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Frau wurde im Waldsee bei Schechen ohmächtig

Von Badegästen vor dem Ertrinken gerettet - Jetzt sucht die 76-jährige Frau ihre Schutzengel

Sabine Mayer und ihr Mann Jörg an der Stelle am Waldsee, an der sie nur wenige Meter vom Ufer entfernt bewusstlos wurde und untergegangen ist
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Sabine Mayer und ihr Mann Jörg an der Stelle am Waldsee, an der sie nur wenige Meter vom Ufer entfernt bewusstlos wurde und untergegangen ist.
  • VonJulian Baumeister
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Ein Badeausflug an den Waldsee bei Schechen endete für eine Frau (76) fast in einer Tragödie. Sie wurde im Wasser immer wieder ohnmächtig und geriet mit dem Kopf unter Wasser. Nur dank mehrerer „Schutzengel“ hat die Frau den Unfall unbeschadet überstanden. Jetzt will sie ihre Lebensretter finden.

Schechen/Großkarolinenfeld – Die heißen Temperaturen der vergangenen Wochen lockten viele Menschen an die Badeseen in der Region. Auch Sabine und Jörg Mayer aus Tattenhausen. Die beiden Rentner suchten am Montag, 25. Juli, eine Abkühlung im Waldsee bei Schechen. Doch der Badetag endete fast in einer Tragödie: Die 76-jährige Frau wurde beim Schwimmen bewusstlos und ging unter.

Nur durch das schnelle Eingreifen anderer Badegäste konnte Schlimmeres verhindert werden. Jetzt will die Familie die Lebensretter finden.

Plötzliche Bewusstlosigkeit

„Wir sind oft am Waldsee, da der nur vier Kilometer von uns weg ist“, sagt Sabine Mayer. Auch am besagten Montag wollte die 76-Jährige aufgrund der Hitze zum Baden gehen. „Wir sind gegen 11 Uhr an den See gefahren und haben am Kiosk in aller Ruhe etwas gegessen und getrunken“, erzählt Jörg Mayer. Danach suchte sich das Ehepaar, das seit 55 Jahren verheiratet ist, einen schattigen Platz am Seeufer.

„Nach einer halben Stunde hat meine Frau gesagt, dass sie jetzt ins Wasser geht“, sagt der 79-Jährige. Zunächst sei sie wie immer in Ufernähe auf und ab gelaufen. Doch als die Frau ein paar Meter hinausschwimmen wollte, sei ihr ganz komisch geworden. „Auf einmal konnte ich nicht mehr schwimmen und bin untergegangen“, sagt die Frau. Sie versuchte noch, zurück ans Ufer zu kommen oder um Hilfe zu rufen, aber das hätte sie nicht mehr geschafft. „Ich habe keinen Ton herausgebracht, da mein Mund schon voller Wasser war. Danach weiß ich nichts mehr“, erzählt Sabine Mayer.

Laut Polizeibericht erzählten Augenzeugen später, dass die 76-Jährige immer wieder das Bewusstsein verlor und mit dem Kopf unter Wasser geriet, obwohl sie nur wenige Meter vom Ufer entfernt gewesen ist.

Ehemann Jörg Mayer musste die dramatischen Szenen zunächst vom Rande des Sees aus mitansehen. „Ich habe sie nur kurz aus den Augen verloren und dann war es schon passiert“, sagt der 79-Jährige. Als er seine Ehefrau regungslos im Wasser treibend sah, sei er sofort aufgesprungen und losgerannt. „Man kann sich gar nicht vorstellen, wie ellenlang 50 Meter werden. Zum Glück sind schon die ersten Badegäste auf meine Frau zugestürmt“, erzählt Mayer. Sechs oder sieben Ersthelfer zogen die bewusstlose Frau laut Mayer auf einer Luftmatratze aus dem Wasser.

