Schnell aus dem Startblock: Karl Mair, der neue Bürgermeister von Stephanskirchen

Dieser Aktenberg macht den neuen Stephanskirchner Bürgermeister Karl Mair stolz: Für das Raumordnungsverfahren zum Brenner-Nordzulauf gingen im Rathaus rund 3000 Stellungnahmen von Gemeindebürgern ein.
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Dieser Aktenberg macht den neuen Stephanskirchner Bürgermeister Karl Mair stolz: Für das Raumordnungsverfahren zum Brenner-Nordzulauf gingen im Rathaus rund 3000 Stellungnahmen von Gemeindebürgern ein.

Stephanskirchen – Diplomingenieur und Stadtarchivar, Autor, Leiter eines Politikerbüros und Heimatpfleger – Lebenslauf und Interessen von Karl Mair sind vielfältig. Seit 1.Mai bündelt er all das in seinem Traumjob: Bürgermeister von Stephanskirchen.

Sie waren 18 Jahre Gemeinderat, davon sechs Jahre zweiter Bürgermeister, bevor Sie am 1.Mai ins Stephanskirchner Rathaus wechselten. Hat Sie trotzdem noch etwas überrascht?

Karl Mair: „Die Gemeinde gut zu kennen, ihre Menschen, Ortsteile und Besonderheiten, das hat mir den Start im Rathaus sicher wesentlich erleichtert. Auch wenn ich als Zweiter Bürgermeister viele Erfahrungen sammeln konnte, ist es doch ganz anders, alsErster Bürgermeister die volle Verantwortung zu tragen und Entscheidungen zu treffen. Auch als langjähriger Gemeinderat war mir nicht bewusst, wie lange und aufwändig viele Themen von den Mitarbeitern im Rathaus vorbereitet werden müssen, bis sie in einen Gemeinderatsbeschluss münden können. Sehr gut empfinde ich die Zusammenarbeit mit dem auf 24 Sitze gewachsenen Gemeinderat mit Vertretern aus mittlerweile acht Gruppierungen, wobei die Hälfte der Ratsmitglieder neu im Amt ist. Auch deshalb bemühe ich mich um eine gute Informationspolitik. Gerade die neuen Ratsmitglieder zeigen großes Interesse an Besichtigungen, Ausschusssitzungen und Vorbesprechungen.“

Sie haben in den ersten 100 Tagen schon einiges erreicht – zum Beispiel die Überwachung des Verkehrs durch einen Zweckverband – oder laufende Dinge – wie den Neubau der Grundschule an der Otfried-Preußler-Schule – entscheidende Schritte weitergebracht. Was nehmen Sie sich als Nächstes vor, das nicht schon läuft oder vorberaten ist?

Mair: „Mit dem Beschluss für die Verkehrsüberwachung – sie startet voraussichtlich im November – ist ein Thema endlich vom Tisch, das die Gemeinderatsarbeit jahrelang sehr belastet hat. Beim Grundschulneubau hat der neu gewählte Gemeinderat mit viel Mut ein innovatives Raumkonzept auf den Weg gebracht, das neueste Lernkonzepte ermöglichen wird. An weiteren Aufgaben kommen demnächst die Weichenstellung für unser großes Baugebiet Haidholzen-Südost mit einer Bürgerbeteiligung im September und erste Schritte für das Feuerwehrhausprojekt in Schloßberg. Daneben zeichnen sich viele kleine und große Projekte ab, und – das ist das Spannende an der Kommunalpolitik – viele zukünftige Aufgaben kennen wir heute noch gar nicht…“

Hat der Bürgermeister Mair ein „Herzensprojekt“? Es darf auch ein Kleines sein.

Mair: „Mir liegt unsere Gemeinde am Herzen, somit habe ich viele „Herzensprojekte“. In dieser Zeit großer Veränderungen, auch durch die Corona-Pandemie, geht es aber für Kommunalpolitiker nicht nur um die großen Zukunftsprojekte. Es ist absolut wichtig, unsere heute bereits bestehenden Strukturen, insbesondere im Bereich örtlicher Unternehmen, Nahversorgung, Gastronomie oder auch im Vereinsleben, zu unterstützen und zu erhalten. Unsere Qualitäten zum Wohnen, Arbeiten und Erholen zu bewahren und zu verbessern, ist tatsächlich ein Herzensprojekt von mir.“

Mit ihren 46 Jahren sind Sie unter den neuen Bürgermeistern einer der „Alten“, sonst waren Sie meist der Jungspund. Ein ganz neues Gefühl?

Mair: „Ich fühle mich selbst jung und kreativ und auf jeden Fall im besten Bürgermeister-Alter.“

Ist bei Karl Mair das Glas halbvoll oder halbleer?

Mair: „Halbvoll, weil man als Bürgermeister immer Lösungen und Ziele vor Augen haben sollte – auch wenn man nicht jeden Wunsch erfüllen kann.“

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