AUS DEM HAUPTVERWALTUNGSAUSSCHUSS

Rohrdorf auch im Corona-Jahr schuldenfrei: Haushaltsentwurf für 2021 verabschiedet

Rund 1,3 Millionen Euro wird die Gemeinde Rohrdorf für die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung investieren. Der Ersatzbau für den Hochbehälter Taffenreuth ist mit 900000 Euro, die dieses Jahr für den Rohbau aufgewendet werden, der größte Posten.
+
Rund 1,3 Millionen Euro wird die Gemeinde Rohrdorf für die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung investieren. Der Ersatzbau für den Hochbehälter Taffenreuth ist mit 900000 Euro, die dieses Jahr für den Rohbau aufgewendet werden, der größte Posten.
  • vonJohannes Thomae
    schließen

„Die Aufstellung des Haushaltes hat in Corona-Zeiten etwas vom Fischen im Trüben. Es ist nicht wirklich abzusehen, was man am Ende tatsächlich im Netz haben wird“. Mit diesen Worten eröffnete Rohrdorfs Bürgermeister Simon Hausstetter (Bürgerblock) die jüngste Sitzung des Hauptverwaltungsausschusses.

Rohrdorf – Dabei stellte der Rathauschef die Eckpunkte der diesjährigen Finanzplanung vor. „Die Aufstellung des Haushaltes hat gerade in Corona-Zeiten immer etwas vom Fischen im Trüben.

Es ist nicht wirklich abzusehen, was man am Ende tatsächlich im Netz haben wird“. Mit dieser Vorbemerkung eröffnete Rohrdorfs Bürgermeister Simon Hausstetter (Bürgerblock) die jüngste Sitzung des Hauptverwaltungsausschusses, dem die Eckpunkte der diesjährigen Finanzplanung vorgestellt wurden.

2020 waren sieben Millionen Euro für Gewerbesteuereinnahmen angesetzt

Sinn mache es deshalb, um im Bild des Rathauschefs zu bleiben, sich an dem zu orientieren, was im vergangenen Jahr aus dem Gewässer herauszuholen war. Im Haushalt für das Coronajahr 2020 seien bei den wichtigsten Einnahmeposten, der Gewerbesteuer und dem Einkommenssteueranteil, sieben beziehungsweise 3,8 Millionen Euro veranschlagt worden. Diese Zahlen hat Kämmerer Peter Wagner auch für das laufende Jahr wieder angesetzt.

Gewerbesteuerminus wegen Corona einkalkuliert

Dennoch sei dabei noch ein zusätzlicher „Corona-Unsicherheitsfaktor“ mit einberechnet. Denn das tatsächliche Ergebnis bei der Gewerbesteuer belief sich für das vergangene Jahr auf rund acht Millionen Euro – gegenüber den Erwartungen ein Plus von einer Million. Somit seien die angesetzten 7 Millionen durchaus realistisch.

Insgesamt ergibt sich damit ein gesamtes Haushaltsvolumen von gut 19,7 Millionen Euro, von denen fast 17 Millionen auf den Verwaltungshaushalt und 2,8 Millionen auf den Vermögenshaushalt entfallen. Eine Kreditaufnahme sei laut dem Rathauschef – wie in allen Jahren seit 2014 – nicht nötig, vielmehr würden den Rücklagen voraussichtlich 173.000 Euro zugeführt werden.

Lesen Sie auch: Glückliches Rohrdorf: Einbrüche bei Steuereinnahmen sind nicht in Sicht

Damit ist, wie Hausstetter betonte, die Gemeinde in der Lage, alle Investitionen, die sich für 2021 auf der Vorhabensliste befanden, auch tatsächlich umsetzen zu können.

Größter Posten ist die Trinkwasserversorgung

Die größten Projekte sind die Erstellung des Gebäudes für den Hochbehälter Taffenreuth und der Wasserverbund mit Riedering, für die zusammen 800.000 Euro veranschlagt werden.

Weitere große Posten sind Straßeninstandhaltung und -ausbau, die mit zusammen 600.000 Euro zu Buche schlagen, so wie die Errichtung des naturnahen Kindergartens, dessen Kosten mit 170 000 Euro eingestellt sind.

Auch kleinere Investitionen werden im Entwurf berücksichtigt

Wesentlich sei auch, dass der Haushaltsplan ebenso die vielen kleineren Initiativen berücksichtigt, die im letzten Jahr angestoßen wurden. So sind zum Beispiel Planungskosten für den Dorfplatzumbau in Achenmühle ebenso enthalten wie die Kosten für die Verbesserung der Digitalpräsenz der Gemeinde.

Damit sei nicht nur die Überarbeitung der gemeindlichen Homepage gemeint, sondern auch die Entwicklung einer „App für Rohrdorf“, die im gewissen Sinn als „Gemeindejournal in Echtzeit“ bezeichnet werden könnte und eine ideale Ergänzung zur RSZ, der Gemeindezeitung sein soll.

Zweifel bei einzelnen Gemeinderäten über Verlässlichkeit der Einnahmenkalkulation

Insgesamt ein durchaus positiver Ausblick, der von den Gemeinderäten sehr gerne zur Kenntnis genommen wurde: Nachfragen, wie zum Beispiel von Karl-Heinz Silichner (CSU) und Helmut Holderle (Bürgerblock), bezogen sich vor allem auf die Verlässlichkeit bei den veranschlagten Einnahmen: Ob gerade bei den Gewerbesteuereinnahmen nicht eine noch größere Vorsicht nötig wäre?

Keine vorauseilenden Abstriche beschließen

Kämmerer Peter Wagner erläuterte, dass nach allen ihm derzeit vorliegenden Informationen die Annahmen belastbar wären, zumindest in einem Maße, das vorauseilende Abstriche bei der Investitionsplanung beziehungsweise die Anhebung gemeindlicher Gebührensätze nicht rechtfertige.

Ebenfalls interessant: Rohrdorf: Gemeinderäte unterstützen das Thansauer Repaircafé mit spontaner Idee

Dass im Jahresverlauf die Umsetzung aller geplanten Investitionen immer wieder mit der dann aktuellen Finanzlage abgeglichen würde, hätte sich der Gemeinderat ja bereits im vergangenen Jahr zu einer festen Gewohnheit gemacht.

Entwurf soll noch im März vom Gemeinderat freigegeben werden

Der Hauptausschuss beschloss einstimmig, den Haushaltsentwurf für den Erlass durch den Gesamtgemeinderat noch im kommenden Monat freizugeben.

Mehr zum Thema

Kommentare