NUSSDORFER RAT: FAMILIE DES KÜNSTLERS WILL ALTERNATIVLÖSUNG

Ringen um Wandgemälde

Das Wandgemälde von Fritz Köhler aus dem Jahr 1966soll als hochwertiges Bild reproduziert und künftig im Nußdorfer Rathaus ausgestellt werden. steffenhagen
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Das Wandgemälde von Fritz Köhler aus dem Jahr 1966soll als hochwertiges Bild reproduziert und künftig im Nußdorfer Rathaus ausgestellt werden. steffenhagen

Bereits in der September-Sitzung des Nußdorfer Gemeinderates gab es eine kontroverse Diskussion zum Wandgemälde, das 1966 vom örtlichen Künstler Fritz Köhler geschaffen wurde (wir berichteten). Es steht einem Umbau im Wege und sollte entfernt werden. Nun wird ein Kompromiss ins Auge gefasst.

Nußdorf– Das Bild befindet sich im Treppenhaus des Rathauses, das mit der Sanierung des Gebäudes umgestaltet werden soll. Geht es nach der Mehrheit im Rat, soll das Treppenhaus künftig mit einer Glasfassade gestaltet werden, um mehr Licht und Transparenz in das Gebäude zu bekommen.

Ortsheimatpflegerin Michaela Firmkäs zeigte sich seinerzeit über den Beschluss empört. Schließlich ginge es hier um ein einmaliges Kunstwerk in einem öffentlichen Gebäude, das mit dem Abriss der Wand dann für immer verloren sei.

Zwischenzeitlich wandte sich die Familie von Fritz Köhler mit einem Brief an den Gemeinderat. Für sie sei die Diskussion um Abbruch oder Erhalt des Wandgemäldes noch nicht abgeschlossen. Sie baten um weitere Gespräche mit dem Architekten und dem Gemeinderat, um nach Alternativlösungen zu suchen. Auch die Mitglieder der „Parteifreien Nußdorf“ wünschten sich eine erneute Diskussion und Abstimmung im Gemeinderat, da ihrer Ansicht nach für sie die Urheberrechtsfrage und die projektierten Gesamtkosten der Fensterfront im Treppenhaus noch nicht abschließend geklärt seien. Außerdem sei über ein Budget für „Kunst am Bau“ zu beraten.

Die Kosten für das Glasfenster würden bei rund 10 000 Euro einschließlich Mehrwertsteuer liegen, erklärte Nußdorfs Bürgermeister Sepp Oberauer. Nicht davon berührt seien die Kosten für die Fenster im Keller- und Giebelbereich, da der Einbau dieser Fenster die Entscheidung über den Erhalt des Wandgemäldes nicht berühren würde, so der Rathauschef. Damit würde der Mehraufwand für das Fenster bei weniger als ein Prozent der gesamten Baukosten liegen. Dafür würde das Treppenhaus künftig wesentlich heller und transparenter wirken. Der Abriss der Wand mit dem Gemälde würde das Urheberrecht nicht verletzen, so Oberauer.

Die Vorschrift, Kosten für „Kunst am Bau“ für öffentliche Bauvorhaben auszuweisen, betreffen nur Bund und Länder, nicht aber die Kommunen.

Dem Antrag der „Parteifreien Nußdorf“ auf erneute Abstimmung im Rat wurde in der Sitzung nicht entsprochen, da es gegenüber dem bereits gefassten Beschluss keine wesentlichen Änderungen gebe.

Dennoch soll jetzt seitens der Gemeinde geprüft werden, inwieweit das Wandgemälde der Nachwelt erhalten bleiben kann. Eine fachgerechte Demontage und der anschließende Aufbau an einer anderen Stelle des Gebäudes sei alleine schon aus technischen und finanziellen Gründen ausgeschlossen. Angedacht sei daher eine großformatige Reproduktion des Bildes. Das soll dann künftig einen würdigen Platz im neuen Nußdorfer Rathaus erhalten.

Der örtliche Künstler Florian Lechner, der durch seine Glasgestaltungen bekannt geworden ist, möchte Teile des Bildes aufgreifen und als Glaselement vor der neuen Fensterfront anbringen. Hierzu laufen derzeit Gespräche zwischen der Gemeinde und dem Künstler.

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