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Er begann 1991

Austragsbauer Simon Bauer ist mit 92 Jahren der letzte Wetter-Aufzeichner im Priental

Mithilfe eines Tablets übermittel Simon Bauer täglich die Daten an den Deutschen Wetterdienst.
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Mithilfe eines Tablets übermittel Simon Bauer täglich die Daten an den Deutschen Wetterdienst.
  • Anton Hötzelsperger
    VonAnton Hötzelsperger
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Seit 1991, also seit nunmehr 30 Jahren schaut Simon Bauer aus Stein nach dem Wetter und stellt seine Feststellungen tagtäglich dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zur Verfügung. Damit ist der 92-jährige Austragsbauer der einzige und letzte Wetter-Aufzeichner im Priental.

Sachrang/Stein – Seit 1931 gibt es die regelmäßigen Wetter-Aufzeichnungen, Simon Bauer kam zu dieser Aufgabe, als er seinen Hof übergab. Seine Schwägerin, die bereits in Sachrang für den Wetterdienst tätig war, hatte ihn dem DWD für dieses Amt vorgeschlagen. Anfangs galt es noch viele Aufzeichnungen mit der Hand vorzunehmen.

Handschriftliche Datensammlung

Simon Bauer: „Da hatten wir zwei Behälter, in einem war eine Uhr, die jeden Tag aufgezogen werden musste und die dank Schuber und Nadel die Niederschlagsmenge anzeigte.“ In ein Buch trug der Wetterwart dann auch die weiteren Wetterbeobachtungen ein, für Schneeflocken, Nieseln, Sicht, Nebel und Wind gab es je drei Stufen. Dazu galt es festzuhalten, wie es um den Erdbodenzustand bestellt ist, zum Beispiel, ob er gefroren oder feucht ist. Im Laufe der Jahre und der technischen Entwicklungen habe sich Vieles vereinfacht, gesteht Bauer im Rückblick auf die Jahrzehnte seiner Tätigkeit. Die Wetterstation zum Auffangen und Auswerten der Niederschläge ist inzwischen mit Strom versorgt und die Aufzeichnungen erfolgen meistenteils automatisch.

Der Deutsche Wetterdienst würdigte Bauers Verdienste mit einer Plakette.

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Bestimmte Angaben wie zum Beispiel zu Schneefall, Schneeart und Schneemenge fügt Simon Bauer noch persönlich ein – aber nicht mehr in sein Tagebuch, sondern er übermittelt die Daten mit einem Tablet. „Mit der Natur war ich schon immer verbunden. Als Bauer musste ich das Wetter ja im eigenen Interesse beobachten und beachten, sodass mir diese Beschäftigung mit der Wetterstation direkt vor der Haustür leicht fällt“, so der rüstige Wetterwart. Bauer interessiert sich auch für klimatische Veränderungen. „Seit den Aufzeichnungen vom Jahr 1931 hat es nur einmal einen Monat gegeben, der ohne jeglichen Niederschlag und ohne einen Tropfen Regen war. Das war ein November.“ Das genaue Jahr weiß der Sachranger allerdings nicht mehr genau.

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Der Deutsche Wetterdienst ist sehr dankbar für die Tätigkeiten der ehrenamtlichen Wetterdienste. Simon Bauer, der im Falle einer örtlichen Abwesenheit von seiner Schwiegertochter Leni vertreten wird, hat in all den 30 Jahren alle Tage die Beobachtungen aufgezeichnet. Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums wurde der Sachranger vom DWD mit einer Urkunde und einer Plakette mit Sonderprägung ausgezeichnet.

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