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Suche nach neuen Flächen

Rohrdorfer Gemeinderat lehnt Photovoltaik-Anlage ab: das sind die Gründe

Dieses Feld wird Feld bleiben. Es wird nach dem Beschluss des Gemeinderates im Bereich der Wörtstraße am Ortsrand von Thansau keine Photovoltaik-Anlage geben.
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Dieses Feld wird Feld bleiben. Es wird nach dem Beschluss des Gemeinderates im Bereich der Wörtstraße am Ortsrand von Thansau keine Photovoltaik-Anlage geben.
  • VonKatharina Koppetsch
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Die Frage, wie auf dem Energiesektor mehr Autarkie erreicht werden könnte, ist akut und treibt auch den Rohrdorfer Gemeinderat immer wieder um. Zum dritten Mal in kurzer Folge stand auf der jüngsten Sitzung die Überlegung für eine großflächige Photovoltaik-Anlage auf der Tagesordnung. Die Entscheidung sollte eindeutig ausfallen.

Rohrdorf – Dieses Mal fiel die Entscheidung mit fünfzehn zu zwei Stimmen negativ aus: Es wird hinter dem kleinen Biotop an der Wöhrstraße in Thansau keinen Solarpark geben.

Anwohner sprechen sich gegen Projekt aus

Der Hauptgrund: Anders als bei der kürzlich genehmigten, kleineren Anlage in Geiging, die dort gewissermaßen versteckt an einem Hang angelegt wird, wäre der Park an der Wöhrstraße in direkter Nähe von Wohnbebauung angesiedelt gewesen. Dem Rat lagen dementsprechend bereits zum Sitzungstermin etwa 30 Stellungnahmen von Anwohnern vor. Überwiegend, wie Erster Bürgermeister Hausstetter (Bürgerblock) betonte, in ihrer ablehnenden Haltung gut begründet und damit nachvollziehbar. Er habe alle Einwände persönlich beantwortet und auf diese Weise schon deutlich gemacht, wie wichtig die Einschätzung der direkt betroffenen Anwohner sei.

Nicht genügend Informationen

Beim Antrag selbst hingegen bemängelte ein Teil des Gremiums fehlende Informationen. Es sei nicht nachzuvollziehen, wie viel der möglichen Fläche tatsächlich mit Photovoltaik-Modulen bestückt werden sollte, auch nicht, wie die Anlage genau ausgeführt werden würde. Sebastian Hauser (CSU) beantragte daher, den Tagesordnungspunkt zu verschieben, bis man hierüber Klarheit erhalten habe.

Die Mehrheit der Gemeinderäte sah die Sachlage aber auch so als eindeutig genug an. Helmut Holderle (Bürgerblock) zum Beispiel meinte, es sei nicht zu verantworten.

Ein solches Vorhaben gegen den fundiert begründeten Widerstand der Anwohner zu genehmigen, diese hätten vielmehr ein Anrecht auf einen gewissen Bestandsschutz, den es zu beachten gälte.

Unabhängige Energiegewinnung ist wichtig

Anette Wagner (Bürgerblock) betonte, die Fläche sei selbst ohne die angrenzende Wohnbebauung nicht optimal, da es sich hier um einen Hochwasserretentionsbereich handele. Energie über großflächige Photovoltaik-Anlagen zu gewinnen, sei sicher ein Gebot der Stunde, es gäbe dafür aber zweifellos besser geeignete Flächen.

Hans Reck (CSU) erläuterte, dass Photovoltaik-Parks in landwirtschaftlich gut nutzbaren Arealen prinzipiell nicht ohne Probleme seien. Ihr Flächenverbrauch belaste die Bauern, der Pachtmarkt sei schon jetzt in Schieflage. Landwirte müssten bereits jetzt zu lange Anfahrtsstrecken zu den von ihnen bewirtschafteten Feldern auf sich nehmen.

Karl-Heinz Silichner (CSU) gab all diesen Argumenten gegenüber zu bedenken, dass man sich in Sachen Energieversorgung langsam, aber sicher in einer akuten Zwangslage befände, bei der auf Dauer auch gewisse Beeinträchtigungen einfach nicht mehr zu vermeiden seien. Eine Einschätzung, die der Rat zwar grundsätzlich teilte, im konkreten Fall jedoch mehrheitlich die Vorbehalte der Anlieger höher gewichtete.

Auf der Suche nach neuen Flächen

Ein pragmatischer Vorschlag für die weitere Zukunft kam von Stephan Reisner (CSU). Er regte an, dass sich Rat und Verwaltung möglichst umgehend Gedanken darüber machen sollten, wo im Gemeindegebiet Flächen seien, auf denen man sich größere Photovoltaikanlagen vorstellen könnte.

„Wenn wir das nicht tun, werden wir solche Diskussionen in Zukunft immer wieder haben, ohne irgendwie vernünftig weiterzukommen“ meinte er.

Ein Vorschlag, der auf breite Zustimmung stieß, Helmut Wieshuber (SPD) kam am Ende der Sitzung, beim Tagesordnungspunkt „Bekanntgaben und Anfragen“ sogar noch einmal ausdrücklich darauf zurück und bat, diese Grundsatzüberlegungen tatsächlich zeitnah anzustellen.

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