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„Ein Flachdach ist doch schöner“

Schechener Gemeinderat entscheidet sich beim Bauvorhaben Edeka um: Das sind die Gründe

Der Supermarkt in der Frontalansicht: Die Photovoltaikanlage auf dem begrünten Dach „verschwindet“ hinter der hochgezogenen Wand.
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Der Supermarkt in der Frontalansicht: Die Photovoltaikanlage auf dem begrünten Dach „verschwindet“ hinter der hochgezogenen Wand.
  • VonKatharina Heinz
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Der neue Edeka, der am Sportplatz-Areal gebaut werden soll, bekommt nun doch ein Flachdach. Noch in der Oktobersitzung sprach sich der Schechener Gemeinderat einstimmig dafür aus, das Gebäude mit einem Satteldach auszustatten.

Schechen – „Das wäre ein richtiger Klotz“, hatte Josef Weber (CSU) in der Sitzung im Oktober die Flachdach-Variante bemängelt. Damals hatte die Verwaltung die Skizzen des Bebauungsplan-Entwurfes vorgelegt. Gerade, weil sich das Vorhaben mitten im Dorf-Zentrum befinde, solle es gefällig aussehen. Das sahen die anderen Bürgervertreter ebenso und legten fest, dass nur ein Satteldach zulässig sei und Photovoltaikanlagen nur aufliegend installiert werden dürfen. Bürgermeister Stefan Adam (CSU) schlug vor, sich in der nächsten Sitzung eine Visualisierung des Vorhabens vom Bauherrn zeigen zu lassen.

Visualisierungen zeichnet klareres Bild

In der vergangenen Sitzung waren daher der Investor sowie der Architekt anwesend. Simon Ettenhuber von der hiw Architekten GmbH aus Straubing erklärte, die Gemeinderäte hätten bisher nur die Zeichnungen, nicht die Visualisierungen gesehen. So sei es schwer, sich das Vorhaben vorzustellen. Das wolle man nun nachholen. Er betonte, dass die Dimensionen des Gebäudes ein Satteldach nicht zuließen. Es handele sich um einen sehr großen Baukörper mit einer Art Vorbau Richtung Osten, der ein Satteldach zudem verziehen würde. Problematisch wäre auch die Photovoltaikanlage, die von der Gemeinde zwingend vorgeschrieben und auch von Seiten der Firma Edeka gewünscht sei. „Je höher das Dach, desto deutlicher wird die Anlage zu sehen sein“, erklärte der Architekt. Vor allem, da die Paneele für eine südliche Ausrichtung schräg angebracht werden müssten. Der alternative und ursprüngliche Vorschlag sieht ein Flachdach mit zwei Prozent Neigung vor. „Das Gebäude hat eine Attika, die das Dach und die Photovoltaikanlage nahezu unsichtbar macht“, so der Architekt. Eine Attika bezeichnet eine hochgezogene Außenwand. In diesem Fall soll sie etwa 60 Zentimeter betragen. Das Dach soll außerdem extensiv begrünt werden, was bei Regen das Oberflächenwasser puffert.

Zunächst herrscht Unverständnis

Die Gemeinderäte hatten zunächst grundlegende Fragen. Andreas Rausch (CSU) meinte: „Wenn wir diese Bilder in der letzten Sitzung schon gehabt hätten, hätten wir sicher anders entschieden.“ Architekt Ettenhuber meinte, die Grafiken lägen ihm schon lange vor, er habe aber nicht gewusst, dass sie in der Oktober-Sitzung benötigt worden wären. In der Verwaltung wusste man dagegen nicht, dass es entsprechende Bilder gibt. Stefan Brüchmann (Parteifreie Bürger) wollte wissen, ob Flachdächer in Zukunft auch bei privaten Bauvorhaben genehmigt würden. Bürgermeister Adam erklärte, dass es von Fall zu Fall Ausnahmen geben könne.

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Roland Schinke (Parteifreie Bürger) erkundigte sich, ob man festsetzen könne, dass die Attika die PV-Anlage verdecken muss. Hans Neumayer (Parteifreie Bürger) fand das wenig sinnvoll, denn sonst könnte die Attika hässlich werden. Manfred Altenweger fragte, ob man beim finalen Plan noch ein Veto-Recht habe. Da schaltete sich der Investor Günther Fischer ein. Er betonte, der Plan würde ja bereits vorliegen. Es gebe auch schon eine Freigabe von Edeka. Er könne dem Gremium zusichern, dass so gebaut werde. Bei der Außenoptik richte man sich nach den Wünschen des Gemeinderates.

Schließlich gab das Gremium den Planern noch eine Hausaufgabe mit. Maria Ganslmaier-Hainzl (Parteifreie Bürger) bat darum, eine Fahrrad- und Kinderwägengerechte Verbindung vom vorhandenen Gehweg zu schaffen. Aufgrund der dortigen Böschung könnte das aber etwas kompliziert werden. Architekt Ettenhuber versprach, nach einer Lösung dafür zu suchen.

Hier an der Rosenheimer Straße soll der neue Supermarkt entstehen.

Mit einer Gegenstimme sprach sich das Gremium dafür aus, das Vorhaben nach den vorgelegten Plänen weiterzuverfolgen. Festgesetzt wurden ein begrüntes Flachdach sowie eine nach Süden ausgerichtete Photovoltaikanlage. Damit geht der Bebauungsplanentwurf in die öffentliche Auslegung. /EW

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