Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Umstrittene Trassenplanung

Rohrdorfer Feldgottesdienst zum Brenner-Nordzulauf: Große Sorgen bei Landwirten der Region

Gottesdienst mit Traumblick: Aussicht auf die Berge beim Feldgottesdienst zum Thema Brennernnordzulauf.
+
Gottesdienst mit Traumblick: Aussicht auf die Berge beim Feldgottesdienst zum Thema Brennernnordzulauf.
  • VonJohannes Thomae
    schließen

Die Menschen in der Region Rosenheim protestieren lautstark gegen den Brenner-Nordzulauf, sie gehen aber auch in sich. Wie am Samstag (10. Juli) in Rohrdorf. Dort unterstreicht Pfarrer Baumgartner, wie wichtig Verständigung sei. Und Bürgermeister Hausstetter hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. *NEU: Fotos*

Rohrdorf – Gut 240 Menschen fanden sich am Samstag nahe Unterimmelberg in der Gemeinde Rohrdorf ein. Dort wurde der zweite von derzeit insgesamt vier geplanten Feldgottesdiensten gefeiert, die sich mit dem Brenner-Nordzulauf auseinandersetzen.

Andere Leser interessierten sich für: Mit Baum und Gottesdienst auf den Brenner-Nordzulauf aufmerksam machen

Rohrdorfs Pfarrer Robert Baumgartner hatte zur Lesung den Bibeltext zum Turmbau zu Babel ausgewählt. In seiner Predigt erläuterte er, wie ein Großprojekt daran gescheitert sei, dass die Menschen keine gemeinsame Sprache mehr fanden. Zu solchen Problemen, so der Pfarrer, brauche es aber keine göttliche Sprachverwirrung. Schon innerhalb einer einzigen Sprache sei es oft schwer, sich verständlich zu machen, was man auch am Projekt des Brenner-Nordzulaufs sehe.

Pfarrer Baumgartner: Es fehlt der Blick aufs Ganze

Da gebe es Tatsachen, die anscheinend nicht unter einen Hut zu bringen seien. Was da fehle, sei ein Blick auf das Ganze, der erst eine Gewichtung der Fakten ermögliche. So ein Blick aber könne nur gelingen, wenn man miteinander rede.

Lesen Sie auch: 3000 leuchtende Proteste gegen den Brenner-Nordzulauf

Dieses Miteinanderreden sei ein Ziel, um das man sich bemühen und auf das man hoffen, für das man aber auch beten könne. Nicht umsonst stehe die Reihe der Feldgottesdienste unter dem Motto „Und beten hilft auch“.

Die Feldgottesdienste, sagte Pfarrer Baumgartner, hätten auch noch eine andere Funktion: Es gehe darum, dass die Menschen ihre Sorgen angesichts der Streckenplanungen aussprechen könnten. Fünf Anlieger sprachen vor allem über die Sorge um die Landschaft, die die Gottesdienstbesucher auf der Anhöhe unmittelbar vor Auge hatten, mit einem an diesem Sommertag grandiosen Blick in die Alpenkette.

Feldgottesdienst in Rohrdorf zum Brenner-Nordzulauf

Feldgottesdienst Brenner-Nordzulauf Unterimmelberg Rohrdorf
Feldgottesdienst Brenner-Nordzulauf Unterimmelberg Rohrdorf
Feldgottesdienst Brenner-Nordzulauf Unterimmelberg Rohrdorf
Feldgottesdienst Brenner-Nordzulauf Unterimmelberg Rohrdorf
Feldgottesdienst in Rohrdorf zum Brenner-Nordzulauf

Bei Sorgen wegen des Brenner-Nordzulaufs ist niemand allein

Landwirte seien besonders betroffen, denn viele Höfe seien bei einem Trassenbau nicht mehr überlebensfähig. Aber auch fast jeder andere Gottesdienstbesucher, so meinte Pfarrer Baumgartner, habe sein Sorgenpaket zu tragen. Das Entscheidende sei, dass man in der Gemeinschaft dieses Gottesdienstes die Erfahrung machen könne, mit seinen Befürchtungen nicht allein zu sein. Es sei vielmehr die Gewissheit da, dass da andere seien, die einem im doppelten Sinn beistünden.

Zum Thema: Stephanskirchen und der Brennernordzulauf: Das Märchen von der Krabat-Mühle (Plus-Artikel ovb-online.de)

Bekräftigt wurde diese Erfahrung durch eine Idee von Rohrdorfs zweiter Bürgermeisterin Maria Haimmerer: Sie hatte selbstgebackenes Brot mitgebracht, so viel, dass sich alle Gottesdienstbesucher davon bedienen konnten. Wohl auch deshalb lösten sich die Menge nach dem Gottesdienst nicht einfach auf, man blieb noch zusammen, um zu ratschen.

Für Bürgermeister Simon Hausstetter war auch das ein Signal: Zumindest hier sei miteinander Reden noch möglich. Dass die Politik den Widerstand der Bevölkerung am Ende ernst nehme – da habe er die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben.

Kommentare