter Schmid, der ab sofort mit dem Feuerwehrrad zum Feuerwehrgerätehaus fährt. Foto stv
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Bei einer Übung mit dem neuen Einsatzrad wollte sich Nußdorfs Bürgermeister Sepp Oberauer persönlich von der Schnelligkeit überzeugen und stoppte die Anrückzeit von Wehrler Peter Schmid, der ab sofort mit dem Feuerwehrrad zum Feuerwehrgerätehaus fährt. Foto stv

Nußdorf - Schnelligkeit ist für die Feuerwehr ein Grundprinzip, wenn es darum geht, in Not geratenen Mitbürgern zu helfen. Leider verstreicht immer wieder zu viel Zeit zwischen der Alarmierung der Einsatzkräfte und deren Eintreffen im Feuerwehrgerätehaus, wie unlängst Messungen bei der Feuerwehr in Nußdorf bestätigt haben.

In vielen Fällen wird von den Feuerwehrleuten für die Anfahrt zum Gerätehaus der eigene Wagen genutzt, der aber nicht immer als probates Mittel in Frage kommt. Insbesondere dann nicht, wenn es gilt, relativ kurze Strecken innerhalb des Ortskerns zügig zurückzulegen, wie die Untersuchungen der Kreisbrandinspektion Rosenheim ergeben haben.

Außerdem sind die Parkplätze am Feuerwehrgerätehaus durch die Autos der heraneilenden Feuerwehrleute schnell belegt und die Suche nach einer geeigneten Parkmöglichkeit kostet wiederum zu viel Zeit, während die Fahrradständer oftmals frei bleiben, so die Sprecherin der Feuerwehr Nußdorf, Hilde Dandlberger. Um diesem misslichen Umstand entgegenzutreten, überreichte Nußdorfs Bürgermeister Sepp Oberauer im Rahmen eines Pilotprojektes das erste von zehn geplanten Feuerwehr-Diensträdern. So können bei einem Alarm die in unmittelbarer Nähe zum Gerätehaus wohnenden oder arbeitenden Feuerwehrmänner und -frauen schnellstmöglich auch ohne Auto auf dem kürzesten Weg zum Feuerwehrhaus gelangen. Außerdem werden die Räder mit einem blauen Blinklicht und Signalhorn ausgestattet. Das ermöglicht den Fahrern, Sonderrechte nach der Straßenverkehrsordnung in Anspruch zu nehmen, was nochmals nachhaltig für eine weitere Schnelligkeit sorgen soll. Nach einer Testphase von sechs Monaten soll dann über eine landkreisweite Maßnahme entschieden werden. "Ein toller Nebeneffekt für unsere Umwelt ist die Verminderung des CO2-Ausstoßes der eingesparten Fahrten mit den Kraftfahrzeugen", erklärte Oberauer bei der Übergabe der Räder.

Auch Kreisbrandinspektor Peter Moser, der das Projekt fachlich begleitet, sieht hier ebenfalls positive Nebeneffekte und merkte dazu an, dass durch das Radfahren die körperliche Fitness der Feuerwehrler gestärkt werde. stv

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