Rückblick auf 125-jähriges Bestehen

Bürgermeister Bernd Fessler überreicht das „Notgroschen-stille Reserve-Kuvert an den Vorsitzenden Georg Weichselbaumer.

Tattenhausen –. Mit einem großen Fest feierte der Krieger- und Reservistenverein Tattenhausen sein 125-jähriges Bestehen im Vereinslokal „Zum Bräu“.

Die Vorstandschaft organisierte ein gelungenes Rahmenprogramm, bei dem auch die Festjungfrauen der Fahnenweihe von 1958, die Herbergsmutter der Fahnenweihe von 1993 sowie die Fahnenmutter und die Fahnenbraut anwesend waren.

Veteranenvorsitzender Georg Weichselbaumer ließ in seiner Ansprache die vergangenen 125 Jahre Revue passieren, untermalt von alten Fotos aus der Chronik.

Eigene Fahne für 530 Mark

Die Gründungsmitglieder waren anfangs Mitglieder beim Veteranen- und Kriegerverein Tuntenhausen, bevor sie sich im Jahr 1892 entschlossen, einen eigenen Verein in Tattenhausen zu gründen. Der neu gegründete Verein leistete sich für 530 Mark eine eigene Fahne, die am 26. Juni 1886, mit Unterstützung des Patenvereins aus Tuntenhausen, feierlich eingeweiht wurde. Dann kam der Erste Weltkrieg und 64 wehrfähige Männer zwischen 18 und 45 Jahren aus Tattenhausen wurden eingerufen. 13 starben auf dem Schlachtfeld. Am 1. Mai 1920 fand eine „Heimkehrfeier“ zu Ehren der Kriegsteilnehmer im Gasthaus in Thonbichl statt, in der alle Festjungfrauen Prologe vortrugen.

Ein weiteres denkwürdiges Ereignis, das aus der Chronik entnommen werden konnte, war die Enthüllung und die Einweihung des neu errichteten Ehrenmals am 15. Juli 1923. Gefeiert wurde mit 14 auswärtigen Vereinen. Das Ehrenmal fertigte der Steinmetzmeister Michael Maier aus Großkarolinenfeld an. 29 Jahre später wurde der Steinmetzbetrieb Meier aus Kolbermoor mit der Sanierung und der Anbringung einer Steintafel mit den Namen der Gefallenen beider Weltkriege am Ehrenmal beauftragt.

Da die erste Vereinsfahne, die bei der Gründung angeschafft wurde, in die Jahre gekommen war, schlug Georg Hofmann bei der Jahresversammlung 1956 vor, eine neue Vereinsfahne bei der Firma Auer für 1700 Mark anzuschaffen. Die Umsetzung dauerte weitere zwei Jahre, bis am 26. Mai 1958 die feierliche Fahnenweihe begangen werden konnte. Ganz in Weiß gekleidet, begleiteten Betty Speckmeier als Fahnenmutter und Anni Baumann die Fahne. Da zur damaligen Zeit Böllerschießen vom Landratsamt untersagt war, musste für die bevorstehende Fahnenweihe für 698 Mark eine Salutkanone erworben werden, die auch heute noch bei allen Kirchenfesten zum Einsatz kommt.

Mit einem weißen Orchideenstock bedankte sich Vorsitzender Weichselbaumer bei der Fahnenmutter Johanna Weichselbaumer, der Fahnenbraut Claudia Rinser sowie bei den Festjungfrauen Evi Fiederer, Sabine Hofmann, Petra Kleinmaier, Simone Maierbacher, Daniela Piller, Sabine Rieder, Rosemarie Rinser und Irmi Stocker. Die Herbergsmutter Rosa Fiederer wurde von Käthi Pronberger vertreten.

Bürgermeister Bernd Fessler lobte die Präsenz des Vereins im Dorfleben und betonte, dass damit auch ein großer Beitrag zum Frieden in der „Gmoa“ geleistet wird. Fessler überreichte dann auch noch das Kuvert mit „Notgroschen-stiller Reserve“.

Besonderer Moment: Die Vorstandschaft des Patenvereins Tuntenhausen überbrachte, als Dank für die gute Zusammenarbeit, einen gefüllten Proviantwagen. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Karolinenfelder Blasmusik unter der Leitung von Karl Beinhofer. est

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