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In Eigenregie sanieren sie das Bauwerk

Wie die Historische Samergruppe und Nußdorfer Schiffleute die alte Mühle wiederbeleben

Erste Arbeitseinsätze mit Pferd und Karren beim Wasserrad – dabei von links Franz Sikora, Peter Sattlberger, Michael Stuffer mit seinem Pferdegespann (Samer), Hans Dettendorfer, Markus Dettendorfer und Benno Geller (Schiffleit) sowie Han Schrödl, Walter Wagner, Hans Sattlberger und Michael Sattlberger.
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Erste Arbeitseinsätze mit Pferd und Karren beim Wasserrad – dabei von links Franz Sikora, Peter Sattlberger, Michael Stuffer mit seinem Pferdegespann (Samer), Hans Dettendorfer, Markus Dettendorfer und Benno Geller (Schiffleit) sowie Han Schrödl, Walter Wagner, Hans Sattlberger und Michael Sattlberger.
  • Anton Hötzelsperger
    VonAnton Hötzelsperger
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„Die Mühle wieder lebt, das Wasserrad sich dreht“, das ist das Ziel der Historischen Samergruppe und Nussdorfer Schiffleute. Sie wollen denkmalgeschützten Mühle zwischen Nußdorf und Samerberg wieder zum Laufen bringen – und das

Samerberg/Nußdorf – Seit fast 35 Jahren gibt es auf dem Samerberg und beim Trachtenverein Hochries-Samerberg eine historische Samergruppe. Gegründet hatte diese der Ehrenvorstand des Vereins Hans Sattlberger senior, derzeitiger Vorsitzender ist dessen Bruder Michael Sattlberger senior aus Schweinsteig. Ziel und Aufgabe des Vereins war und ist es, die Heimatgeschichte vorzeigbar zu machen und die Säumerei wachzuhalten, nachdem die Samerberger bis zum Jahr 1752 das Privileg für den Salz- und Warentransport auf dem Pferderücken hatten.

Die Samer sind mit ihren Fäsern unterwegs.

Noch bis in die 50er Jahre aktiv

Als die Samer im Winter überlegten, was sie heuer an eigener Aktivität unternehmen könnten, schlug Hans Schrödl senior vor, sich der denkmalgeschützten Mühle zwischen Nußdorf und Samerberg zu widmen. Diese Mühle war noch bis 1948 in Betrieb. Dazu die Samer: „Das von der Mühltalstraße gut sichtbare Wasserrad und ihr interessanter Wasserzulauf ist ein absolut magischer Blickfang und Highlight für jeden, der durch das äußerst romantische Mühltal wandert, radelt oder fährt“.

Der Vorschlag der Samerberger fiel bei den Nussdorfer Schiffleuten mit ihrem Vorsitzenden Hans Dettendorfer auf fruchtbaren Boden und man einigte sich, die Instandsetzung des Wasserrades gemeinsam anzugehen. Ziel ist es, dass sich das historische Wasserrad zum traditionellen Müllner-Tag am Pfingstmontag, 6. Juni wieder dreht.

Arbeitsaufwand am Mühlengebäude wird ehrenamtlich geleistet

Sollte als zweiter Schritt möglich werden, das völlig zerstörte Holz-Zahnrad mit rund 2,5 Metern Durchmesser im Gebäude-Inneren, das die Transmission antreibt, zu erneuern müsste für die Materialkosten eine Spendenaktion gestartet werden. Dies allerdings – so Michael Sattlberger – ist eine Mammut-Aufgabe auf längere Zeit. Der Arbeitsaufwand am Mühlengebäude wird ehrenamtlich geleistet.

Ansprechpartner für die Samer und Schiffleute für das Wasserrad und für das historische Mühlengebäude im Mühltal sind Ludwig Maier, Michael Angermaier und Pater Walter Huber. Diese reagierten mit Freude „Ich habe immer schon daran geglaubt, dass irgendwann Jemand kommt und sich der Instandsetzung annimmt“, sagt Pater Huber. Bereits in den 80er-Jahren und vor einiger Zeit nochmals wurde vom Besitzer Ludwig Maier der oberirdische Wasserzulauf mit Lärchenholz erneuert. Ein Teil dieser Kosten wurde von den Gemeinden Nussdorf und Samerberg mitgetragen. Beim Versuch, beim neuen Wasserlauf das Wasserrad wieder in Betrieb zu setzen, ging bei der Rad-Drehmechanik einiges zu Bruch – so Pater Huber. Seitdem und seit vielen Jahren steht das Wasserrad der denkmalgeschützten Mühle leider still.

Eine von Michael Sattlberger senior gebaute Plätte.

Schiffleute-Bruderschaft feiert heuer

Der erste Arbeitseinsatz wurde gemeinsam mit den Nußdorfer Schiffleit und den Samern geleistet. Dabei wurde das über die Jahre eingeschwemmte Kies mit Pferd und Karren weggebracht. Im übrigen gibt es heuer das Vereins-Jubiläum „400 Jahre Schiffleut-Bruderschaft“ in Neubeuern, am Festsonntag, 22. Mai werden sich auf dem dortigen Marktplatz auch die Samer vom Samerberg präsentieren.

Ziel der Samer und Schiffleute ist folgender Schluss-Spruch nach Ende der Arbeiten: Die Mühle wieder lebt. Das Wasserrad sich dreht. Ein Anblick, der nicht nur uns g´freit. Auch Gäste und die Allgemeinheit.

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