AUS DER ROHRDORFER HAUPTAUSSCHUSS-SITZUNG

Rohrdorf: Gemeinderäte unterstützen das Thansauer Repaircafé mit spontaner Idee

Bürgersinn auf allen Ebenen: Die Mitglieder des Repaircafés Thansau leisten tolle Arbeit und der Rohrdorfer Gemeinderat fand eine ebenso unkonventionelle wie spontane Idee, um diese zu unterstützen.
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Bürgersinn auf allen Ebenen: Die Mitglieder des Repaircafés Thansau leisten tolle Arbeit und der Rohrdorfer Gemeinderat fand eine ebenso unkonventionelle wie spontane Idee, um diese zu unterstützen.
  • vonJohannes Thomae
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Wenn eine Unternehmung eine tolle Sache ist, dann sind Rohrdorfs Gemeinderäte zu jeder Unterstützung bereit, selbst dann, wenn sie an den persönlichen Geldbeutel geht. Bei der vergangenen Hauptausschuss-Sitzung wurde über einen Zuschussantrag des „Repaircafés Thansau“ entschieden.

Rohrdorf– Das Repaircafé ist eine Einrichtung gegen die „Wirf weg – Kauf neu“-Mentalität, denn vieles, was kaputt ist, lässt sich noch richten und muss nicht gleich entsorgt werden. Rund zwanzig Leute kümmern sich seit 2014 um dieses Richten und bringen so gut wie alles, vom defekten Elektrogerät über Fahrräder bis hin zu kleinen Möbelstücken wieder zum Laufen, Fahren oder Stehen.

Der Clou dabei: Es geht beim Repaircafé nicht nur ums – übrigens kostenlose – Richten, sondern ebenso sehr ums Ratschen: Die Wartezeiten, bis der defekte Gegenstand wieder funktioniert, können bei einer Tasse Kaffee, einem Stück Kuchen und einem zwanglosen Plausch überbrückt werden.

Und weil der Stützpunkt des Repaircafés das Seniorenheim St. Anna in Thansau ist, ist in corona-freien Zeiten der monatliche Repaircafé-Samstag auch ein Höhepunkt für die dortigen Bewohner.

406 Euro für die Erstellung einer Homepage

Für die Hauptausschussmitglieder war also klar, dass der Zuschussantrag des Repaircafés positiv beschieden werden sollte: Die 406 Euro, um die es ging, sind kein großer Betrag und der Verwendungszweck, die Erstellung einer Homepage, ist wichtig und sinnvoll. Das Problem nur: Das Repaircafé ist kein Verein.

Als Initiatorin Geraldine Hermann vor sieben Jahren die Idee dazu hatte, waren sie und ihre Mitstreiter der Meinung, dass sie ohne den bürokratischen Aufwand, der mit einer Vereinsgründung verbunden ist, schneller aktiv werden könnten. Und dabei ist es bis heute geblieben.

Gemeinderat hat eine spontane und unkonventionelle Idee

Die Gemeinde kann Fördergelder jedoch nur an eingetragene Vereine, nicht aber an Privatpersonen auszahlen. Zwar suchten die Räte in der Sitzung nach Auswegen, doch Kämmerer Peter Wagner, der wegen der Vorstellung der Haushaltsplanung teilnahm, musste jeder angedachten Lösung die rote Karte zeigen.

Dann hatte Annette Wagner (Bürgerblock) die Idee: „Wir sind einundzwanzig Gemeinderatsmitglieder“, sagte sie, „wenn jeder von uns zwanzig Euro in den Hut wirft, ist das Problem beseitigt“. Die Idee fand rundum Begeisterung und noch in der Sitzung flossen die Scheine.

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Günstig war dabei, dass wegen des Haushaltstagespunktes fast der ganze Gemeinderat anwesend war. „Und falls die drei, die heute fehlen, nicht mitmachen wollen, dann werden wir die sechzig Euro auch noch zusammenbringen“, meinte Bürgermeister Simon Hausstetter (Bürgerblock)

Hermann denkt bereits über ein Dankeschön für diese spontane Aktion des Gemeinderates nach: Sobald es das Wetter und die Corona-Lage zulassen, wird das Repaircafé wie schon im vergangenen Oktober ein „Freiluftreparieren“ auf dem Gelände des Seniorenheims durchführen. Da sollen dann alle Gemeinderäte auf einen Kaffee und einen Kuchen eingeladen werden. Und wenn der eine oder andere auch noch ein Gerät hat, das man bei der Gelegenheit wieder reparieren könnte – umso besser.

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