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VERKEHRSAUSSCHUSS FÜR NEUEN SIGNALTON

Zugpfeifen in Rohrdorf beschäftigt Expertengremium – Bahnübergänge künftig anders sichern?

Der Verkehrsausschuss des Landtags hatte in Sachen Zugpfeifen zu einem Vor-Ort-Gespräch im Rohrdorfer Rathaus geladen. Teilnehmer waren Vertreter des Gemeinderats, des Zementwerks und des Abfallzweckverbands als Auftraggeber des Zugverkehrs sowie ein Vertreter des Verkehrsministeriums.
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Der Verkehrsausschuss des Landtags hatte in Sachen Zugpfeifen zu einem Vor-Ort-Gespräch im Rohrdorfer Rathaus geladen. Teilnehmer waren Vertreter des Gemeinderats, des Zementwerks und des Abfallzweckverbands als Auftraggeber des Zugverkehrs sowie ein Vertreter des Verkehrsministeriums.
  • VonJohannes Thomae
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Zumindest eine Erleichterung in Sachen „Zugpfeifen“ müssten die Rohrdorfer spätestens seit dieser Woche spüren: Denn am gestrigen Montag trat eine neue Dienstanordnung für die Lokführer in Kraft.

Rohrdorf – Das Signal, das die Züge an zwölf Bahnübergängen im Gemeindegebiet von da an abgeben, ist kein disharmonischer Doppelton mehr, sondern nur noch ein einzelner.

Dass diese Signaländerung in den Loks technisch möglich ist, wusste Dr. Benjamin Geller, Werksleiter des Zementwerks, bereits seit etwa einem Jahr. Seither so sagt er, habe sich das Zementwerk als Auftraggeber der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), die die Transporte abwickelt, zusammen mit der Gemeinde für eine Änderung des Signals eingesetzt – bislang ohne Erfolg. Am Mittwoch, 18. August, aber gab es einen Ortstermin im Zementwerk, an dem sich Gemeindeverwaltung und Werk von Vertretern der ÖBB an einer Lok die möglichen Signalvarianten vorführen ließen.

Vertrauter Ton soll helfen

Der einzelne Ton, so hofft Bürgermeister Simon Hausstetter (Bürgerblock), sollte im subjektiven Empfinden an das Zug-Signal bis vor etwa zwei Jahren herankommen. Denn mit diesem vertrauten Ton hatten sich die Rohrdorfer mehr oder weniger schon arrangiert. Dann aber war das Zementwerk mit seinen Transportaufträgen von der Deutschen Bahn (DB) zur ÖBB gewechselt, laut Geller unter anderem deshalb, weil dort mit neuem und leiserem Zugmaterial gefahren wird.

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Umso frustrierter sei man im Werk gewesen, dass dieser Vorteil zunichtegemacht wurde, weil die Signalhörner der von der ÖBB eingesetzten modernen Lokomotiven bereits nach einer neuen europäischen Norm ausgerichtet waren. Anschließend an das Treffen im Zementwerk fand im Sitzungssaal des Rathauses ein weiterer Termin statt.

Petition löst Ortstermin aus

Hintergrund: Der Gemeinderat Karl-Heinz Silichner (CSU) hatte im Februar eine Petition an den Landtag gerichtet. Aufgrund dieser Petition hatte der Verkehrsausschuss des Landtages nun zu einem Vor-Ort-Gespräch bezüglich des Zugpfeifens geladen. Als Berichterstatter war der Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner bestimmt worden.

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Dieser erklärte zu Beginn, dass der Landtag zwar in Bahnangelegenheiten keine direkte Zuständigkeit und keine Einflussmöglichkeiten habe. Dennoch sei man im Ausschuss zu der Entscheidung gekommen, das Thema vor Ort zu sondieren, die besondere Belastung der Bevölkerung lasse das als geboten erscheinen.

Erster Erfolg

Das beim Treffen erzielte Ergebnis – da waren sich Bürgermeister Hausstetter und Klaus Stöttner einig – sei ein erster Erfolg, aber noch nicht ausreichend. Als zweite Maßnahme wurde festgelegt, dass das Zeitfenster, in dem die Züge fahren, auf einen Zeitraum nach sechs Uhr morgens und bis 22 Uhr begrenzt werden solle.

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Vor allem müsse, so der Hinweis von SPD-Vorsitzenden Michael Hinterbrandner, der erste Zug am Tag, der vor allem die Müllumladestation beliefert und von der DB betrieben wird, ebenfalls mit dem tieferen Ton pfeifen. Was die Fahrzeiten betrifft, so bestätigte zwar der Vertreter des Ministeriums die Einwände von Zementwerk und Abfallzweckverband, dass die Fahrzeiten auf dieser Strecke vom überregionalen Zugverkehr mitbestimmt würden und sich zeitliche Ausreißer nicht vermeiden ließen. Stöttner war aber der Ansicht, dass dies die Auftraggeber nicht von ihrer Verantwortung entbinde, auf einen fahrplanmäßigen Zugverkehr zu drängen.

Gemeinde will selbst einen Planer suchen

Endgültig sei das Problem aber nur über eine technische Sicherung von acht Bahnübergängen zu eliminieren. Vier von zwölf Übergängen, an denen bislang gepfiffen wird, könnten eventuell aufgelöst werden. Die Schwierigkeit dabei: Die Bahn hat nach eigenen Angaben nicht genügend Planungspersonal, um solche Vorhaben in erträglichen Zeiträumen zu verwirklichen. Den Ausweg, den die Gemeinde seit Längerem vorschlägt, sei selbst einen Planer zu beauftragen, sodass die Bahn mit einer fertigen Planung direkt an die Umsetzung gehen könne. Ein Vorgehen, das Stöttner befürwortet. Das konkrete Ergebnis des Treffens: Die Gemeinde soll sich bis zum nächsten Gesprächstermin Ende September/Anfang Oktober um einen externen, aber von der Bahn zertifizierten Planer bemühen.

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