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RENATURIERUNG ODER VERWÜSTUNG?

Rodungen in den Innauen alarmieren Bürger – Bundesforstbetrieb beschwichtigt

Massive Rodungen im Bereich der bundeseigenen Liegenschaft „Nußdorfer Au“ haben besorgte Bürger auf den Plan gerufen. Doch schon in wenigen Monaten soll von der scheinbaren Verwüstung nicht mehr viel zu sehen sein, sagen die Verantwortlichen beim Bundesforstbetrieb.
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Massive Rodungen im Bereich der bundeseigenen Liegenschaft „Nußdorfer Au“ haben besorgte Bürger auf den Plan gerufen. Doch schon in wenigen Monaten soll von der scheinbaren Verwüstung nicht mehr viel zu sehen sein, sagen die Verantwortlichen beim Bundesforstbetrieb.
  • vonVolkhard Steffenhagen
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Massive Rodungen im Bereich der „Nußdorfer Au“ haben Bürger auf den Plan gerufen. Verantwortliche beim Bundesforstbetrieb beschwichtigen: Bereits in wenigen Monaten soll von der scheinbaren Verwüstung nicht mehr viel zu sehen sein. Doch die Untere Naturschutzhörde ist da weniger optimistisch.

Nußdorf – Bei einem Spaziergang durch die Nußdorfer Innauen traute Alois Linder seinen Augen nicht, als er vor massiven Rodungen in dem FFH-Schutzgebiet (Fauna-Flora-Habitat) stand. Linder, der für die Parteifreien Nußdorf im Gemeinderat sitzt, war entsetzt: „Während letztes Jahr hier noch alles voller Märzenbecher stand, sind jetzt nur noch tiefe Gräben im Waldboden zu sehen.“ Nicht nur Bürger sind über die Umsetzung des Waldmanagement-Plans verärgert. Auch die Behörden sind sich uneins über die durchgeführten Maßnahmen.

Ökologische Maßnahmen nötig

Es gebe einen Waldmanagementplan, der von der Autobahn GmbH Süd in Auftrag gegeben worden ist. Er kann beim Landesamt für Umwelt (LfU) eingesehen werden. „Dort wird von behutsamer Waldbewirtschaftung gesprochen. Behutsam sieht für mich aber anders aus,“ ärgerte sich Linder.

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Viele Bürgerbeschwerden landeten bei der zuständigen Försterin Stefanie Schatz vom Bundesforstbetrieb – einer Abteilung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Schatz sah sich allerlei Beschimpfungen ausgesetzt, „die manchmal die Grenzen des erträglichen überschritten“, berichtet sie.

Bei dem Gebiet handelt es sich um die bundeseigene Liegenschaft „Nußdorfer Au“, die vom Bundesforstbetrieb Hohenfels betreut wird. Dort werden für die Autobahn GmbH des Bundes ökologische Maßnahmen umgesetzt, die zur naturschutzfachlichen Aufwertung des Gebiets beitragen.

Managementplan liegt für Innauen vor

„Die Zielsetzungen ergeben sich nicht nur aus dem Managementplan für das FFH-Gebiet, in dem sich die Fläche befindet, sondern auch aus dem mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) abgestimmten Pflege- und Entwicklungsplan der Autobahn GmbH. Zudem ist der Bundesforstbetrieb nach den gesetzlichen und behördlichen Vorschriften zur Verkehrssicherung verpflichtet“, sagt Miriam Latzel, Leiterin des Betriebsbereichs Süd beim Bundesforstbetrieb.

So seien in nadelholzreichen Waldbeständen Fichten entnommen worden, wo sich langfristig standortgerechte Laubholzbestände entwickeln sollen. Seltene Laubbäume wie die Kirsche seien zur Förderung freigestellt worden, damit sie sich verjüngen können. Auch Grauerlen würden durch gezielte Eingriffe begünstigt. Auch Biotopbäume sollen erhalten bleiben.

„Mit Verkehrssicherungsmaßnahmen und mit Eschentriebsterben kann diese massive und rücksichtslose Aktion sicherlich nicht erklärt werden“, widerspricht Georg Binder vom Bund Naturschutz, Ortsgruppe Nußdorf-Neubeuern.

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Anfang März schrieb er deshalb an das Landratsamt. Die UNB sieht die ausgeführten Maßnahmen kritisch: „Tatsächlich wurden aber weit über die Anforderungen der Verkehrssicherheit hinaus Rodungsarbeiten durchgeführt. Die Arbeiter schlugen große Schneisen in den Wald. Außerdem wurden naturschutzfachlich wertvolle Habitat-Bäume (Höhlen- und Spaltenquartiere, Bäume mit Pilzkonsolen usw.) entfernt“, sagt Pressesprecherin Ina Krug.

Die Nußdorfer Au ist ein Kleinod, dass einen besonderen Schutz genießt“, betonte Binder und forderte eine Aufklärung.

„Es ist verständlich, dass Naherholungssuchende zunächst besorgt sind. Schon in wenigen Monaten wird von der scheinbaren Verwüstung nicht mehr viel zu sehen sein“, versichert Miriam Latzel.

Arbeiten wurden nicht eingestellt

Weniger optimistisch sieht die UNB das Geschehen. „Aufgrund des massiven Holzeinschlags, der in dieser großen Ausdehnung nicht angezeigt war, bat die UNB die Autobahn GmbH des Bundes um Stellungnahme. Zudem wurde per E-Mali am 25. Februar das Einstellen der Fällarbeiten verlangt. Dies wurde nicht befolgt. Mindestens bis zum 3. März wurde nachweislich auf der Fläche gearbeitet“, teilte Ina Krug mit.

Auf Nachfrage bei der Autobahn GmbH erklärte Mitarbeiterin Martina Hermes, dass die Sicherungsarbeiten in diesem Gebiet notwendig gewesen und zuvor abgestimmt worden seien. Versäumnisse räumte sie jedoch in der Kommunikation ein. Weitere Maßnahmen in diesem Umfang seien vorerst nicht geplant. Restarbeiten solle im Herbst nach Abstimmung mit allen Beteiligten durchgeführt werden.

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