Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


HOCHWASSERSCHUTZKONZEPT

Rohrdorf: Neues Regenrückhaltebecken oberhalb von Lauterbach geplant

Die Königsseestraße in Lauterbach verwandelte sich im August 2020 in einen reißenden Fluss. Ein neues Hochwasserschutzkonzept mit einem Regenrückhaltebecken oberhalb des Rohrdorfer Ortsteils soll das künftig verhindern.
+
Die Königsseestraße in Lauterbach verwandelte sich im August 2020 in einen reißenden Fluss. Ein neues Hochwasserschutzkonzept mit einem Regenrückhaltebecken oberhalb des Rohrdorfer Ortsteils soll das künftig verhindern.
  • vonJohannes Thomae
    schließen

Rohrdorf wird für seinen Hochwasserschutz nicht mehr auf ein Rückhaltebecken westlich von Unterimmelberg in der Nähe von Thansau setzen. Weil es Lauterbach nichts bringt und Thansau möglicherweise gefährdet. Damit ist auch die Zusammenarbeit mit Riedering in Sachen Hochwasserschutz beendet.

Rohrdorf – Das war das Ergebnis der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses des Gemeinderates, bei der auch viele Mitglieder des Gesamtgremiums zugegen waren. Das Rückhaltebecken war Teil eines interkommunalen Hochwasserschutz-Konzeptes aus dem Jahr 2017, an dem die Gemeinden Rohrdorf und Riedering beteiligt waren.

Schon damals hatte sich Rohrdorf an zwei Punkten gestört: Erstens war da die Frage der Hochwassersicherheit für den Rohrdorfer Ortsteil Lauterbach: Ein Auffangbecken unterhalb Lauterbachs würde es zwar ermöglichen, Hochwasser schneller durch den Ort zu bringen, ohne die Unterlieger zu gefährden.

Konzept von 2017 ließ viele Fragen offen

Aber welche baulichen Veränderungen würden im Ort für diesen schnellen Durchfluss notwendig? Wäre alternativ ein weiteres Aufnahmebecken oberhalb des Ortsteils sinnvoller? Der zweite kritische Punkt war das Rückhaltebecken bei Unterimmelberg: Konnte ausgeschlossen werden, dass bei einem vollgelaufenen Becken der Thansau nicht durch Sickerwasser aus dem Becken vor Probleme gestellt würde?

Gutachten noch vor Hochwasser 2020 in Auftrag gegeben

Um hier Klarheit zu gewinnen, beauftragte die Gemeinde im letzten Jahr – noch vor dem Augusthochwasser– ein eigenes Gutachten. Dessen Ergebnisse stellte das beauftragte Ingenieurbüro Steinbacher Consult nun bei der Sitzung des Umweltausschusses vor.

Sicherheit des Rückhaltebeckens fraglich

Dabei wurde deutlich, dass die Frage nach der Sicherheit des Rückhaltebeckens bei Unterimmelberg ohne weitergehende Bodenuntersuchungen nicht wirklich zu klären war. Nur Beprobungen gäben Hinweise darauf, wie es um die Durchlässigkeit des Untergrundes bestellt ist, mit welcher erhöhten Wassermenge also in Thansau nach einer Füllung des Rückhaltebeckens zu rechnen wäre.

Lesen Sie auch: Hochwasser in der Region Rosenheim/Chiemgau: Bilder einer Überflutung

Frank Steinbacher von Steinbacher Consult wies jedoch darauf hin, dass ein solches Bodengutachten auch bei positivem Ergebnis zwar eine gewisse Sicherheit, aber keine hundertprozentige Garantie böte.

Schneller Abfluss reicht nicht als Hochwasserschutz

Deutlich wurde auch, dass der Hochwasserschutz in Lauterbach allein durch die Möglichkeit eines schnelleren Abflusses nicht zu gewährleisten wäre: Die beschränkende Größe sind hier vor allem drei Brücken, die eine Erhöhung des Durchflusses nur beschränkt erlauben. Die Konsequenz: Hochwasserschutz für Lauterbach setzt, so das Gutachten, neben einer gewissen Erhöhung des Durchflusses immer auch ein weiteres Rückhaltebecken vor dem Ortsteil voraus.

Rückhaltebecken schnell erledigt

Vor diesem Hintergrund waren sich die neun Mitglieder des Umweltausschusses bald einstimmig einig, dass es keinen Sinn mache, die Idee eines Rückhaltebeckens bei Unterimmelberg, also unterhalb des Ortes, weiterzuverfolgen. Annette Wagner (Bürgerblock) brachte die allgemeine Haltung auf den Punkt: „Es macht keinen Sinn, wenn ein solches Becken zwar Niedermoosen trocken hält, Thansau dafür aber absäuft und Lauterbach nicht viel besser dasteht als jetzt“.

Zusätzliche Unsicherheit durch Brenner-Nordzulauf

Stephan Reisner (CSU) ergänzte, dass es unklug sei, hier Geld für weitere Untersuchungen zur Gefährdung Thansaus auszugeben, die dann überdies ja immer noch keine wirkliche Gewissheit brächten: Die Chance sei groß, dass das Becken durch den Verlauf der Trasse des Brennernordzulaufssowieso nicht in der geplanten Weise verwirklicht werden könnte.

Zukünftige Überlegungen, so die Haltung des Umweltausschusses, sollten sich stattdessen auf den Hochwasserschutz bei Lauterbach konzentrieren.

Neue Planung ohne Unterimmelberg

Das Ingenieurbüro Steinbacher Consult wurde deshalb – ebenfalls einstimmig – beauftragt, ein Konzept für den Hochwasserschutz von Lauterbach ohne ein Rückhaltebecken bei Unterimmelberg zu entwerfen. Natürlich mit der Vorgabe, dass Unterlieger, wie etwa Niedermoosen, durch die Maßnahmen nicht stärker als derzeit belastet werden dürfen.

Voruntersuchungen gibt es schon

Voruntersuchungen dafür – nämlich die Darstellung verschiedener Varianten eines Rückhaltebeckens vor Lauterbach – waren ja schon Teil des vorliegenden Gutachtens gewesen.

Die Tatsache, dass man durch den Verzicht auf den interkommunalen Ansatz, der durch das Rückhaltebecken bei Unterimmelberg gegeben gewesen wäre, bei einer Umsetzung der zukünftig geplanten Maßnahmen zehn Prozent weniger Fördermittel erhalten wird, sah das Gremium durch den verringerten Planungsaufwand und die wohl niedrigeren Baukosten aufgewogen.

Mehr zum Thema

Kommentare