GÄRTNERN IM FRÜHLING

Schneiden, zupfen, pflanzen: Vorsitzende der Gartenbauvereine Söchtenau und Riedering geben Gartentipps

Gartentipp von Gertraud Polz: An bunten Frühjahrsblumen, die sich nach dem Verblühen ausgepflanzt im Garten erst richtig wohlfühlen, kann man sich noch jahrelang erfreuen.
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Gartentipp von Gertraud Polz: An bunten Frühjahrsblumen, die sich nach dem Verblühen ausgepflanzt im Garten erst richtig wohlfühlen, kann man sich noch jahrelang erfreuen.
  • vonElisabeth Kirchner
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Für viele ist der Frühling, wenn die Natur täglich grüner und bunter wird, die schönste Jahreszeit. Und noch schöner ist es, wenn man das Blumenmeer oder das Gemüsebeet selbst angelegt hat und später gar die selbst angebauten Pflanzen ernten und sich schmecken lassen kann.

Söchtenau– Die Liste mit anstehenden Gartenarbeiten im Frühjahr lässt sich zwar schnell füllen, aber das sollte niemanden abschrecken, erklärt die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Söchtenau, Gertraud Polz. Die Überbleibsel vom Winter wie Laub sollten jetzt entfernt werden, abgestorbene Pflanzenteile sollte man bodennah abschneiden, um den neuen Trieben Platz zu schaffen.

Wichtig sei auch, die Erde gut zu lockern, weil sich der Boden durch den Frost sehr verhärtet habe. Auch Bäume und Büsche sollten zurückgeschnitten werden. Wolle man Gemüse anpflanzen, könnten schon jetzt Beet oder Hochbeet vorbereitet werden. Unkräuter, die man bereits im Frühling entferne, könnten sich im Sommer nicht ausbreiten.

Eisheiligen abwarten

Vorgezogene Pflanzen oder Gemüse wie Tomaten, Gurken, Paprika oder Zucchini dürfe man aber auf keinen Fall zu früh raussetzen, warnt Polz. Dies sollte erst nach den Eisheiligen geschehen, wenn keine Frostnächte mehr zu erwarten seien, so die erfahrene Gärtnerin.

„Krokusse, Winterlinge und Schneeglöckchen sind jetzt schon wieder am Verblühen“, erklärt Polz in ihrem Garten. Aber bald würden Tulpen, Osterglocken und Hyazinthen Farbtupfer setzen. Ab Ende April und vor allem im Mai seien dann Maiglöckchen, Flieder, erste Rosen, Rhododendren und Hortensien an der Reihe.

Vorfreude auf blühende Blumen

Man kann Gertraud Polz schon jetzt die Lust und Vorfreude auf das Blühen im eigenen Garten ansehen. Ihren Garten hat sie vor über vier Jahrzehnten zusammen mit ihrem Mann Heinrich angelegt. Einiges, was sie angepflanzt hat, ist nicht aufgegangen, fiel Schnecken oder Wühlmäusen zum Opfer. Oder musste raus: Wie ihre drei Buchsbäume, Erinnerungsstücke von der Landesgartenschau 2010: „Der Buchsbaumzünsler hat gewonnen.“

„Probieren geht über studieren.“

Dennoch wolle sie allen Hobbygärtnern und solchen, die es noch werden wollen, raten: „Nur Mut, das Gärtnern geht auch ohne grünen Daumen.“ Seien es Blumen, Büsche, Obstbäume oder Gemüse: „Probieren geht über studieren.“

Thomas Pummerer, Biogärtner aus Tinning bei Riedering und Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Riedering, begrüßt den neuen Trend, sich auf den eigenen Garten zurückzubesinnen oder den Balkon zu begrünen. Vermehrt Jüngere fragten bei ihm in der Gärtnerei nach Saatgut und holten seine Expertise zum Gemüse-Gärtnern und zur Selbstversorgung ein, berichtet er. Sein Tipp: „Nicht gleich übertreiben.“

Schon jetzt kann man Salat an geschützten Stellen einpflanzen. Nachts sollte man ihn aber besser abdecken oder ins Haus holen, empfiehlt Gärtner Thomas Pummerer.

Ein paar Quadratmeter reichen

Wenige Quadratmeter reichten schon aus, und wenn man sich bei der Vorplanung nicht nur mit potentiellen Erntewünschen, sondern mit Bodenbeschaffenheit, Pflanzabständen und Fruchtfolgen auseinandersetze, stünde den ersten eigenen Frühkartoffeln in drei, vier Monaten nichts im Wege. Wer zusätzlich Kräuter oder Blumen ins Gemüsebeet pflanze, profitiere von einer natürlichen Schädlingsabwehr und ziehen nützliche Insekten an. So reduziere Schnittlauch zwischen Erdbeeren gepflanzt die Gefahr, dass Grauschimmel die Früchte befalle.

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Und Ringelblumen seien anfällig für Blattläuse und hielten diese somit von anderen Pflanzen – besonders in Mischkultur mit Kartoffeln und Kohl – ab. Und wenn man keinen eigenen Garten hat? Auch der Balkon könne vom frühen Frühjahr an begrünt werden, so die beiden Experten. Viele Gemüsesorten – von Tomaten, Gurken, Paprika über Sellerie, gelbe Rüben, Salat und Radieschen bis hin zur Süßkartoffel ist da alles möglich – könnten auch problemlos auf dem Balkon in ausreichend großen Kübeln oder Pflanzbeuteln angebaut werden, so Pummerer.

Standort gibtdie Auswahl vor

Der Standort gebe allerdings die Blumenauswahl vor, schränkt Polz ein. Petunien, Geranien und Oleander liebten die sonnige oder halbschattige Balkonseite, während Begonien, Fuchsien und Fleißige Lieschen eher für schattige Balkone geeignet seien. Kräuter aus dem Mittelmeerraum wie Salbei, Thymian oder Lavendel versprächen obendrein noch Genuss für Nase und Augen.

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