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Runder Tisch zum Thema Mountainbike

Miteinander am Berg: Wie kann Radsport, Almbewirtschaftung und Natur vereint werden?

Nicht ungefährliche Begegnung von Mountainbikern mit Kälbern auf Samerberger Almweiden.
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Nicht ungefährliche Begegnung von Mountainbikern mit Kälbern auf Samerberger Almweiden.
  • Anton Hötzelsperger
    VonAnton Hötzelsperger
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Freizeitgenuss und Naturschutz können sich immer dann in die Quere kommen, wenn gegenseitige Rücksichtnahme oder Grundwissen fehlen. Konfliktsituationen gemeinsam zu erörtern und zu entschärfen, war der Anlass für Gemeinde und Gäste-Information Samerberg, um zum Thema Mountainbiken zu einem zweiten „Runden Tisch“ einzuladen.

Samerberg/Hochries – Bürgermeister Georg Huber und Monika Schimanski als Leiterin der Gäste-Information freuten sich, dass das Thema auf überörtliches Interesse stieß.

Hinweisschilder helfen

Den Gesprächsteilnehmern war es ein Anliegen, für ein gutes Miteinander in der Natur zu sorgen. Insgesamt konnte festgestellt werden, dass sich die Konfliktsituation im Hochriesgelände im zweiten Halbjahr 2021 zwischen Anlieger, Radfahrer und Wanderer wieder etwas beruhigt hat. Mit dazu beigetragen haben die Hinweisschilder bezüglich der Fahrstraße zur Mittelstation beim Bikepark.

Auch von den angrenzenden Gemeinden innerhalb des Chiemsee-Alpenland-Tourismusverbandes konnte von einer „Entschärfung“ aufgrund regelmäßiger Aufklärung beobachtet werden. „Die Idee, einen weiteren Weg zur Mittelstation zu schaffen, steht aber weiterhin noch im Raum“ – so Bürgermeister Georg Huber, der darum bat, Schilder und Plakate einzusetzen ohne einen „Schilderwald“ zu schaffen.

Erfolg der „Naturschutz-Ranger“

Carmen Neumann vom Landratsamt Rosenheim informierte von den Erfolgen von „Naturschutz-Rangern“ im Miesbacher Raum „Oftmals haben die Besucher kein Hintergrundwissen und sind durchaus dankbar, wenn ihnen erklärt wird, warum ihr Verhalten in der freien Natur der Tier- und Pflanzenwelt schaden könnte“. Mittlerweile ist die gesamte bayerische Alpenkette von Gebietsbetreuern besetzt.

Die Hauptaufgaben der Ranger liegen in der Besucherstromlenkung und in der Öffentlichkeitsarbeit in Kooperation mit Tourismusverantwortlichen, Bergwacht, Kommunen, Alpenverein, Amt für Landwirtschaft, Jägerschaft und Naturschutzbehörden.

Ein Beispiel ihrer aktuellen Projekte – so Gebietsbetreuerin Neumann weiter – ist die Sperrung des Weges für Radfahrer am Laubenstein von den Almen zum Gipfel.

DAV darf nur Fußwege pflegen

Seitens des Deutschen Alpenvereins informierte Benjamin Trotter vom Projekt „Bergsport Mountainbike – nachhaltig in die Zukunft“ die Problematik von neuen Wegen hinsichtlich Haftung, Trägerschaft und Projektfinanzierung. Dazu ergänzte DAV-Vorsitzender Müller: „Der Alpenverein darf im Moment keine neuen Wege bauen. Zudem betreut der DAV nur Fußwege, die in den DAV-Karten ausgewiesen sind. Die Pflege der Wege bei stärkerer Nutzung durch Mountainbikes, wird schwer sicherzustellen sein“.

Sarah Müllinger informierte, dass der Tourismusverband Chiemsee-Alpenland einem Mountainbike-Arbeitskreis entlang der oberbayerischen Alpenkette angehöre. Durch diesen sei die Kommunikationskampagne „Fairbike“ entstanden, wodurch die Besucherstrom-Kampagnen unterstützt wurden. In Aschau habe sich ein eigener Verein gegründet, der in Abstimmung mit Gemeinde und Forst ein neues Angebot für Mountainbiker im Kampenwandgebiet schaffen wolle.

Matthias Iden von der Radabteilung des WSV Samerberg könnte sich vorstellen, auch auf dem Samerberg mit dem Tourismusverein eine Kooperation einzugehen, eventuell auch zusammen mit den umliegenden Radsportvereinen. Ein Leader-Projekt könnte dienlich bei der Lösungssuche für Langzeitpflege und Finanzierung von neuen Angeboten sein oder die Beanspruchung des Programms zur Förderung von umwelt- und klimaverträglichen Naturerlebnis- und Naturtourismusangeboten in bayerischen Kommunen.

Man bleibt im Gespräch

Auch der derzeit stattfindende Leitbildprozess der Gemeinde Samerberg kann zu diesem Thema eine gute Grundlage bieten. In diesem Sinne sollen die Gespräche weiter fortgeführt werden. Für den Juni dieses Jahres ist ein nächster „Runder Tisch“ zum Thema „Radfahren und Freizeit im Hochriesgebiet“ vorgesehen.

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