ORO könnte mehr Äpfel brauchen

Rohrdorf/Nußdorf: Kalte Aprilnächte sorgen für spärliche Apfelernte

„Während in vergangenen Jahren das Obst mit Anhängern angeliefert wurde, reicht es derzeit nur für eine volle Baggerschaufel“, sagt Joachim Wiesböck.
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„Während in vergangenen Jahren das Obst mit Anhängern angeliefert wurde, reicht es derzeit nur für eine volle Baggerschaufel“, sagt Joachim Wiesböck.
  • vonVolkhard Steffenhagen
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Seit einigen Tagen nimmt die ORO-Obstverwertung in Rohrdorf von heimischen Obstbauern und privaten Gärtnern Äpfel an, um daraus Apfelsaft herzustellen. Dabei setzt die Genossenschaft ausschließlich auf Regionalität. Aber die Anlieferung beginnt schleppend.

Rohrdorf/Nußdorf – Nach Auskunft des Geschäftsführers Joachim Wiesböck könnte die Firma wesentlich mehr Obst verarbeiten.

Ernte fiel schlechter aus als erhofft

Maria Liegl, Vorsitzende des Nußdorfer Obst- und Gartenbauvereins, erklärt: „Die Apfelernte ist nicht so gut ausgefallen, wie zunächst erhofft. Nach einem warmen aber zu trockenen Frühjahr gab es kurz vor der Apfelblüte im April frostige Nächte. Die Temperatur fiel in der Nacht wieder in den Minusbereich mit Temperaturen bis minus neun Grad, was der Blüte nicht guttat. Einige Sorten benötigten nach den ertragreichen Jahren eine Regenerationspause. Das führte dazu, dass es Einbußen bei der Ernte gab.“

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Besonders betroffen waren laut Liegl tiefer gelegenen Bäume: „Kalte Luft ist schwer und sammelt sich am Boden.“ Der Birne konnte der Frost wiederum nichts anhaben: „Hier wurde eine gute Ernte erzielt“, so Liegl. Die Qualität der Äpfel habe nicht darunter gelitten. Sie könnten bedenkenlos verzehrt werden, denn sie konnten in den letzten Tagen viel Sonne tanken. Äpfel aus der Region seien „reich an Vitaminen, schmackhaft und eine gute Mahlzeit für zwischendurch“. Auch könnten sie zu Marmelade oder Saft verarbeitet werden, erklärt Liegl.

Genau auf diese Äpfel wartet Wiesböck in Rohrdorf, denn die Obstsilos an der Anlieferungsstelle des Saftherstellers sind derzeit nur schwach gefüllt. „Wir nehmen jeden Apfel an, selbst wenn er heruntergefallen ist. Zur Saftherstellung eignet sich sogar Fallobst sehr gut. Das sollte allerdings nicht faulig sein.“

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„Die Äpfel müssen reif werden, damit sie ihr volles Aroma entfalten können“, sagt Wiesböck. Um herauszufinden, ob das Obst bereits reif ist, gebe es einen einfachen Test: „Wenn sich der Apfel beim Anheben und Drehen leicht löst, kann die Ernte beginnen.“ Aber nicht jede Apfelsorte sei jetzt reif: „Manche brauchen länger um sich zu entwickeln. Daher wird das Obst bis Anfang November angenommen“, so Wiesböck.

Mittwochs können separat Bio-Äpfel mit Zertifikat angeliefert werden. Je nach zugestellter Menge können die Lieferanten sofort frischen Saft mitnehmen. Mit Wartezeiten ist nicht zu rechnen. „Es gelten die bekannten Hygieneregeln“, sagt Wiesböck. Mehr Infos zu den Terminen sind unter www.oro-saft.de zu finden.

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