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Am 2. Mai beigesetzt

Ein Tüftler und Oldtimerfan: Multitest-Gründer Ekkehard Ueberreiter starb in Rohrdorf

Ekkehard Ueberreiter liebte es, an seinen Oldtimern zu schrauben, ihre Mechanik zu ergründen. 
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Ekkehard Ueberreiter liebte es, an seinen Oldtimern zu schrauben, ihre Mechanik zu ergründen. 
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
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Er war ein Tüftler, der nach dem Abitur erstmal eine Lehre als Starkstromelektriker machte, bevor er doch noch studierte. Und der im Ruhestand seine Faszination für Oldtimer entdeckte. Jetzt starb Ekkehard Ueberreiter im Alter von 77 Jahren.

Rohrdorf-Hetzenbichl – Ueberreiter hatte mit seinem Freund Hans-Heinrich Willberg, den er beim Sport, beim Skitourengehen, kennengelernt hatte, am 30. März 1980 die Firma „Multitest“ gegründet. Willberg und Ueberreiter entwickelten Handhabungssysteme zur Qualitätssicherung der internen Schaltkreise de Elektronik. „Bis dahin musste jedes Gerät einzeln getestet werden. Wir bauten die Maschinen, mit denen ungezählte Geräte getestet werden konnten“, so Willberg. Der erste Kunde der jungen Unternehmer war die Firma Haidenhain aus Traunreut.

Siemens-Infineon war größter Kunde

Und dann begann eine Erfolgsgeschichte. Multitest wuchs ständig. Schließlich kamen die Hersteller von Bauelementen auf Ueberreiter und Willberg zu: sie wollten noch größere Testkapazitäten, wollten in noch größeren Temperaturbereichen testen können. Der größte Kunde war Siemens, heute Infineon.

600 Mitarbeiter arbeiteten für Multitest an den Standorten Rosenheim, San Jose, Singapur, Malaysia und auf den Philippinen. „Ekkehard Ueberreiter hatte ein soziales Gewissen für uns Mitarbeiter“, erinnert sich ein Ehemaliger, dem Ueberreiter in einer schwierigen persönlichen Situation sehr geholfen hat und der deswegen nicht genannt werden will.

1994 stieg Willberg aus dem Unternehmen aus, Ueberreiter machte bis 2001 alleine weiter, verkaufte dann an die Dover Corporation. Und stürzt sich aufs Drachenfliegen und vor allem auf Oldtimer.

2002 in Afrika ersten Oldtimer gekauft

2002 habe er die ersten Oldtimer in Afrika bewusst gesehen und gleich gekauft, erinnert sich seine Lebensgefährtin Johanna Böhnke. Andere Oldtimerfans lieben die sinnlichen Kurven ihrer Fahrzeuge, Ueberreiter hingegen war von der Mechanik der Autos fasziniert. „Er wollte immer wissen, wie das funktioniert, hat lange an seinen Autos gebastelt“, erzählt Johanna Böhnke. Auf dem Hof in Hetzenbichl hatte er viel Platz zum Schrauben.

Die alten Prachtstücke verstaubten aber nicht auf dem Hof, sie wurden immer wieder auch bewegt. Mit einem „Orient“ Baujahr 1904 nahm Ueberreiter an der klassischen Ausfahrt von London nach Brighton teil, bei der „Bavaria Historic“ des ADAC wurde er zum Stammgast. Wie auch Johanna Böhnke, die seine Oldtimer-Leidenschaft teilt, selber sieben Mal – mit und ohne Ueberreiter – an der Bavaria Historic teilnahm.

Ueberreiter, am Millstätter See geboren, wurde am 2. Mai auf dem Friedhof in Höhenmoos beigesetzt. Er hinterlässt seine Lebensgefährtin Johnanna Böhnke sowie aus der Ehe mit Ex-Frau Karin zwei Töchter und deren Familien.

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