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Möglichkeiten werden geprüft

Nur noch vier Freiwillige für 44 Geflüchtete: Samerberger Helferkreis fordert Unterstützung

Der Helferkreis hilft bei der Integration der Geflüchteten.Das Foto zeigt das Asylantenfest 2016 am Samerberg, bei dem Asylanten-Kinder gemeinsam mit deutschen Kindern in der Samerberger Grundschule Tänze aufführen.
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Der Helferkreis hilft bei der Integration der Geflüchteten.Das Foto zeigt das Asylantenfest 2016 am Samerberg, bei dem Asylanten-Kinder gemeinsam mit deutschen Kindern in der Samerberger Grundschule Tänze aufführen.

Die Situation der Flüchtlinge hat sich während der Pandemie komplett verändert - Helferkreis fordert Unterstützung von Gemeinde und Politik. Bürgermeister Georg Huber sagte zu, verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten zu prüfen.

Samerberg - Durch die Aufregungen der Corona-Pandemie ist so manches andere Thema in den Hintergrund gerückt und vielleicht auch ein wenig vergessen worden, so zum Beispiel die Situation der Geflüchteten und ihrer Helfer im Landkreis Rosenheim.

Dr. Rainer Schmähling, Sprecher des Helferkreises Samerberg, richtete mit seinem aktuellen Situationsbericht einen klaren Appell um Unterstützung an den Gemeinderat.

Engagement des Helferkreises

Seit 2014 die ersten Geflüchteten am Samerberg ankamen, wurden sie dort von einem gut aufgestellten Helferteam in allen Belangen unterstützt. Es handelte sich größtenteils um bereits anerkannte Flüchtlinge, die mit Sprach- und Integrationskursen über einen längeren Zeitraum auf den deutschen Alltag vorbereitet werden konnten.

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Die Helfer standen umfänglich mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um Arztbesuche, Behördengänge oder Einkäufe ging. Auch eine zusätzlich Lernförderung der Schulkinder, durch den engagierten Helferkreis war möglich.

Das Bild hat sich laut Schmähling jedoch mittlerweile komplett verändert. Während der Pandemie durften die Helfer die Flüchtlingsunterkünfte nicht betreten. Die meisten der ursprünglich betreuten Bewohner sind in der Zwischenzeit weggezogen, die Kontakte abgebrochen. Außerdem beklagte Schmähling, sei der Kreis der Helfer von anfänglich elf auf nur noch drei zusammengeschrumpft.

Kreis der Helfer schrumpft

Aktuell sind in den vier Unterkünften in Eßbaum und Törwang zehn Familien untergebracht. Es sind 44 Personen, mehr als die Hälfte davon Kinder. Der Großteil der Geflüchteten stammt aus Nigeria und ist noch nicht anerkannt, beziehungsweise geduldet. Die Wahrscheinlichkeit einer Anerkennung ist eher gering, die Fluktuation in den Unterkünften hoch. Da die Anbindung zu Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten am Samerberg sehr ungünstig ist und der ÖPNV teuer und schlecht vernetzt, versuchen die Migranten, so schnell wie möglich an andere Orte zu ziehen.

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Dies führe, so Schmähling, insgesamt zu einer sehr instabilen Situation, die im Weiteren dadurch erschwert wird, dass unter den Geflüchteten kaum Menschen mit Englischkenntnissen zu finden seien.

Als größtes Problem sieht Schmähling jedoch die aufwendige Bürokratie und die teilweise schlechte Koordination im Landratsamt Rosenheim, die die freiwilligen Helfer an ihre Grenzen bringt. „Die Arbeit, die im Moment anfällt, ist auf Dauer so nicht zu leisten“, so Schmähling. Seine Bitte an den Gemeinderat ist klar: personelle Unterstützung seitens der Gemeinde und ein Appell an die Politik, bestimmte Prozesse, zum Beispiel Impfungen, bereits in den Erstaufnahmeeinrichtungen durchzuführen, um die Ehrenamtlichen zu entlasten.

Suchen von Unterstützung

Bürgermeister Georg Huber sagte zu, verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten zu prüfen, und ergänzte, dass MdB Daniela Ludwig Ende November zu einem Ortstermin in den Samerberger Kindergarten kommen werde. Bei dieser Gelegenheit, werde die Verwaltung auch den zuständigen Abteilungsleiter des Landratsamtes einladen und die geschilderten Probleme ansprechen.

Als kleines Dankeschön für die geleistete Arbeit überreichte Bürgermeister Huber einen Tankgutschein für die ehrenamtlichen Helfer an Dr. Schmähling. (red)

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