Trubel um „Ludwigsgärten“

Schechener Gemeinderat stimmt gegen weitere Balkone und Außentreppen an Quest-Bau

An der Marienberger Straße in Schechen will die Firma Quest zwei Gebäudekomplexe mit 16 Wohnungen und einer Tiefgarage für die Bewohner sowie Besucherparkplätze bauen. Quest/Klinger
+
An der Marienberger Straße in Schechen will die Firma Quest zwei Gebäudekomplexe mit 16 Wohnungen und einer Tiefgarage für die Bewohner sowie Besucherparkplätze bauen. Quest/Klinger
  • vonKatharina Heinz
    schließen

Das geplante Mehrfamilienhaus, das die Firma Quest in Schechen unter dem Namen „Ludwigsgärten“ bauen will, hat in der jüngsten Gemeinderatssitzung für Trubel gesorgt. Grund war ein Antrag des Bauherren, der kurzfristig bei der Gemeinde eingegangen war. Auch einigen Nachbarn missfällt das Vorhaben.

Schechen – Auf dem Grundstück neben der Modest Mitterhuber-Wohnanlage sollen zwei Wohnkomplexe mit 16 Wohnungen und Besucherparkplätzen an der Marienberger Straße entstehen. In der ersten Auslegung sind zwei Einwendungen im Rathaus eineingegangen. Kritik gab es für die Lage der Tiefgaragenzufahrt für die Bewohner, die von der Marienberger Straße nördlich der Gebäude erfolgen soll, und ein erhöhtes Park-Aufkommen sowie mögliche Gefahren durch zusätzlichen Verkehr.

Mehrfamilienhäuser sparen raren Platz

Die Gemeinde hält dagegen: Im Umfeld des Plangebietes stünden neben Ein- und Zweifamilienhäusern auch größere Anwesen. „Im Zuge der Nachverdichtung im Innenbereich und aus Gründen des sparsamen Umgangs mit Grund ist es ortsplanerisch nicht verfehlt, an dieser Stelle auch Mehrfamilienhäuser zu bauen“, betonte Geschäftsleiter Karl-Heinz Salzborn.

Die Tiefgarage diene dem Schallschutz. Ein oberirdischer Parkplatz würde zu mehr Lärm führen. Außerdem gehörten Stellplatzemissionen zum Alltag in Wohngebieten und wären laut einer Studie keine „unzumutbaren Störungen“. Es sei auch geprüft worden, ob die Tiefgaragenzufahrt an anderer Stelle möglich sei, was nicht der Fall sei. Von einer Gefährdung durch den Verkehr gehe die Gemeindeverwaltung nicht aus.

Konflikte mit Landwirten befürchtet

Ein weiterer Anwohner erwähnte unter anderem mögliche Konflikte durch Emissionen der angrenzenden Landwirtschaft. Auch das Grünordnungskonzept, besonders der Umgang mit den bestehenden Bäumen, wurde bemängelt.

In ihrer Abwägung bezog sich die Gemeinde auf eine Auskunft des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, demzufolge im Umfeld des Plangebietes kein landwirtschaftlicher Betrieb bestehe. Sehr kleine oder hobbymäßige Betriebe würden nicht darunterfallen. Zum Baumbestand erläuterte er: „Die Obstbäume im Osten des Grundstücks wurden als ortsprägend eingestuft.“ Gleiches gelte für die Eichen an der Marienberger Straße, Diese sollen erhalten werden.

Firma Quest beantragt weitere Balkone und Außentreppen

Die Einwendung wurden vom Gemeinderat zur Kenntnis genommen. Das Gremium einigte sich einstimmig darauf, dass neben geringer Änderungen keine Anpassungen nötig seien.

Der Antrag des Bauherren, der erst einen Tag vor der Sitzung eingegangen war, wurde abgewiesen. Die Firma Quest hatte die Genehmigung von Balkonen und Außentreppen bis zu einer Tiefe von zwei Metern an der Nord-, Ost- und Südseite am hinteren Gebäude beantragt.

„Jetzt wird es ganz schön massiv“, urteilte Josef Weber (CSU). Auch Martin Rinser (Parteifreie Bürger) meinte, irgendwann sei „das Fassl einmal voll“. Andreas Rausch (CSU) bemängelte eine „Salamitaktik“, mit der jeden Tag etwas Neues auf die Gemeinde zukomme. Architekt Eik Kammerl, dem Bürgermeister Stefan Adam (CSU) ausnahmsweise das Wort erteilte, erklärte: Balkone wären am ersten Gebäude an der Straße schon immer vorgesehen gewesen. Nun wolle man sich die Möglichkeit sichern, an den Maisonette-Wohnungen des hinteren Gebäudes Außentreppen in den Garten zu realisieren.

Keine Diskussionen mit Zuhörern bei Ratssitzung erwünscht

Die Wortmeldung eines Zuhörers, der bei einer Gemeinderatssitzung gewöhnlich nicht sprechen darf, erboste Grabmayer. „Stopp, wenn Ihr jetzt eine Diskussion mit Zuhörern anfangt, dann gehe ich.“ Volker Schmidt (SPD) erklärte, der Antrag sei nicht fristgerecht eingegangen, sodass man sich nicht ausreichend vorbereiten konnte. Er plädierte für eine Zurückstellung des Antrags.

Bauherr verzichtet auf weiteren Antrag

Laut Salzborn könne die zweite Auslegung dann aber frühestens im November starten. Diese Verzögerung wollte der Vorsitzende von Quest, Max von Bredow, wohl lieber vermeiden. Er war als Zuhörer anwesend und signalisierte mit einem Nicken, auf einen erneuten Antrag zu verzichten. Die Gemeinderäte stimmten einstimmig gegen die Balkone und Außentreppen am zweiten Gebäude und machten den Weg frei für eine zügige erneute Auslegung.

Kommentare