Schnelle Hilfe durch Ersthelfer

Vom Kiosk aus wurde sofort der Notruf abgesetzt. Unter den Ersthelfern war auch eine Krankenschwester, die bis zum Eintreffen des Notarztes mit Erste-Hilfe-Maßnahmen begonnen hatte, erzählt Mayer. Nach zehn Minuten sei der Krankenwagen gekommen und übernahm die weitere Behandlung der Rentnerin. „Ich bin immer mal wieder zu mir gekommen, aber die Erinnerungen an alles seitdem ich aus dem Wasser geholt wurde, sind sehr bruchstückhaft“, sagt Sabine Mayer.

Nach der Erstversorgung am Waldsee wurde die 76-Jährige ins Rosenheimer Klinikum gebracht. Dort wurde laut den Mayers diagnostiziert, dass sich die Lunge von Sabine Mayer beim Unfall mit Wasser gefüllt hatte. Aus diesem Grund musste sie auf die Intensivstation und an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden. „Als ich meine Frau am Dienstag besuchen konnte, dachte ich, sie ist tot“, sagt Mayer sichtlich ergriffen. Überall wären Schläuche und Bildschirme gewesen. „Es war schlimm, vor allem als ich, wahrscheinlich nur routinemäßig, gefragt wurde, ob im Notfall lebenserhaltende Maßnahmen ergriffen werden sollen“, sagt er.

Die Befürchtungen von Jörg Mayer bewahrheiteten sich allerdings nicht. Bereits am Dienstag (2. August) konnte Sabine Mayer aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Keine bleibenden Schäden

„Die Ärzte haben gesagt, dass ich wieder ganz gesund bin und keine bleibenden Schäden davongetragen habe“, berichtet Mayer. „Da bin ich dem lieben Tod noch mal von der Schippe gesprungen.“

Warum der Badeunfall passierte, kann sich die Familie allerdings nicht erklären, da bei Sabine Mayer keinerlei Vorerkrankungen bekannt seien. „Wahrscheinlich hat ihr Kreislauf die Hitze nicht gut vertragen und sie hat ein bisschen zu wenig getrunken“, vermutet Jörg Mayer.

Dass der Unfall so glimpflich ausgegangen ist, lag laut den Mayers an den anderen Badegästen. „Wenn sie nicht so schnell und auch richtig eingegriffen hätten, wäre es vermutlich anders ausgegangen.“ Da alles so schnell gegangen sei, weiß das Ehepaar allerdings nicht, wer Sabine Mayer geholfen hat. „Deshalb hoffen wir, dass sich der ein oder andere Lebensretter noch meldet. Wir wollen Danke sagen.“

Lebensretter gesucht!

Die Familie Mayer bittet darum, dass sich die Badegäste, die Sabine Mayer am Montag, 25. Juli, am Waldsee gegen 14 Uhr geholfen haben, unter redaktion@ovb.net oder 08031/213-223 melden.

Was ist beim Schwimmen bei großer Hitze zu beachten? Die Verhaltenstipps der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Bayern:

Wenn die Temperatur der Luft deutlich wärmer als die des Wassers ist, rät Michael Förster vom Landesverband Bayern der DLRG dazu, sich vor dem Sprung ins kalte Wasser nicht zu lange in der prallen Sonne aufzuhalten. Denn durch den hohen Temperaturunterschied könne man einen Schock erleiden, der Herzkreislauf-Probleme oder im schlimmsten Fall einen Herzinfarkt zur Folge haben kann. Und ein Kollaps im Wasser könne schnell zum Ertrinken führen. „Deshalb ist es wichtig, langsam ins Wasser zu gehen und Körperteile wie Hände und Arme vorher nass zu machen“, sagt Förster. Zudem könne auch beim Baden eine Kopfbedeckung helfen, da auch ein Hitzschlag und kurzfristige geistige Verwirrung im Wasser gefährlich werden könne. Das gilt laut Förster insbesondere für Menschen ab 65 Jahren, aber auch für junge Menschen. „Ebenso sollte auf einen vollen Magen verzichtet werden, das ist auch nicht förderlich für den Kreislauf“, sagt Förster.

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