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Agathe Zwickl plaudert aus dem Nähkästchen

Von Topmodels bis zum Papst: Autogrammjägerin aus Riedering verrät ihre Taktik

Agathe Zwickl hat einen Ordner mit über 160 Autogrammen, darunter ist auch eine Karte von Topmodel Heidi Klum.
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Agathe Zwickl hat einen Ordner mit 160 Autogrammen, darunter ist auch eine Karte von Topmodel Heidi Klum.
  • Paula L. Trautmann
    VonPaula L. Trautmann
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Heidi Klum, Bill Clinton und der Papst - Agathe Zwickl (72) aus Abersdorf bei Riedering hat viele Autogramme ergattert. Nun verrät sie, welche ihre liebsten sind und wie sie an die Unterschriften gekommen ist.

Riedering - Agathe Zwickl legt einen blauen Ordner auf den Tisch, der sich fast nicht mehr schließen lässt. „Das ist meine Ausbeute“, sagt sie. 1987 hat die heute 72-Jährige angefangen Autogramme zu sammeln. In zehn Jahren hat sie 160 Stück zusammen bekommen.

Inspiriert von einem anderen

Ein Artikel über einen Schloßberger Lehrer habe sie dazu inspiriert, er hatte über 1000 Stück gesammelt. Er habe nie eine Briefmarke und einen Rücksendeumschlag beigelegt und es sei trotzdem immer ein Autogramm zurück gekommen. „Da dachte ich, das mach ich auch“, sagt Zwickl.

Zwickl sammelte Autogramme von Politikern auf Kommunal- und Bundesebene, etwa vom ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder und Gabi Bauer, Rosenheims ehemaliger Bürgermeisterin.

Ihre erste Autogrammkarte hat sie von einem ehemaligen Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland bekommen: Richard von Weizsäcker. Die Karte mit Foto und Unterschrift liegt ganz oben auf, fein säuberlich aufgeklebt und in Folie gepackt. Am Anfang hat sich Zwickl nach eigenen Angaben auf Politiker konzentriert. So ziert Gerhard Schröder, ehemaliger Bundeskanzler, eine Seite. „Da war er no fesch“, sagt die 72-Jährige. Auch ein Autogramm der jungen Angela Merkel hat sie in ihrem Ordner und von kommunalen Politikerinnen wie Gabi Bauer, Rosenheims ehemaliger Oberbürgermeisterin.

Prominente aus Literatur, Politik oder Film und Fernsehen

Zwickl hat die Autogramme nicht nach Kategorien geordnet, sondern in der Reihenfolge eingeheftet, wie sie bei ihr im Briefkasten gelandet sind. Manchmal habe es vier Wochen gedauert, bis sie eine Antwort auf ihre Anfragen bekommen hat. Teilweise hätte sie aber schon nach zwei Wochen Post gehabt. Und die Karten sind von Prominenten aus vollkommen unterschiedlichen Sparten: Literatur, Politik, Journalismus, Film und Fernsehen oder Kirche. Die erste Frau in Zwickls Ordner ist Opernsängerin Erika Köth. Auch Schriftstellerin Astrid Lindgren, die Zauberkünstler Siegfried und Roy, Entertainer Thomas Gottschalk, Radiomoderator Frank Elstner und Journalistin Sandra Maischberger sind dabei.

Topmodel Heidi Klum hat Zwickl nicht nur eine Autogrammkarte geschickt, sondern auch Briefpapier. „Manche haben sich schon Mühe gegeben“, sagt sie. Von Priscilla Presley, Schauspielerin und Ehefrau von Elvis Presley, hat sie 1989 sogar einen handgeschriebenen Brief bekommen. „Den hab ich nicht lesen können, weil ich dem Englisch nicht mächtig bin“, bedauert Zwickl. Doch ihre Tochter habe den Text übersetzt. Presley bedankt sich für die Anfrage, berichtet von einer „aufregenden Zeit als Schauspielerin“ und äußert die Hoffnung, dass Zwickl ihre Karriere weiter verfolgt. Das hat die 72-Jährige getan. „Selbst heute sieht sie noch gut aus“, sagt sie über Presley.

Auch aus den USA hat Zwickl Post bekommen: von Priscilla Presley, Schauspielerin und Ehefrau von Elvis Presley, und von Bill Clinton, ehemaliger Präsident der Vereinigten Staaten.

Sie war nicht die einzige Schauspielerin von der Zwickl Post bekommen hat. Auch von Marianne Sägebrecht, Senta Berger, Thekla Carola Wied, Iris Berben und Witta Pohl hat sie Autogramme, um nur einige zu nennen. Aber auch männliche Vertreter aus der Schauspieler-Szene sind in der Sammlung vertreten, etwa Joseph Hannesschläger und Pumuckl-Sprecher Hans Clarin.

Autogramme vom Papst und Präsidenten

Zwickl hat die Briefe immer per Hand verfasst und an Autogrammadressen geschickt, die in Magazinen angegeben waren. Doch vom Papst oder US-Präsidenten habe sie keine genaue Adresse gehabt. Sie habe einfach an die offiziellen Stellen geschrieben. Und es hat geklappt. Zwickl hat ein Autogramm von Bill Clinton, dem ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten, ergattert. Und von einigen Geistlichen: Papst Benedikt XVI., Kardinal Joachim Meisner, Kardinal Friedrich Wetter.

Neben Papst Johannes Paul II. ist Sänger Vico Torriani eingeordnet. „Das war halt die Reihenfolge“, sagt Zwickl und lacht. So lande ein Schlagersänger eben neben dem Oberhaupt der katholischen Kirche. Rubriken wollte Agathe Zwickl nämlich nicht anlegen.

Neben Vico Torriani reihen sich Sänger wie Hubert von Goisern und Oswald Sattler. Musiker Gus Backus schrieb „Agathe Servus“ auf die schwarz-weiße Autogrammkarte. Sänger Heino schrieb „für Agathe“ auf eine Foto von sich selbst mit Sonnenbrille und blonder Mähne. Einige Sportler sind auch in dem Ordner: Extrembergsteiger Reinhold Messner, Boxer Max Schmeling und der ehemalige Fußballspieler Franz Beckenbauer.

Keine Unterschrift von der Queen

Von einigen Royals hat sie ebenfalls versucht, eine Unterschrift zu ergattern. Sie hat an Queen Elizabeth II., die Königin der Niederlande und die Familie Thurn und Taxis geschrieben. Jedoch ohne Erfolg. Die königlichen oder adeligen Familien geben allerdings keine Autogramme. Den Briefen zufolge sei das eine feste Gewohnheit.

Rechts die Autogrammkarte von Astrid Lindgren, links ein Brief im Auftrag der Royals. Die dürfen aus Sicherheitsgründen keine Autogramme geben.

„Am wichtigsten sind mir die, die schon gestorben sind“, sagt Zwickl. Sie schätzt, dass über die Hälfte der Persönlichkeiten in ihrem Ordner mittlerweile verstorben sind - wie Franz-Josef Strauß, ehemaliger Bayerischer Ministerpräsident, oder Politiker Helmut Lemke.

Nur auf ein Zehntel der Briefe habe Zwickl keine Antwort bekommen. „Da war ich schon enttäuscht“, sagt sie. Sie sei schließlich sonst so erfolgreich gewesen. 25 Jahre nachdem die 72-Jährige aufgehört hat zu Sammeln, will sie nun wieder anfangen. Bundeskanzler Olaf Scholz soll den ersten Brief bekommen.

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